"Eine Atmosphäre der Erholung und Gesundung schaffen"

Welttag der Hauswirtschaft

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Zusammen mit dem Oberallgäuer Landrat Anton Klotz freuten sich die Schülerinnen, Lehrerinnen und Beraterinnen der Landwirtschaftsschule am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf die BesucherInnen ihrer Mitmachaktionen zum Welttag der Hauswirtschaft am 21. März.

Kempten – Am Welttag der Hauswirtschaft (21. März) rückten Schülerinnen und Lehrerinnen das in den Mittelpunkt, was jeden Tag und an jedem Ort mehr oder weniger bewusst geschieht: Die Betriebswirtschaft im Kleinstunternehmen – die Hauswirtschaft.

Die Abteilung Hauswirtschaft der Landwirtschaftsschule veranstaltete am Samstag zusammen mit der Berufsfachschule für Hauswirtschaft in Immenstadt und den Land- und Hauswirtschaftsorganisationen im Oberallgäu unter dem Motto „Hauswirtschaf(f)t Lebensqualität – von Profis lernen“ einen Aktionstag rund um die Hauswirtschaft. In den Räumlichkeiten des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) am Adenauerring in Kempten begrüßte Behördenleiter Dr. Alois Kling die Schülerinnen und Lehrerinnen der Bildungseinrichtungen, die AELF-Beraterinnen und die Gäste aus Politik und Gesellschaft. Kling machte deutlich, welche Bedeutung die Hauswirtschaft angesichts des demographischen Wandels hat. Deswegen sei es wichtig, an diesem Tag die Qualifizierung zur Hauswirtschafterin und die Fortbildungsmöglichkeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Für eine ganz besondere Art der Öffentlichkeitsarbeit entschied sich Landrat Anton Klotz in seinem Grußwort zum Welttag der Hauswirtschaft. Mit einem Zitat aus der Zeitschrift „Monika – Zeitschrift für katholische Mütter und Hausfrauen“ aus dem Jahre 1905 stellte er dar, welche Erwartungen an die Hauswirtschaft vor gut 100 Jahren vorgegeben waren: „Aufgaben einer jeden christlichen Hausfrau und Mutter jeden Standes ist es, den Ehemann und Vater nach getaner harter Arbeit, eine Atmosphäre der Erholung und Gesundung zu geben“. 110 Jahre nach dem diese Worte veröffentlicht wurden, hat sich die Rollenverteilung zwischen Frau und Mann – zum Glück – weiterentwickelt. Die Ziele Gesundheit und Ernährung sind aber heute so aktuell wie damals und so verwies Landrat Klotz auf die aktuellen Defizite beim Pausenbrot für Kindergarten- und Schulkinder. Auf diesem Feld mehr „Gesundung“ zu erreichen – dazu sollte der Welttag der Hauswirtschaft und die Ausstellung im Kemptener Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen Beitrag leisten.

Die vielfältigen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wurden von den Profis in ihrem Fach vorgestellt. So verfolgte Marietta Schmidt seit ihrer eigenen Schulzeit das Ziel selbst einmal Handarbeit und Hauswirtschaft zu unterrichten. Einige Umwege musste sie gehen und einige Hindernisse musste sie überwinden, um dann endlich als Fachlehrerin tätig werden zu können und so unterrichtet sie seit 2004 an der Robert-Schuman-Schule in St. Mang die Fächer Werken-Textiles-Gestalten (WTG) in den Klassen 1 bis 6 und Soziales in den Klassen 7 bis 9.

Verschiedene Wege

Ein Weg in die Laufbahn als FachlehrerIn führt über die Qualifikation als staatlich geprüfte TechnikerIn der Hauswirtschaft. Für diese Fachausbildung hatte sich Barbara Birk entschieden. An der Technikerschule für Ernährungs- und Versorgungsmanagement in Kaufbeuren bekam sie in zwei Jahren Vollzeitunterricht Kenntnisse in Arbeitsrecht, Personalführung, Küchentechnik und EDV vermittelt. Auf dem Arche-Hof Birk in Hellengerst bewirtschaftet sie zusammen mit ihrem Mann einen Bioland-Betrieb, kümmert sich um den Erhalt heimischer Nutztierrassen und macht für SchülerInnen im Rahmen des Projektes „Erlebnis Bauernhof“ den Kuh- und Hühnerstall und die Jahreszeiten in Wald und Wiese erlebbar. 

Einen weiteren Qualifizierungsweg stellte Edeltraud Haug-Uhl vor: Berufsbegleitend machte sie in zwei Jahren an einem Tag in der Woche ihre Meisterin und ist seither für die hauswirtschaftliche Leitung des Bürgerstiftes Memmingen verantwortlich. Zusammen mit der Küchenleitung organisiert sie täglich 700 Mahlzeiten und versorgt damit auch Kindergärten in Memmingen. Als Ausbilderin betreut sie pro Ausbildungsjahr einen Azubi und freut sich, dass auch im Bereich der Hauswirtschaft inzwischen die duale Ausbildung mit Blockschule wie in anderen Ausbildungsberufen angeboten wird.

Im Anschluss an die Vorstellung dieser persönlichen Bildungslaufbahnen präsentierten die hauswirtschaftlichen Fachschülerinnen der Landwirtschaftsschule bei einem Rund- gang die von ihnen organisierten Mitmachaktionen. Alle Besucher konnten sich Kräuter-Salz-Mischungen zusammenstellen und aus getrockneten und hart gewordenen Semmeln eine Packung Semmelbrösel herstellen. Das Rezept für „Kloine Allgäuer Suppenknödel“ gab’s als Zugabe und als Aufruf „alte“ Semmeln nicht einfach in den Mülleimer zu werfen.

Von Michael Schropp

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