Stadträte kritisieren fehlende Mittelbereitstellung für das Zumsteinhaus

Kein Konzept, kein Geld

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Im nächsten Jahr soll ein Konzept für das Zumsteinhaus erstellt werden.

Kempten – Der große Wurf für die Kemptener Museenlandschaft ist weiterhin nicht in Sicht. Ausgaben in Höhe 150 000 Euro sieht der Finanzplan bis 2017 vor – für ein Konzept für das Zumsteinhaus, das im kommenden Jahr angefertigt werden soll.

Viel zu wenig, fanden am Donnerstag mehrere Stadträte im Haupt- und Finanzausschuss. Warum jetzt 150 000 Euro für ein Gutachten ausgeben, wenn sich vor 2017 in Sachen Museumskonzept nichts tue, wollte Stadtrat Helmut Hitscherich (UB/ödp). Zumal auch darüber hinaus fraglich sei, ob Geld für den Umbau der Museenlandschaft jemals da sein werde. Auch Hildegard Greiter (CSU), Kulturbeauftragte des Stadtrats, wunderte sich darüber, dass das Zumsteinhaus offenbar wieder auf die lange Bank geschoben werden soll. Bislang steht offenbar nur fest, dass dort die Geschichte der Doppelstadt dargestellt werden soll und es keinen Anbau an das historische Gebäude geben wird. „Ich habe Angst davor, dass man es vergisst“, sagte sie. „Schwuppdiwupp ist es weg.“ 

Alexander Hold von den Freien Wählern warnte ebenfalls: „Das kann nicht auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben werden“, sagte er. „2016 müssen wir uns in den Kopf setzen, es umzusetzen“, so sein Appell. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) hielt entgegen, dass man zunächst ein Konzept brauche, wie die Geschichte der Doppelstadt im Zumsteinhaus umgesetzt werden könne, um überhaupt etwas zu den Kosten sagen zu können. „Sonst werden wir nie dazu kommen, es einzutüten.“ Erwin Hagenmaier (CSU), Thomas Hartmann (Grüne) und Ludwig Frick (SPD) sprachen sich dagegen aus, feste Summen in den Finanzplan zu schreiben. „Mit jeder Summe, die wir reinschreiben, verringern wir unsere Rücklage“, warnte Frick. Hartmann nannte das Festlegen auf eine bestimmte Summe hingegen „unseriös“, während Hagenmaier den neuen Stadtrat in der Verantwortung sah. 

Doch auch wenn Greiter wie angekündigt nicht mehr im nächsten Stadtrat vertreten sein wird, müsse sie sich um das Zumsteinhaus keine Sorgen machen, beruhigte Hartmann: „Wir werden das Zumsteinhaus nicht vergessen.“

Matthias Matz

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