In der Welt zuhause, im Allgäu daheim

Der Sulzberger Alfons Hörmann ist als Präsident des Deutschen Skiverbandes viel unterwegs. Ins Allgäu kommt er aber immer wieder gerne zurück. Foto: Crispien

In der Serie „Allgäuer Köpfe“ stellt der KREISBOTE auch in diesem Jahr in unregelmäßigen Abständen Persönlichkeiten des Allgäus vor. Diese Woche portraitieren wir Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes. Über 200 Nächte im Jahr verbringt Alfons Hörmann aus beruflichen Gründen nicht zu Hause in Sulzberg im Allgäu, sondern in Hotels weltweit. Und gerade deshalb ist er davon überzeugt: Das Allgäu ist die schönste Region, die er je gesehen hat und außerdem sein Zuhause.

Am Vormittag feiert er mit seinen Eltern auf deren Bauernhof unter der Sulzberger Burg Goldene Hochzeit, am Abend erlebt er die Eröffnungsfeier der Alpinen-Ski-WM in Garmisch – ein Tag im Leben von Alfons Hörmann, der die volle Bandbreite seines Lebens zeigt. Vom Auszubildenden zum Geschäftsführer, vom Hobbyskifahrer zum Präsident des Deutschen Skiverbands: eine Erfolgs- bilanz, die sich sehen lassen kann. Fragt man Alfons Hörmann nach dem Geheimnis seines Erfolges, lächelt der 50-Jährige: „Man muss anpacken können, Einsatzbereitschaft zeigen, zuverlässig und bodenständig sein und außerdem den Menschen zeigen, mit dem kann man reden – das sind alles Allgäuer Tugenden.“ Nach der Realschule absolvierte er eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. „Dann habe ich die klassischen Stationen durchlaufen: vom Verkäufer zum Verkaufsleiter bis hin zum Vorstandsvorsitzenden“, erzählt Hörmann, der jetzt Geschäftsführer der Hörmann-Gruppe in Kirchseeon ist und außerdem in vier verschiedenen Aufsichtsräten sitzt. Skifahren zum abschalten Nicht nur beruflich auch bei seinem „Hobby Nummer eins“, wie er der den Skisport selbst nennt, kommen diese Tugenden zum Tragen. Auch wenn er zu den Funktionen im Skiverband – erst Vorsitzender des Allgäuer Skiverband, dann des Bayerischen Skiverbands und schließlich Präsident des Deutschen Skiverbands – durch reinen Zufall gekommen ist, die Leidenschaft für die Sportart ist ihm auch als Hobbyskifahrer nicht fremd. „Man bewegt sich in der Natur. Es ist einfach die schönste Form abzuschalten, alles ist weiß, das schafft einen klaren Kopf.“ Er selbst hat sich allerdings kaum im Leistungssportbereich versucht: „Ich bin ein paar Mal bei der Vereinsmeisterschaft des TSV Sulzberg mitgefahren, aber gewonnen habe ich nie“, sagt Hörmann, der außerdem von 2006 bis 2010 Vizepräsident der Internationalen Biathlon Union war und seit Sommer 2010 im Vorstand der FIS (Internationaler Skiverband) sitzt. Heute kommt er nur noch wenig zum Skifahren. Doch die Bewegung in der verschneiten winterlichen Allgäu Landschaft genießt er trotzdem, wann immer er Zeit hat. „Ich gehe sehr gerne mit meiner Frau wandern“, sagt er. Seine Aufgaben als Präsident des Skiverbands liegen dagegen mehr im unternehmerischen Bereich. „Es geht wie bei großen Firmen auch um Netzwerke. Man trifft viele Menschen, bringt viele Menschen zusammen“, sagt Hörmann. Er als Präsident trage gemeinsam mit dem Präsidium die Gesamtverantwortung. Außerdem spiele natürlich das Geld eine bedeutende Rolle. „Ohne eine sehr professionelle Trainingsarbeit über alle Leistungssportentwicklungsstufen gibt es keine erfolgreiche Verbandsarbeit“, sagt Hörmann und fügt hinzu: „Bei Weltmeisterschaften wie in Garmisch-Patenkirchen oder Oberstdorf allein werden rund 100 Millionen Euro bewegt.“ "Unterstütze das Allgäu" Auch wenn für ihn als Präsident des Deutschen Skiverbands bei Entscheidungen absolute Neutralität geboten ist, freut er sich, wenn er Großveranstaltungen in seine Heimat-Region holen kann. Dazu gehören zum Beispiel die Vierschanzen-Tournee und die Team Tour in Oberstdorf. „Ich betreibe keine Klientelpolitik, aber unterstütze natürlich als Privatmensch das Allgäu, damit es sich selbst weiter entwickelt“, sagt Hörmann. So kommen dann, ist der 50-Jährige überzeugt, ganz automatisch Großveranstaltungen wie Weltcups ins Allgäu. „Wichtig ist zum Beispiel auch, dass es hier professionelle Trainingsmöglichkeiten gibt.“ Genau das brauchen auch junge Allgäuer Sportler, die es ganz nach oben schaffen wollen. Diese unterstützt Hörmann auch als Präsident des Förderkreises Prosport Allgäu-Kleinwalsertal. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Talente zu fördern – beispielsweise durch Vermittlung öffentlicher Gelder, oder auch durch eine verbesserte Koordination zwischen Schule und Sport. „Dass es funktioniert hat zum Beispiel der dreifachen Silbermedaillengewinner Johannes Rydzek erfolgreich bewiesen“, sagt Hörmann stolz. Auch wenn er Zweidrittel des Jahres außerhalb vom Allgäu verbringt, seinen Wohnort wo anders hinzuverlegen, kommt für ihn nicht infrage. „Ich sehe das positiv, immer hin verbringe ich ein Drittel des Jahres hier im Allgäu“, sagt Hörmann. Er schätzt hier, dass man einander kennt. „Man lebt nicht so anonymisiert. In München zum Beispiel gehe ich zwei Straßenzüge weiter und kenne die Menschen schon nicht mehr.“ Außerdem fügt er hinzu: „Das ist, war und wird immer meine Heimat sein, hier bin ich verwurzelt, das ist mein Rückzugsort.“

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