Haushaltsberatungen

Was ist der Stadt Kempten Kultur wert?

Sankt-Mang-Platz Kempten Kunstnacht Kempten 2017
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Stadtrat Andreas Kibler (FW-ÜP) lobte das Programm, gab allerdings zu bedenken, dass 85.000 Euro für das nur einen Tag dauernde „absolute Highlight“ Kunstnacht zu viel seien.
  • VonHelmut Hitscherich
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Kempten - Münzen, Erasmuskapelle, Erinnerungskultur: Fast 80 Minuten wurde in den Haushaltsberatungen über den Etat des Kulturamtes debattiert.

Deshalb sah sich OB Thomas Kiechle dazu veranlasst, zu mahnen: „Wir sind hier nicht im Kulturausschuss, sondern befassen uns mit dem Haushalt und ich bitte darum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und keine persönlichen Interessen in den Vordergrund zu stellen. Solche Fragen können im Zweiergespräch beantwortet werden.“ Die Erneuerung der Dauerausstellung von 1986 im Tempelbezirk des Archäologischen Parks (APC) soll abgeschlossen werden.

Ferner ist der Ankauf historischer Münzen und Exponate der Ausstellung City-X im Bürgerraum vorgesehen, was Thomas Hartmann (Grüne) hinterfragte, ob denn der Kaufpreis einer Marktregel entspreche. Laut Kulturamtsleiter Martin Fink wird der geschätzte Wert von einem Münzsachverständigen festgelegt. „Die Münzen sind einmalig, z.B. der Goldtaler der Stadt Kempten.“ Laut seines Vorschlags sollen die in seinem Budget eingeplanten Gelder für die kulturhistorischen Routen mit Schwerpunkt Römer im öffentlichen Raum gestrichen und beim Zuschuss für das KKU angesetzt werden, da Kempten Tourismus die Federführung bei dem Projekt haben wird.

Weitere Maßnahmen sind:

  • die Erneuerung der Ausstellung Kleine Thermen;
  • im Chapuis-Park soll das Backhaus erneuert und ein Glasofen gebaut werden.
  • Dass die multimediale Präsentation in der Erasmuskapelle erneuert werden müsse, stellte Helmut Berchtold (CSU) in Frage. „Die Notwendigkeit ist zu prüfen“, räumte Kiechle ein.
  • Für kulturelle Veranstaltungen im APC, wie u.a. APC-Sommer und Römerfest, für die neue Veranstaltungsreihe „Handwerkerwochenenden“ sowie die Kunstnacht wurden Haushaltsmittel bereitgestellt.
  • Stadtrat Andreas Kibler (FW-ÜP) lobte das Programm, gab allerdings zu bedenken, dass 85.000 Euro für das nur einen Tag dauernde „absolute Highlight“ Kunstnacht zu viel seien.

Erinnerungskultur zu teuer?

Berchtold (CSU) hatte Einwände, was die Sachverständigenkosten zur wissenschaftlichen Bearbeitung der NS-Zeit in Kempten und der Erinnerungskultur betrifft. Er verstehe nicht, warum für das Thema Erinnerungskultur überhaupt Kosten entstünden, „das soll doch mehrheitlich von Ehrenamtlichen gemacht werden“. Prof. Dr. Robert Schmidt (CSU) regte an, bei der Hochschule nachzufragen, ob jemand eine Bachelor- oder Masterarbeit zu diesem Themenkomplex schreiben könne.

Katharina Schrader (SPD) gab zu bedenken, dass nicht der Eindruck entstehen dürfe, das alles werde mit Ehrenamtlichen gemacht. „Dazu benötigt man Zuarbeit und entsprechende Dissertationen, Sachverständige müssen zu Rate gezogen werden“, betonte sie.

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