JHV bei der WBV

Weniger Zinsen, weniger Holz

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Einer der Ehrengäste der WBV-Jahreshauptversammlung ist Landrat Gebhard Kaiser, der sich mit einem Grußwort an der versammelten Waldbesitzer richtete.

Wiggensbach – Im vergangenen Jahr gingen die Holzeinschläge erheblich zurück. Dieser Sachverhalt war neben dem Geschäfts- und Finanzbericht, dem Bericht des Kassenprüfers, der Entlastung des Vorstandes und einer Satzungsänderung der wesentliche Tagesordnungspunkt der Jahresversammlung der WBV.

Die 1969 gegründete Waldbesitzervereinigung vermarktet unter anderem die Holzeinschläge ihrer rund 1500 Mitglieder. Auch um die Forstpflege kümmert sich die WBV-Mitglieder auf Anfrage.

„Mich wundert es nicht, dass beim derzeitig niedrigen Zinssatz und der Eurokrise die Waldbesitzer lieber ihren Wald stehen lassen, als das Holz einzuschlagen und es zu veräußern”, sagte jetzt der Bezirkspräsident des Bauernverbandes, Alfred Enderle, in seinem Grußwort an die rund hundertzwanzig anwesenden Mitglieder. „Die richtige Weichenstellung für eine lohnende Wald- und Forstwirtschaft muss schon aus der Politik kommen”, so Enderle weiter. „Und wenn man sieht, dass die EU wie in Zypern auf die Spareinlagen der Anleger durchgreifen kann, so haben viele eben lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach”.

Zuvor hatte WBV-Geschäftsführer Bernhard Vollmar bei der Präsentation des Geschäfts- und Finanzberichts für das Jahr 2012 betrübliche Zahlen genannt: Die Vermarktungsmenge an Holz ging im vergangenen Jahr von rund 45 200 Festmeter (FM) in 2011 auf nur noch 34 500 FM im Jahr 2012 zurück. Den Löwenanteil machte 2012 wieder das Stammholz mit rund 30 800 FM, aus, gefolgt von 2660 FM Hackgut. Es wurden vorwiegend Nadelhölzer von 404 Mitgliedern an die WBV geliefert. Nutzholz, das dann an Sägewerke, an Biomassebetriebe oder Holzhändler vermarktet wurden. Insbesondere Veräußerungen von größeren Mengen Holz durch WBV-Mitglieder gingen deutlich zurück.

Einsparungen drohen

Diese Abnahme konnte auch nicht durch einen nominalen Zuwachs an Verkäufen im Segment mit weniger als 25 FM kompensiert werden. Auch ein leichter Zuwachs bei den Waldpflegeverträgen von 75 im Jahr 2011 auf 79 im Jahr 2012 konnte nach der Gesamtbilanzierung aller Einnahmen und Ausgaben des Geschäftsjahres 2012 den Verlust von rund 26 170 Euro nicht kaschieren.

Die Ursache sieht Geschäftsführer Bernhard Vollmar im Rückgang der Vermarktungsmenge: „Zwar sei ein solcher Verlust verschmerzbar”, so Vollmar in seinem Résumé, „allerdings werden wir nicht um Kosteneinsparungen herumkommen”. Er kündigte diese bei der inneren Abwicklung an und einer noch stärkeren Nutzung von elektronischen Medien, die die Portokosten senke. Als segensreich habe sich auch die Anschaffung einer neuen EDV-Anlage erwiesen, die die Finanzbuchhaltung, die Mitgliederverwaltung, den Waldinfoplan und die Warenwirtschaft effizienter gemacht hat.

Im Rahmen des Geschäftsberichtes ging der Geschäftsführer auch auf andere Aktionen der WBV ein. So wurden in 2012 sieben Waldbegänge, fünf Motorsägekurse und eine Lehrfahrt mit 62 Teilnehmer veranstaltet. Die WBV zeigte im vergangenen September auch wieder Präsenz beim Familientag in der Kemptener Innenstadt. Dort war man mit einer „Spielstation” vertreten, an dem Kinder die Höhe von Bäumen erraten konnten. Als besondere Aktion hob Vollmar auch einen Stand vor dem EDEKA-Markt in Lenzfried hervor. Die Handelskette will zukünftig ausschließlich Holz- und Papierprodukte verwenden, die dem zertifizierten FSC-Standard entsprechen. Das sei eine willkommene Gelegenheit für die WBV gewesen, mit einem Infostand auf die Verwendung heimischen Holzes zu verweisen, das als besonders hochwertig, nachhaltig und wirtschaftlich gilt. 

Einstimmige Entlastung

Nach diesen Erläuterungen zum vorliegenden Geschäftsbericht wurde den anwesenden Mitgliedern der Kassenbericht vorgestellt und anschließend kam es trotz des erwähnten Verlustes zur Entlastung des Vorstandes ohne Gegenstimme. In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde durch Vorstandsmitglied Hugo Wirthensohn den Mitgliedern eine notwendige Satzungsänderung erläutert. Hier wurden die Anwesenden in einer Abstimmung gebeten, den notwendigen Änderungen einiger Paragraphen zuzustimmen. Die notwendige Zweidrittel-Mehrheit wurde in allen beroffenen Paragraphen erreicht.

Am Ende des Abends referierte der Vorsitzende des Landesbeirates Holz in Bayern, Dipl. Ing. Alexander Kirst, vor den Mitgliedern und Vorstand der WBV, den geladenen Ehrengästen wie Landrat Gebhard Kaiser (CSU), Landtagsabgeordneter Ulrike Müller (FW) und eben Alfred Enderle, zum Thema „Forst und Holzwirtschaft auf neuen Wegen”.

Jörg Spielberg

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