Diakonie hilft aus der Schuldenfalle

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Die Schuldnerstelle der Diakonie Kempten-Allgäu in der Illerstraße 13.

Kempten – In diesen Tagen erhalten viele Weih-nachtsgeld. Für so manchen ist es ein willkommener Bonus, mit dem Geschenke bezahlt oder die jährlichen Versicherungen zum Jahres-wechsel abgeglichen werden. Hat jemand jedoch Schulden, muss er immer auch Lohn- und Kontopfändungen einkalkulieren.

Dann kann es vorkommen, dass in diesem Zuge auch das Weihnachtsgeld eingezogen wird. So erging es beispielsweise Walter F. aus Kempten. Erst die kostenfreie Information bei der Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie Kempten Allgäu half ihm, das Weihnachtsgeld auf seinem Konto zu sichern. Fassungslos hatte der Arbeiter in diesen Tagen auf seinen Kontoauszug geschaut. Da er seit einiger Zeit ein guthabenorientiertes Pfändungsschutzkonto (P-Konto) hatte, sah er seine Weihnachtsgratifikation vor den Gläubigern geschützt. Doch weit gefehlt – wie in den vergangenen Monaten, blieb ihm nur der Grundfreibetrag von 1028,89 Euro. „Das Weihnachtsgeld ist futsch“, erklärte er bestürzt Susanne Greiner von der Schuldnerberatungsstelle. „Nach dem Lohnpfändungsrecht stehen Ihnen vom Weihnachtsgeld 500 Euro zu“, klärte die Expertin den Mann auf. „Sie müssen innerhalb vier Wochen beim Vollstreckungsgericht die Freigabe des unpfändbaren Teils des Weihnachtsgelds beantragen.“ Das Gericht erlässt dann einen Beschluss, der die Bank berechtigt, das Weihnachtsgeld auszuzahlen. Das gleiche gilt, wenn bereits beim Arbeitgeber der Lohn gepfändet wird und nach der Tabelle ein höherer unpfändbarer Betrag belassen werden müsste. „Eine P-Konto-Bescheinigung zur Vorlage bei der Bank ist dafür nicht ausreichend. Das wissen aber nicht viele“, informiert die Beraterin. Mit Hilfe der Schuldnerberatung konnte der Arbeiter gerade noch rechtzeitig aktiv werden und sich sein Weihnachtsgeld sichern.
Geänderter Schutz
Weitere Informationen zum P-Konto, zu Schulden und wie man sie in den Griff kriegen kann, erhält man bei der örtlichen Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle der Diakonie Kempten-Allgäu in der Illerstraße 13 oder unter der Telefonnummer 0831/54 059 52. Seit dem 1. Januar 2012 hat sich der Pfändungsschutz für gepfändete und von Pfändung bedrohte Girokonten geändert. Lohnzahlungen und auch Sozialleistungen sind nur noch über ein sogenanntes P-Konto vor Pfändung geschützt. Hier sind jedoch einige Regeln zu beachten: Das  Konto muss zunächst in ein guthabenorientiertes Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umgewandelt werden. Diese Umwandlung muss spätestens vier Wochen nach Eingang der Pfändung bei der Bank erfolgen. Sie geschieht in der Regel durch den Abschluss einer Zusatzvereinbarung. Hierzu sind alle Banken und Sparkassen gesetzlich verpflichtet.Wenn das Konto des Betroffenen bereits in ein P-Konto umgewandelt wurde, beträgt der Grundfreibetrag für den Kontoinhaber 1028,89 Euro. Diese Summe entspricht aber oft nicht dem tatsächlichen Einkommen – oder reicht gerade für Familien und Alleinerziehende oft nicht aus. Deshalb hat der Gesetzgeber vorgesehen, dass eine Erhöhung des Freibetrags durch eine sogenannte P-Kontobescheinigung erreicht werden kann. Unterhaltsberechtigte Ehepartner, Kinder oder auch Zahlungen wie Pflegegeld, Kindergeld, oder Einmalzahlung von Sozialleistungen werden hierbei berücksichtigt.
Kostenlose Bescheinigung
Diese Bescheinigung kann man bei der örtlichen, staatlich anerkannten Schuldnerberatungsstelle (kostenfrei), beim Sozialleistungsträger oder über einen Rechtsanwalt (meist kostenpflichtig) erhalten.

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