"EINFACH MENSCHLICH."

Wanderausstellung in der Berufsschule zeigt Suchtgefahren auf

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In der Mitte der Ausstellung „EINFACH MENSCHLICH.“ befindet sich der „Suchtbaum“, der die verschiedensten Arten von Sucht aufzeigt. Die Ausstellung ist noch bis zum 23. März in der Aula der Berufsschule I in Kempten zu „erleben“.

Kempten – „Wenn Sehnsüchte zur Sucht führen, kann am Ende für die Betroffenen ein Kontrollverlust über das eigene Leben stehen. Dann bestimmt die Sucht das Leben und nicht mehr das eigene Ich.“ Mit diesen Worten begrüßte die Schulleiterin der Beruflichen Oberschule Kempten (BOS), OStDin Helga Traut, die rund 60 Gäste, die zur Eröffnung der Wanderausstellung „EINFACH MENSCHLICH.“ in die Aula der Berufsschule I gekommen waren.

Die Ausstellung „EINFACH MENSCHLICH.“, die es in dieser Form schon seit rund 20 Jahren gibt, möchte zum einen die Ursachen und Gründe darstellen, die zu Sucht führen können, gleichzeitig aber auch Wege aufzeigen, wie dem Betroffenen aus einer Sucht geholfen werden kann. „Das Leben ist immer ein Wagnis“, sagt Freia von Hennings, zusammen mit Klaus Haschberger vom Verein Suchtprävention und Genesung e.V. die Ausstellungsmacherin, in ihrer Ansprache und meint, dass das Leben nicht risikofrei ist und dass manchmal Lebensumstände Menschen dazu verführen, zu Suchtmitteln wie Alkohol, Tabletten, Zigaretten oder Drogen zu greifen. „Die Wirklichkeit zeigt uns,…“, so die Ausstellungsmacherin, „…dass alle Menschen einer Sucht verfallen können.“ 

Wichtig ist ihr und ihrem Mitstreiter Haschberger, dass „EINFACH MENSCHLICH.“ als ein „Weg“ verstanden wird, der menschliche Kontrollverluste erlebbar macht, aber nicht versucht die Betrachter mit dem erhobenen Zeigefinger zu belehren. Den Besuchern empfiehlt Freia von Hennings unverbindlich ein stilles Passieren der in der Aula aufgestellten „Suchtspiralen“ ohne dabei große Konversion mit anderen zu führen.

Erfolgreiche Kooperationen

In ihren Ansprachen bedankten sich Schulleiterin Helga Traut, Bürgermeister Josef Mayr und der Fachbereichsleiter Marketing der AOK Direktion Kempten, Peter Aierstock, für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, insbesondere der FOS/BOS mit den Berufsschulen. Worte des Dankes gingen auch an die vielen ehrenamtlichen Helfer, die mit dafür sorgten, dass „EINFACH MENSCHLICH.“ drei Wochen lang in Kempten zu sehen ist. 

Mayr und Aierstock kamen auch auf das bereits initiierte Präventionsprojekt „Leben statt Schweben“ zu sprechen, das mit Unterstützung des Stadtjugendrings und der Stadträtin Regina Liebhaber erfolgreich Prävention in Sachen Suchtaufklärung betreibt. Mayr verwies auf die aus seiner Sicht wichtigen drei Säulen beim Umgang mit krankhafter Sucht: Prävention, Suchthilfe und gegebenenfalls Repression. 

Mayr sprach auch über seinen Besuch bei einer Veranstaltung der „Anonymen Alkoholiker“, bei der er ganz unverhofft auf ihm bekannte Gesichter getroffen war. Das habe auch ihm verdeutlicht, das grundsätzlich jeder Mensch suchtabhängig werden kann. Aierstock verwies als Vertreter einer der großen Krankenkassen darauf, wie wichtig gute Präventionsarbeit ist. In diesem Zusammenhang bedankte er sich auch bei den anwesenden Vertretern der Polizei Kempten, mit der die AOK Kempten die Aktion „Sauber bleiben“ initiiert hatte.

Die Wanderausstellung „EINFACH MENSCHLICH.“ gibt Einblicke in Suchtverhalten und soll den Besuchern die Möglichkeit geben, aktiv sein eigenes Verhalten zu hinterfragen und persönliche Suchtgefahren zu ergründen. Aufgebaut ist die Ausstellung als begehbare Suchtspirale, deren Wege, analog zur Situation vieler Süchtigen, immer enger werden. 

Der Besucher erlebt so hautnah, wie beklemmend Sucht sein kann. Die Ausstellung ist in der Aula der Berufsschule I in Kempten untergebracht und kann bis zum 23. März täglich von 8 bis 15 Uhr besucht werden. Zusätzlich ist die Ausstellung vom 8. bis 15. März von 16 bis 19 Uhr zu sehen. Gruppen können sich unter 0831/25 385 410 anmelden.

Jörg Spielberg

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