Vorsicht: Weihnachten!

Das Fest der Freude stellt die Menschen in diesem Jahr vor ungeahnte Herausforderungen

Hund in Nikolauskostüm
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Flocki – der „knuffel contact“ im Kreisboten-Team. Zum Fest hat er sich für das Team fein gemacht und ließ sich gerne seinen „Festtagsbraten“ schmecken: ein Bio-Putenwienerle.

Kempten/Oberallgäu – Als die belgische Regierung im November strenge Kontaktbeschränkungen erließ, sahen die neuen Infektionsschutzregeln ausdrücklich vor, dass jedeR einen „knuffel contact“ haben dürfe, um seine psychische Gesundheit zu erhalten. Alleinlebenden wurden sogar zwei „cuddle buddies“ gestattet – Kumpels oder FreundInnen, die einen auch mal umarmen, mit denen man Arm in Arm spazieren geht oder sogar kuschelt.

Während der Regierungschef eines anderen europäischen Landes mit den Worten „Treffen Sie niemanden!“ zu großer Vorsicht mahnte, berücksichtigten die Verantwortlichen in Belgien die enorme Bedeutung, die Berührungen für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen haben. So haben zahlreiche Studien gezeigt, dass selbst Berührungen, die nur eine Sekunde andauern, positive Gefühle vermitteln können, etwa Zuneigung, Ermutigung oder Dankbarkeit. Auch wenn noch lange nicht alle neurobiologischen Wirkmechanismen erforscht sind, lässt sich offenbar nachweisen, dass eine Umarmung im menschlichen Körper Reaktionen auslöst, die für Entspannung sorgen, das Immunsystem stärken, Ängsten und Depressionen entgegenwirken.

Dass die Nähe zu anderen Menschen seit Beginn der Pandemie auch eine konkrete gesundheitliche Gefahr bergen kann, nötigt im Alltag zu schmerzlichen Entscheidungen: In Alten- und Pflegeheimen sind Bewohner und Besucher häufig durch Plexiglas-Scheiben voneinander getrennt. Eltern müssen ihren Kindern verbieten, beim Ballspielen in der Nachbarschaft das Rempeln, Raufen oder Schulterklopfen zu genießen.

Vielleicht macht der Verzicht auf viele soziale Kontakte aber auch eine Erfahrung bewusst, die sich ebenfalls biochemisch bestätigen lässt: Auch Freundlichkeit ‚auf Abstand‘ wirkt sich positiv auf das alltägliche Miteinander und den menschlichen Organismus aus. In vielen Situationen genügt ein Satz, ein Gruß oder ein Lächeln (mit den Augen), um dem Anderen ein wenig wohltuende Aufmerksamkeit und Zuwendung zu schenken. Freundlichkeit als Haltung, die allen Menschen auf Augenhöhe und mit Respekt begegnet, unabhängig davon wie nützlich mir der andere ist, könnte sogar ein politisches, weltveränderndes Potential haben.

Wer keinen menschlichen Kuschelpartner hat, muss nicht verzweifeln. Auch das Streicheln von Hunden baut Stress ab. Flocki – der „knuffel contact“ im Kreisboten-Team. Zum Fest hat er sich für das Team fein gemacht und ließ sich gerne seinen „Festtagsbraten“ schmecken: ein Bio-Putenwienerle.

Das Kreisboten-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest!

kb

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