Seit Sonntag sind sie in Kempten. In wenigen Tagen werden die Flüchtlinge weiter verteilt.

Wohin geht es weiter?

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Seham Alsharaba (re.) hat wie die meisten der am Sonntag in Kempten eingetroffenen Flüchtlinge eine gefährliche Reise hinter sich.

Kempten – Zum Teil haben sie abenteuerliche Reisen hinter sich, die im Schnitt zwischen zwölf und 30 Tagen dauerten. Vergangenen Sonntag sind 200 Flüchtlinge, vor allem aus Syrien, einige auch aus Afghanistan, dem Irak und aus Pakistan, im Klecks zur Erstaufnahme angekommen.

Bislang sei alles „super gelaufen“ meint Christina Böttger-Lang, die neben ihrer ehren- amtlichen Tätigkeit in der Unterbringung im Siedlerweg und als Deutschlehrerin auch hier zur Hand geht. Ihr gehen die im Siedlerweg untergebrachten syrischen Flüchtlinge, die bis vor Kurzem noch selbst im „Klecks“ wohnten bei der Essensausgabe zur Hand: Rindergeschnetzeltes mit Gemüse und Reis und natürlich ein Nachtisch. „Excellent“, lobt Seham Alshababa das Mahl in fließendem Englisch. Sie ist mit ihrem 18-jährigen Sohn in einer zwölftägigen „gefährlichen“ Odyssee aus Syriens Hauptstadt Damaskus geflohen. Ihren 15-jährigen Sohn, der „Soldat in Aleppo ist“, musste sie zurücklassen, erzählt sie und ihre Stimme wird kurz brüchig. Da habe das Geld nicht gereicht. 5000 Euro habe sie für sich und den einen Sohn bezahlt. Mehrere Fußmärsche haben sie hinter sich, ohne Essen oder Unterkunft, dann eine Fahrt im Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland. „Es war kein Benzin im Tank und wir mussten die Strecke paddeln“ erzählt sie unter bekräftigendem Kopfnicken einer Familie, die ebenfalls unter den 52 Bootsinsassen war. Sie seien alle nun hier. Seham Alsharaba ist erstmal froh hier zu sein, auch wenn alles Weitere noch sehr ungewiss ist. Sie hofft auf eine Zukunft in Deutschland für ihren Sohn und sich, aber sie hofft auch, eines Tages zurückkehren zu können.

„Man hat gemerkt, sie sind erschöpft“, erzählt Böttger-Lang vom Ankunftstag. Die Busse mit jeweils circa 50 Personen seien in guten Abständen gekommen, so dass die Registrierung und ärztliche Untersuchung problemlos gewesen seien.

Christine Tröger

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