"Wer A sagt, muss auch C sagen"

Freundeskreis Riedberger Horn fordert vom Ministerpräsidenten die Schutzzone C zurück

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Im Vergleich zum letzten Jahr war es ein geradezu stiller Protest.

Landkreis/Kempten – Mit einem Trommelwirbel und Kuhglocken-Geläut machte am Montag der Freundeskreis Riedberger Horn am Hildegardplatz auf sich aufmerksam, als Ministerpräsident Markus Söder bei seinem Festwochenbesuch an ihnen vorbeizog.

An einem Balkon hing ein großes Transparent mit der Auffschrift: „Wer A sagt muss auch C sagen!“. Mit C ist in diesem Fall die Schutzzone C am Riedberger Horn gemeint, die der Landtag letztes Jahr aufgehoben hatte.

Ministerpräsident Markus Söder hatte zwar im Frühjahr versprochen, „in den nächsten zehn Jahren soll es keine Skischaukel am Riedberger Horn geben.“ Doch hat dieses Versprechen nach Aussage von Martin Simon, Sprecher des Freundeskreises Riedberger Horn, einen entscheidenden Haken:

„Solange das Riedberger Horn nicht den alten Status der Schutzzone C des Alpenplans zurückerhält, können die Pläne für eine Skischaukel jederzeit wieder aktuell werden.“

Im November 2017 hatte der Bayerische Landtag mit den Stimmen der CSU-Fraktion sowie der Freien Wähler erstmals nach 45 Jahren den Bestand des Bayerischen Alpenplans geändert, um den Weg für den Bau einer Skischaukel am Riedberger Horn freizumachen. Dabei wurde der bisher strengste Schutzstatus Zone C am Riedberger Horn aufgehoben und auf eine andere, unbedeutende Fläche verschoben.

„Es kann nicht sein, dass in Bayern Grenzen von Naturschutzgebieten oder Alpenschutzzonen so verschoben werden, wie es potentiellen Investoren gerade passt“, so Simon vom Freundeskreis. Dieser zählt aktuell rund 5000 Unterstützer im Allgäu.

Simon begrüßt es ausdrücklich, dass die Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein zu Modelldörfern für naturverträglichen Ski- und Bergtourismus entwickelt werden sollen. Die Äußerung eines Lokalpolitikers, man könne ja dank der Alpenplanänderung immer noch in sechs bis sieben Jahren eine Skischaukel bauen, lassen allerdings Zweifel an der Ernsthaftigkeit des neuen Weges aufkommen. Auch die Planungen für eine Bordercross-Strecke samt riesigem Speicherbecken in einem geschützten Moorgebiet des Grasgehrenkessels schüren das Misstrauen des Freundeskreises über die Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit der neuen „Naturoffensive“ der Bayerischen Staatsregierung.

kb

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