Wald wächst und gedeiht

Reichlich Informationen hatten Forstdirektor Peter Titzler (links) und Michael Balk, Revierleiter (rechts), für die Kemptener Stadträte bei ihrer Waldbegehung. Foto: Tröger

Der Kalbsangsttobel war erste Station der Begehung von Wäldern der Stadt Kempten und der von ihr verwalteten Stiftungen, bei der sich OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und eine Reihe Stadträte über bereits Frucht tragende sowie noch anstehende Maßnahmen informierten. Schon „sehr nah“ an der Zielsetzung – durchschnittlich 40 Prozent Fichte, zwölf Prozent Weißtanne, 15 Prozent Buche, 20 Prozent Ahorn und Esche sowie 13 Prozent Lärche, Douglasie, Erle und Birke – bezeichnete Forstdirektor Peter Titzler dort einen Bereich von circa acht Hektar Fläche.

Durch „auslichten“ des Schutzwaldes im Jahr 2009 sei hier ein regelrechter „Wachstumsschub“ vor allem durch Naturverjüngung – also bereits vorhandenes Potential – eingetreten. Ein Idealfall, wie er verdeutlichte. Denn Wurzeln von Bäumen aus der Zucht blieben beim Umpflanzen nicht unbeschadet, wodurch ein „viel kümmerlicheres Wachstum als bei Naturverjüngung“ stattfinde. Durch die Mischung des biologischen Bestandes seien jetzt „alle Etagen“ mit Wurzeln belegt, erwähnte er ein Hauptziel der Maßnahmen: „Dass der Boden da bleibt, wo er ist“. Ein Grund für die Bestrebungen „Fichten möglichst herauszunehmen“, wie Michael Balk, Leiter des Forstreviers Durach, zuständig auch für Kempten, anmerkte. Dass eine Verjüngung auch Risiken birgt, zeigte er anhand eines alten Baumes, in dem sich der Borkenkäfer breit gemacht hat. Die Veränderung des Umfeldes, wie plötzlicher Sonneneinfall, mache Bäume „anfälliger“ bis sie sich daran gewöhnt hätten, erläuterte Titzler gegenüber dem KREISBOTEN. Großer Kostenfaktor Für den Abtransport der 1100 Festmeter Holz aus dem schwierigen Gelände seien Seilzüge nötig gewesen, so die Fachleute. Mit 50 172 Euro ein erheblicher Kostenfaktor angesichts der Erlöse von knapp über 53 000 Euro und Zuschüssen für Kulturmaßnahmen auf Rutschfläche und Naturverjüngung in Höhe von knapp 10 500 Euro. Dennoch müssten auch Stellen, „die schwierig zugänglich sind“ verjüngt werden, „bevor es zu spät ist“, verdeutlichte Titzler. Da könne ausnahmsweise „auch einmal Verlust“ entstehen, zumal der Marktpreis für Holz zum Zeitpunkt der Maßnahme nicht vorhersagbar sei. Als zweites Begehungsziel wurde das „Untere Weissholz“ inspiziert, wo die Maßnahmen noch nicht abgeschlossen sind. Wie Balk erklärte, habe man „am Rand die Fichten zur Verkehrssicherung herausgenommen“. Während der Herbstferien sollen weiters „gefährlich“ gewordene Bäume gefällt werden. Im neuen Jahr sollen die Fehlstellen dann mit Laubholz ergänzt werden. Man wolle „aktiv, nicht reaktiv“ handeln, betonte Titzler das Bestreben, zum möglichst idealen Zeitpunkt tätig zu werden.

Auch interessant

Meistgelesen

Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Feiern verbindet
Feiern verbindet
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare