"Welch Holz zum Walde passt"

6. Allgäuer Waldwirtschaftsgespräche in Sulzberg

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Im Anschluss an den Impulsvortrag von Dr. Udo Sauter diskutierten Vertreter aus der Wertschöpfungskette „Holz“ mit dem Publikum: (v.l.) Christoph Scheule, Moderator, Dr. Udo Sauter, Abtl. Waldnutzung an der Forstwirtschaftlichen Versuchsanstalt Freiburg, Philip Leube, Architekt f64, Richard Forster, GF Zimmerei Forster, Max Weihele, GF Sägewerk Weihele und Johann Jordan, 1. Vorsitzender Waldbesitzer FBG Oberallgäu.

Sulzberg – Der Klimawandel, ob durch den Menschen verursacht oder nicht, ist nicht zu leugnen und dieser wird viele Lebens- und Wirtschaftsbereiche beeinflussen.

Auch die Wald- und Forstwirtschaft muss angesichts steigender Durchschnittstemperaturen überlegen, welche Baumarten zukünftig dem Klimawandel standhalten und zudem für die Verwerter wirtschaftlich sind. Zu einer Podiumsdiskussion zu diesem Thema hatte der Allgäuholz Markenverband e.V. in den Gasthof Hirsch nach Sulzberg eingeladen. 

Im Rahmen dieser 6. Allgäuer Waldwirtschaftsgespräche erörterten Experten vor dem Hintergrund des Klimawandels, welche Auswirkungen sich schnell ändernde, präzis formulierte Normen bei der Verwendung von Holz auf den Waldbau und die Zusammensetzung der Baumarten haben können. Wie können Erzeuger und Verwerter des Baustoffs Holz, unter anderem organisiert zu Selbsthilfegruppen, verhindern, dass der Roh- und Baustoff Holz vor diesem Hintergrund durch ungeeignete und übertriebene Vorschriften verdrängt wird?

Was ist gutes Holz?

Eingeladen, um zu diesem Thema zu sprechen, hatte der Allgäuholz Markenverband e.V., unter seinem 1. Vorsitzenden Andreas Täger, den renommierten Holzwissenschaftler Dr. Udo Sauter von der Forstwirtschaftlichen Versuchsanstalt aus Freiburg. In einem Impulsvortrag sprach er über die bedeutendsten Qualitätsparameter (Ästigkeit, Dichte und Fäule) bei der Produktion von Fichten- und Tannenschnittholz für die Verwendung als Konstruktionsholz insbesondere bei der Weiterverarbeitung zu modernen Vollholzprodukten wie KVH, BSH und BSP. „Im Ergebnis“, so Sauter, „können durch solide Bestandsbehandlung und saubere Waldbewirtschaftung tolerierte Ausprägungen dieser Qualitätsparameter erzielt werden“. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen zur Qualität von Holz kommen auch immer mehr modernste Technologien wie Computertomographen zum Einsatz, wie der Holzexperte anhand von Folien aufzeigte. Dabei empfiehlt Dr. Sauter die wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnisse aus den Forschungsbereichen Waldwachstum und Holztechnologie als Richtschnur für die Produktion von hochwertigem Rund- und Schnittholz zu nutzen.

Im Anschluss an den Impulsvortrag diskutierten verschiedene Vertreter der Wertschöpfungskette „Holz“ aus einer Diskussionsrunde heraus mit den rund 60 Gästen des Abends. Moderiert wurde die Runde, die sich aus den Experten Dr. Udo Sauter, Abtl. Forstwirtschaftliche Versuchsanstalt Freiburg, Johann Jordan, dem 1. Vorsitzenden der FGB Oberallgäu e.V., Max Weihele, Geschäftsführer des Sägewerks Weihele, Richard Forster, Geschäftsführer der Zimmerei Forster und dem Archtiekten Philip Leube zusammensetzte, von BR-Redakteur Christoph Schule. Angesprochen wurde unter anderem die derzeit große Nachfrage nach Holz als Baustoff. Ein Baumaterial, das laut Experten bis auf den Mehrgeschossbau anderen Baustoffen wie Stahl und Beton in nichts nachsteht. Im Gegenteil, der naturnahe Baustoff Holz überzeugt zugleich mit Solidität und Behaglichkeit, wie es insbesondere Leube von f64 und der Zimmerer Forster darlegten.

Einige der Diskutanten sind gegenwärtig mit dem Bau der neuen Waltenhofener Kinderkrippe beauftragt (derKreisbote berichtete), einem Gebäude, das ausschließlich aus Holz regionaler Herkunft errichtet wird. Bei der Frage nach neuen Baumarten, die im Zuge des Klimawandels die bisher vorherrschende Fichte von ihrem Spitzenplatz verdrängen könnten, nannten Experten die Douglasie und die Tanne. Bei den Laubgehölzen rückt der Ahorn und die Buche vermehrt in den Fokus.

Jörg Spielberg

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