Weihnachtliches Westallgäu

Der Advent hält Einzug in der Region. Mit dem Weihnachtsmarkt in Simmerberg, der stimmungsvollen Beleuchtung am Kornhaus in Weiler und mit dem Scheidegger Christkindlmarkt wurde die Adventszeit im Westallgäu eröffnet.

Dicht gedrängt standen die Menschen am vergangenen Sonntag im Karree der mehr als 20 Weihnachtsmarktstände in Simmerberg. Es war deutlich zu spüren, wie sehr die Besucher auf den ersten Weihnachtsmarkt in der Region gewartet hatten. Der Marktplatz war proppevoll und insbesondere vor den Bewirtungsständen gab es kaum ein Durchkommen. Die Besucher fühlten sich sichtlich wohl und für die Veranstalter, die Freiwillige Feuerwehr, war es ein voller Erfolg. Eher besinnlich ging es dagegen am Wochenende im Kornhaus in Weiler zu. Unter dem Motto „In Dulci Jubilo“ lädt der Westallgäuer Heimatverein an allen vier Adventswochenenden zum festlichen Advent in das Museum ein. Den Auftakt machte am Samstag Angela Schlögel mit einem Harfenkonzert. Die Harfe ist das Instrument der Engel und unzählige Engel gibt es auch in der Ausstellung zu sehen. Daneben wird kunstvoller Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge und dem Thüringer Wald gezeigt, es gibt Holzmodeln und Springerle, Käthe-Kruse-Puppen und Teddybären. Im Kabinett laden Jürgen Moos und Petra Raid zur Kunstbegegnung mit Engeln aus Olivenholz und Rakuton. Engel aus der Barockzeit und aus der Renaissance entfalten ihre Pracht. Die Ausstellung und das Ambiente sind einfach wunderschön. Die Stimmung ist im Kornhaus vielleicht auch deshalb so weihnachtlich, weil es im Gegensatz zu anderen Weihnachtsmärkten hier keine Bratwurst gibt. Statt dessen bieten Franziska Katzer und Sara Bilgram selbstgebackene Weihnachtsleckereien an. Neben dem Gebäck duftet es nach Glühwein, Apfelpunsch und Zitronentee. Auch Marmelade, die die Schülerinnen selbst gekocht haben, haben sie im Angebot. Franziska und Sara gehen in die Klasse M 8 der Hauptschule Weiler. Insgesamt sind es acht Klassenkameradinnen, die an diesem Projekt teilnehmen und die Bewirtung der Besucher organisieren. Spenden für Uganda Luise Michael, ihre Hauswirtschaftslehrerin, hat sie auf diese Idee gebracht und das Projekt initiiert. Der Verkaufserlös geht an die Mädchenschule Gulu in Uganda, die von den Camonbi Missionaren betrieben und unterstützt wird. „Wenn wir hier in Weiler fünfzig Cent einnehmen, dann bin ich mir sicher, dass genau fünfzig Cent in der Schule in Uganda ankommen“, sagte Luise Michael mit Überzeugung. Am kommenden Mittwoch, 10. Dezember, werden die Schülerinnen auch den Elternadventsabend in der Grundschule in Weiler bewirten. Sie hoffen auf einen regen Besuch und freuen sich auch auf Spenden für das Schulprojekt in Uganda. Einige Schritte weiter, neben einem wunderschön geschmückten Weihnachtsbaum sitzen Erika Klaschka und Karin Lang vor ihren Klöppelbrettern. Goldene Glocken, Engel, Sterne und andere fein gearbeitete Motive schmücken den Christbaum. Alle Arbeiten sind auf den Klöppelbrettern der beiden Damen entstanden. Zwischen vier und sechs Stunden benötigen sie für einen Stern oder einen Engel. Kunstfertig schlagen sie die Klöppel mit den Goldfäden um die eingesteckten Nadeln. Erika Klaschka ist vor 20 Jahren durch einen Kurs in der Volkshochschule zum Klöppeln gekommen. Seither hält sie die Faszination dieses alten Kunsthandwerks gefangen. „Man braucht nur ein Brett, einen Klöppelbrief, eine Folie zum Abdecken, das auf die Klöppel gewickelte Garn und viel Geduld“, so einfach beschreibt Karin Lang aus Kleinweilerhofen das Kunsthandwerk, dem sie sich seit 16 Jahren verschrieben hat. Großer Andrang in Scheidegg „Manchmal riecht man es sogar, wenn ich klöpple“, sagt Erika Klaschka mit einem humorvollem Lachen „dann vergesse ich einfach die Zeit und lasse das Essen anbrennen.“ Die beiden Kunsthandwerkerinnen werden den Besuchern an allen vier Adventswochenenden die Entstehung der filigranen Kunstwerke zeigen und der handgearbeitete Schmuck kann auch käuflich erworben werden. Das erste Wochenende fasst Karin Lang so zusammen: „Der Besuch war gut, das Interesse groß, der Verkauf aber eher mäßig.“ Auch der Christkindlmarkt in Scheidegg war bestens besucht. Christian Reichart, der Vorsitzende des Scheidegger Verkehrsvereins, zog eine positive Bilanz. „Ich habe gefühlte 3750 Tassen gespült“, sagte Berit Brattge am Sonntagabend, als der zweitägige Markt zu Ende ging. Die wunderschön dekorierten Stände, die rund um die Kirche aufgebaut waren, Führungen durch das Heimathaus und eine Ausstellung mit Christbäumen und Teddybären hatten zahlreiche Besucher nach Scheidegg gelockt. Conny Bude aus Hergensweiler erhielt den ersten Preis für den schönsten Stand. Die beiden Scheidegger Ilonka Sohm, mit einem kunsthandwerklichen Angebot, und Werner Hölzler, der Schnitz- und Drechselarbeiten ausstellte, konnten sich über den zweiten und dritten Preis freuen. Die Adventszeit im Westallgäu ist nun eröffnet. Am kommenden Wochenende laden Weiler und Lindenberg zu ihren Weihnachtsmärkten ein. Die Weihnachtsmärkte in Opfenbacher, Oberreute und Maierhöfen folgen dann am dritten Adventswochenende.

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