Hannes Munzinger und Reiner Pscheidl zu Gast beim ASS

Politiker zum Anfassen

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Bundestagskandidat Hannes Munzinger (SPD).

Isny – Politik war am Freitagnachmittag das große Thema beim Informationsnachmittag des Arbeitskreises Offener Sozialdemokratischer Seniorinnen und Senioren (ASS).

Das Leitungsteam, Ursula Schubert und Peter Zimmer, hatte den SPD Kandidaten für die Bundestagswahl im Wahlkreis Ravensburg, Hannes Munzinger, eingeladen. Zudem berichtete Reiner Pscheidl, Gemeinderat der SPD, aus der Arbeit der Kommunalpolitiker. 

Die Veranstaltung war für die miese Wetterlage recht gut besucht und was Hannes Munzinger zu berichten hatte, interessierte die Zuhörer durchaus. Gleich nach der Begrüßung durch Peter Zimmer war der Bundestagskandidat am Zuge. Klar gesprochen, verständlich ausgedrückt und auf eine ihm eigene Art fesselnd argumentierend hatte er die Zuhörer ganz auf seiner Seite. Zu Beginn stellte sich Munzinger erst einmal vor. Er ist 1988 in Ravensburg geboren und dort auch aufgewachsen. Nach dem Abitur hat er ein Studium der Volkswirtschaft in Heidelberg absolviert. Seinen Bachelor hat er mit „sehr gut“ abgeschlossen. Mittlerweile ist er beim Familienunternehmen, dem Munzinger Archiv, angestellt. Dort sind seine Schwerpunkte Geschäftsführung, Vertrieb und Redaktion.

 Verhältnis aufbessern 

Warum er in den Bundestag einziehen möchte, konnte er ebenfalls klar beantworten: „Im derzeitigen Bundestag sind die unter Dreißigjährigen mit gerade einmal rund zwei Prozent vertreten, stellen aber in der Bundesrepublik rund 27 Prozent der Bevölkerung.“ Das ist das erste Missverhältnis, das ihn beschäftigt. Auch die berufliche Zusammensetzung ist nach seiner Meinung nach so nicht in Ordnung. „Rund 60 Prozent der Abgeordneten sind Juristen. Das ist zwar für die Gesetzgebungen durchaus angebracht, die anderen Berufe sind dadurch allerdings zu gering vertreten und auch daran würde ich gerne etwas ändern“, betonte er. Gesetze würden für alle Bürger gemacht, egal ob sie 12, 20, 30, 60 oder 80 Jahre alt sind. „Bei einer Veranstaltung hatte Franz Müntefering festgestellt: ‘Ich bin 71 und habe nicht Recht weil ich 71 bin und habe auch nicht Unrecht weil ich 71 bin.’ Das Gleiche gilt auch für mich mit meinen demnächst 26 Jahren. Ich habe eine eigene Meinung und die werde ich jederzeit vertreten“, stellte Munzinger klar. Seine Hauptrichtungen politischen Interesses legte er ebenfalls offen dar: Das sind zum einen Krisenbewältigungsstrategien, da Staatsschulden den nächsten Generationen vererbt werden und deshalb müssen sie Munzingers Meinung nach beschränkt werden. 

Zum anderen liegen ihm die Bewältigung energiepolitisch wichtiger Schritte und die demografischen Veränderungen der Gesellschaft am Herzen. Und auch die Problematik der Finanzierung möchte er nicht aus den Augen verlieren. Im Anschluss berichtete Rainer Pscheidl aus dem Gemeinderat. Er sprach klare Worte und würzte seinen Vortrag auch mit einer Portion Humor. Pscheidl erläuterte Personalentscheidungen, Bebauungsplan-Änderungen, die Eröffnung der Baugebiete Krumbach West und die Lobauer Straße. Das Dauerproblem der Finanzierbarkeit von Grundstücken sowie die Frage von erschwing- lichem Wohnraum sind ihm schon immer ein Anliegen. Auch er beantwortete die Fragen der Anwesenden nach bestem Wissen, nur beim Thema Krankenhaus hielt er sich an die Pflicht zur Verschwiegenheit. So gingen die Zuhörer am Ende der Veranstaltung gut informiert nach Hause.

Manfred Schubert

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