Bürgerbefragung geplant

"Müssen mehr investieren"

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Der Kemptener Weihnachtsmarkt ist jedes Jahr Treffpunkt für Kemptener und Allgäuer und Anziehungspunkt für Touristen. Immer wieder wird jedoch Kritik am Erscheinungsbild des Marktes laut, weshalb heuer eine Bürger- und Ausstellerbefragung erfolgen soll.

Kempten – Um herauszufinden, wie zufrieden Besucher und Händler mit dem Kemptener Weihnachtsmarkt sind, wird heuer eine entsprechende Befragung durchgeführt. Damit reagiert der Kempten Tourismus- und Veranstaltungsservice (KTV) auf einen Antrag von CSU-Stadtrat Peter Wagenbrenner.

KTV-Geschäftsführer Heinz Buhmann machte am Dienstagnachmittag im Werkausschuss aber auch klar: Wenn am Weihnachtsmarkt etwas geändert werden soll, muss auch wieder Geld in die Hand genommen werden dürfen.

Seit dem Jahr 1982 gibt es den Kemptener Weihnachtsmarkt. Seitdem ist er jährlich in den Wochen vor Weihnachten Treffpunkt der Kemptener und Allgäuer und zieht Touristen an. Trotzdem werden immer wieder Stimmen laut, die fordern, den Weihnachtsmarkt attraktiver zu machen. In einem Antrag regte Wagenbrenner daher an, Standort, Dauer und Erscheinungsbild des Marktes zu überdenken. Außerdem schlug er eine Bürger- und Ausstellerbefragung vor.

„Die Gewinnung qualitativ guter Händler wird zunehmend schwieriger“, machte Buhmann im Werkausschuss auf ein Problem aufmerksam. Dies sei jedoch nicht nur in Kempten so, auch andere Städte der Größe Kemptens hätten damit zu kämpfen. Ein Grund hierfür sei, dass es immer mehr kleinere Weihnachtsmärkte in den umliegenden Gemeinden gebe. Auch heuer sei der Weihnachtsmarkt noch nicht ausgebucht. „Wir haben zwar schon viele Anmeldungen, aber wir wollen nicht zu viele gleiche Anbieter“, erklärte er, warum der KTV in den kommenden Wochen noch Akquise betreiben müsse.

Standsharing (tage- bzw. wochenweise Belegung der Hütten) ist in den vergangenen Jahren ebenfalls schon angeboten worden. Allerdings wollten laut Katharina Nießl von der Tourist-Info alle die Tage vor Weihnachten, weshalb es nicht funktionierte.

In Bezug auf die Wahrnehmung des Kemptener Weihnachtsmarktes meinte der KTV-Geschäftsführer, dass oft zu hören sei, jeder zweite Stand sei ein Imbissstand. Fakt ist aber, dass maximal 16 der insgesamt 60 bis 65 Stände Imbissstände sein dürfen. „In den letzten Jahren hatten wir jeweils 15.“ Den Markt mit Imbissständen zu füllen, wäre übrigens kein Problem. „Hier haben wir eine hohe Anmeldezahl“, so Buhmann.

Insgesamt werde der Kemptener Weihnachtsmarkt aber durchaus positiv gesehen – zumindest bei den auswärtigen Gästen. Auch viele Busgruppen kommen jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit nach Kempten.

Dass sich in den vergangenen Jahren nichts Wesentliches am Erscheinungsbild des Marktes getan habe, sei auch der Vorgabe der Kostenreduzierung geschuldet. „Unseres Erachtens wäre es dringend notwendig in den Weihnachtsmarkt zu investieren“, betonte Buhmann. Aufgrund der Forderung des kontinuierlichen Abbaus des jährlichen Defizits sei dies jedoch in den letzten drei Jahren nicht möglich gewesen.

Auch für dieses Jahr seien die Mittel mehr als knapp, weshalb Buhmann vorschlug, Mittel aus dem Tourismusmarketing zur Attraktivitätssteigerung des Weihnachtsmarktes einzusetzen. Diesen Vorschlag fand SPD-Stadträtin Ingrid Vornberger gut, denn „wir müssen mehr investieren“.

Auf dem Markt selber soll in diesem Jahr eine Besucher- und Händlerbefragung durchgeführt werden, um eine repräsentative Meinung zu erhalten. „Auf dieser Basis sollen dann die Planungen für 2015 vorangetrieben werden“, so Buhmann.

„Ich finde unseren Weihnachtsmarkt grundsätzlich gut. Mein Eindruck ist, dass viele Besucher vom Flair begeistert sind“, meinte Harald Platz (CSU). Von einer von manchen angesprochenen Verkürzung der Marktdauer hielt er nichts, da „die Kosten für Aufbau und Beleuchtung gleich bleiben“. OB Thomas Kiechle ist der Meinung, dass man „an gewissen Stellschrauben drehen kann“, insgesamt könne sich der Markt jedoch sehen lassen.

Melanie Läufle

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