Die CSU im Wandel

Die Kemptener CSU befindet sich im Umbruch und setzt künftig verstärkt auf Frauen-Power: Gleich vier von sieben Ortsvorsitzenden haben oder werden dieser Tage ihre Ämter niederlegen. Bereits in der vergangenen Woche haben sich sowohl Stadtrat Richard Hiepp vom Ortsverband Lenzfried als auch Marcus Röhe vom Ortsverband Kempten-West nicht mehr der Wahl gestellt. In dieser und der nächsten Woche geht das Wechselspiel weiter. Vor allem Frauen sollen nun zunehmend in die Vorstandschaften der einzelnen Ortsverbände einziehen.

Marcus Röhe vom Ortsverband Kempten-West war am vergangenen Donnerstags der erste, weitere Rückzüge werden in den kommenden Tagen folgen – die Kemptener CSU befindet sich mitten im personellen Umbruch. Zur Nachfolgerin Röhes bestimmten die Mitglieder von Kempten-West Christiane Scheuthle. Scheuthle ist damit die derzeit einzige Vorsitzende eines Kemptener CSU-Ortsverbandes. Zwei weitere Frauen sollen aber schon in den nächsten beiden Wochen folgen. Den Anfang macht dabei der Ortsverband Sankt Mang am kommenden Freitag, 13. Februar. Dessen jetziger Vorsitzender Werner Wittmann (seit 2005) will auf eine neuerliche Kandidatur verzichten. „Der Hauptgrund dafür liegt im privaten Bereich“, erklärte Wittmann auf Anfrage des KREISBOTE. Neben der CSU sei er auch stark bei „Soziale Stadt Sankt Mang“ und „Wir in Kottern“ engagiert. „Da wird mir die Arbeit einfach zu viel, denn ich will nicht, dass ein Amt leidet“, sagte er. Als Nachfolger Wittmanns ist nach Informationen des KREISBOTE ebenfalls eine Frau im Gespräch. Um einer Entscheidung der Mitglieder jedoch nicht vorzugreifen, wollte sich Wittmann dazu nicht weiter äußern. Wittmann kündigte aber an, der Vorstandschaft auch weiterhin zur Verfügung zu stehen. Schluss nach 14 Jahren Geregelt ist dagegen die Nachfolge von Peter Wagenbrenner, seit nunmehr 14 Jahren Vorsitzender von Kempten-Süd. Ihn soll im Rahmen der Mitgliederversammlung am 17. Februar seine bisherige Stellvertreterin Angelika Stephan beerben. „Sie hat sich als Nachfolgerin herauskristallisiert“, erklärte Wagenbrenner im Gespräch mit dem KREISBOTE. Einen besonderen Anlass für seinen Rückzug gebe es nicht – abgesehen von 14 Jahren an der Spitze des Verbandes. „Ich habe bereits vor zwei Jahren gesagt, dass ich darüber nachdenke, aufzuhören“, so Wagenbrenner. „Ich habe 14 Jahre lang gute Arbeit geleistet“, da sei es nun auch einmal Zeit für einen Wechsel. Dem Kreisvorstand will Wagenbrenner aber weiterhin treu bleiben, kündigte er an. Vollzogen hat den Wechsel hingegen bereits der Ortsverband Lenzfried. Hier hat Stadtrat Thomas Kiechle am vergangenen Freitag die Nachfolge des bisherigen Vorsitzenden Richard Hiepp angetreten. „Das ist der richtige Mann für diesen Posten“, betonte Hiepp, der nach eigenen Angaben den Weg frei für neue Impulse und Mitglieder machen wollte. Schließlich sei er bereits seit 1981 im Vorstand der Lenzfrieder Christsozialen. „Wenn man so lange in einer Position ist, ist es falsch, an seinem Posten zu kleben“, so der Stadtrat und Umweltbeauftragte des Stadtrates. Keine Veränderungen an der Spitze der Vorstandschaft wird es hingegen bei den Verbänden Kempten-Mitte, Kempten-Ost und Kempten-Nord geben. „Ich werde wieder antreten“, kündigte Dietmar Markmiller, Vorsitzender von Kempten-Mitte, ebenso an wie Dietmar Geissler, Chef von Kempten-Ost. Dass beide unter anderem auch wegen ihrer Listenplatzierung den Einzug in den Stadtrat verpasst haben, sei kein Grund, zurückzutreten, wie oftmals kolportiert werde. „Mit 5600 Stimmen habe ich als Person, die nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, mehr Stimmen erhalten, als ich ursprünglich erwartet habe“, so Geissler im Gespräch mit dem KREISBOTE. Wichtiger sei, sich für die Belange der Bürger einzusetzen. Alles beim Alten wird wohl auch beim Verband Kempten-Nord bleiben, der ebenfalls am 13. Februar tagt. „Ich werde wohl wieder kandidieren“, verriet Vorsitzender Johann Lederle. „Es wird im Wesentlichen bei der jetzigen Vorstandsmannschaft bleiben“, sagte er. Aus Sicht von Kreisvorsitzenden Thomas Kreuzer sind die Wechselspiele allerdings nicht ungewöhnlich für eine Partei in dieser Phase. „Nach Kommunalwahlen ist der Wechsel bei uns immer am größten“, gab er gegenüber dem KREISBOTE zu Protokoll. „Das ist also nichts Außergewöhnliches.“ Eine Partei müsse an den Spitzen regelmäßig wechseln, „sonst werden wir zu statisch.“ Dass nun gleich drei Frauen an die Spitze der Vorstandschaften drängen, sei sehr zu begrüßen. „Wir hatten bisher eh zu wenig Frauen in der Politik“, so Kreuzer, der nun hofft, künftig auch mehr CSU-Stadtratskandidatinnen aufstellen zu können. „Es war bisher ein Problem, dass die Ortsvorsitzenden ein Anrecht auf einen guten Platz auf der Liste haben – und da waren die Frauen bisher wenig vertreten“, erklärte der Stadtrat und Landtagsabgeordnete. Die Zusammenarbeit mit den scheidenden Vorsitzenden sei immer gut gewesen, betonte Kreuzer. Das gelte es nun mit den Nachfolgern beizubehalten. „Ich habe da ein gutes Gefühl“, so Kreuzer.

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