Wasser wird teurer

Wasser wird in Kempten zum neuen Jahr teurer. Die Mehreinnahmen sollen für die Infrastruktur wie Anschlüsse vorgehalten werden. Foto: Matz

Das Kemptener Kommunalunternehmen (KKU) will mehr Gerechtigkeit und Transparenz bei den Wassergebühren und erhöht deshalb zum 1. Januar die Preise. Darauf hat sich der Verwaltungsrat am Donnerstagabend geeinigt. So wird die Grundgebühr im Bereich Wasser von elf auf 33 Euro erhöht und im Bereich Abwasser eine Grundgebühr von 24 Euro eingeführt. Im Gegenzug gibt es aber auch Gebührensenkungen. „So wird eine gerechtere Verteilung und höhere Transparenz der Kosten und ihrer Gebühren möglich“, freute sich KKU-Chef Thomas Siedersberger. Die neue Gebührensatzung gilt zunächst bis 2014.

Künftig beträgt die jährliche Grundgebühr im Bereich Wasser statt bislang knapp elf Euro 33. Die Verbrauchsgebühr wird von 1,25 Euro pro 1000 Liter auf 1,45 Euro angehoben. Im Bereich Abwasser wird dagegen ab Januar eine Grundgebühr von 24 Euro pro Jahr erhoben. Im Gegenzug sinkt die Schmutzwassergebühr von 1,90 Euro/1000 Liter auf 1,77 Euro. Die Niederschlagswassergebühr beträgt künftig 0,51 Euro statt 0,46. Kostenloser Service Als Grund für die Preiserhöhung führte Siedersberger das bisherige Finanzierungsmodell sowie die Notwendigkeit, Geld für die Infrastruktur vorzuhalten, an. Denn bislang mussten Grundstückseigentümer – egal ob Privatpersonen oder Firmen – nichts für ihren Wasseranschluss zahlen. Und ging der einmal kaputt, reparierte das KKU kostenlos. In Memmingen dagegen müssen Grundstücksbesitzer bereits 1460 Euro allein für den Wasseranschluss zahlen. Diese Mitte der 90er Jahre beschlossene Modell führte jedoch dazu, dass die tatsächlichen Kosten für den Wasseranschluss schon bald nicht mehr gedeckt werden konnten. „Wir haben eine sehr geringe Beitragsfinanzierung in Kempten“, so Siedersberger. „Somit wurden diese Kosten bisher hauptsächlich über die Verbrauchsgebühr abgedeckt, da auch die Grundgebühr sehr gering war bzw. im Bereich Abwasser überhaupt keine Grundgebühr erhoben wurde“, erläuterte er den Verwaltungsräten. Das Ergebnis war mit der Zeit allerdings ein Ungleichgewicht: Während Grundstückseigentümer kaum etwas zahlen mussten, stopfte der durchschnittliche Verbraucher das Loch durch höhere Gebühren. „Deshalb erhöhen wir mit der Grundgebühr die anteiligen Kosten der Eigentümer und reduzieren den Anteil der Verbraucher an solchen Fixkosten“, so Thomas Siedersberger. Der KKU-Chef betonte, dass das KKU durch die Mehreinnahmen keinen Gewinn erziele. „Sie decken lediglich die laufenden Kosten“, betonte er. Die Mehrheit der Verwaltungsräte bis auf Dr. Philipp Jedelhauser (UB/ödp) stimmten der Erhöhung zu und verwiesen auf die Top-Qualität des Kemptener Wassers. „Qualität hat ihren Preis“, meinte beispielsweise Dieter Zacherle (FW). Erwin Hagenmaier, Fraktionschef der CSU, bezeichnete die Änderung als „moderate Angelegenheit“. „Wir stellen mit Frischwasser das wichtigste Lebensmittel überhaupt unglaublich günstig an“, betonte er. „Diese Dienstleistung muss es dem Bürger wert sein“, ergänzte Siegfried Oberdörfer (SPD).

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