Weniger Einsätze, mehr Aufwand

Summierte 45261 Stunden ehrenamtliche Arbeit leisteten die Mitglieder der Feuerwehr im Jahr 2009 – „umgerechnet würden 22 Personen, bei einer 40-Stundenwoche, ohne Urlaub und Krankheit ein Jahr lang dafür arbeiten“, rühmte der Vorsitzende und Stadtbrandrat der Wehr, Andreas Hofer, die Leistung der Brandbekämpfer.

In der Mitgliederversammlung im Kornhaus wurde zunächst die Bilanz des Jahres 2009 gezogen. Im Stadtgebiet gibt es gegenwärtig 441 aktive Feuerwehrdienstleistende – das sind zwei mehr als im Vorjahr. Zu den geleisteten Stunden für die Brandbekämpfung (4234) kamen noch die Einsatzzeiten für Hilfeleistungen (3194). Bei den Einsätzen lasse sich feststellen, dass es zwar im Vergleich zu 2008 weniger Einsätze bei Brandalarmen und Hilfeleistungen gab, diese jedoch insgesamt mit einer höheren Einsatzzeit verbunden waren. Einen großen Teil der Stundenzahl nahmen noch die Wach- und Bereitschaftsstunden der Feuerwehr (8760) sowie die regulären 14-tägigen Übungen mit 22932 Stunden ein. Zufrieden zeigte sich Hofer mit dem Umbau des Aufenthaltsraumes im Feuerwehramt. Die „in die Jahre gekommene“ Kantine sei nun „zweckmäßig und funktionell“ umgebaut. Eine weitere Umstellung war mit der Inbetriebnahme der „Integrierten Leitstelle Allgäu“ zu bewältigen – eigentlich Zuständigkeitsbereich des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, beziehungsweise des Zweckverbandes für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung. „Trotzdem gab es viele Vorarbeiten, die von den Feuerwehren erbracht werden mussten“, wie Hofer ausdrücklich betonte. Heftige Diskussionen habe es im vergangenen Jahr beim Thema Feuerwehrbedarfsplanung und dem Anheben der Wachleistung gegeben. Hofer appellierte an die Mitglieder, nicht nur „die Vorzüge einer Solidargemeinschaft“ zu genießen, sondern auch „bereit zu sein, sich mit aller Konsequenz einzubringen.“ Die Wachleistungen würden inzwischen entsprechen finanziell honoriert. Ein weiteres Thema, das im Zusammenhang mit der Feuerwehrbedarfsplanung angegangen wurde, ist die „mangelnde Fitness“ einiger Feuerwehrler, die für körperliche Höchstleitungen, vor allem der Atemschutzgeräteträger, oftmals nicht ausreichend sei. Hofer rief abermals die Arbeitgeber dazu auf, Mitarbeitern den ehrenamtlichen Dienst in der Feuerwehr zu ermöglichen und ihnen nicht, wie in einem vor kurzem aufgetretenen Extremfall, sogar zu kündigen. „Auch aus diesem Grund können wir heuer keine Auszeichnung für Arbeitgeber vergeben“, so Hofer. Dank vom OB OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), der zusammen mit etlichen Stadträten, Vertretern von Polizei, AÜW und anderen Organisationen der Wehr seine Aufwartung machte, zollte den Brandbekämpfern seine Anerkennung für ihren Einsatz und bat darum, „auch weiterhin Ideen einzubringen“. Er versprach, die Stadt werde die Feuerwehr auch künftig unterstützen, trotzdem müsse man den „Einbruch der kommunalen Finanzen verkraften“, was zu kleinen Einschränkungen führe – die Grundsanierung der Feuerwehrhoffläche sei deshalb zunächst gestrichen. „Die Fahrzeugbeschaffungen hingegen sind auf den Weg gebracht“, gab der OB bekannt. Selbstverständlich kamen auch die Ehrungen nicht zu kurz. Diese reichten diesmal von der zehnjährigen Dienstzeit bis hin zu 50 Jahren Vereinsmitgliedschaft. Hinzu kamen die Verleihung der Silbernen Zivilehrennadel und der Ehrenspange für 80 Prozent Übungsbesuch, die Ehrenspange des SFV und natürlich die Staatlichen Ehrenzeichen in Silber und Gold für 25 bzw. 40 Jahre Dienstzeit an verdiente Feuerwehrleute.

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