Neue Preisstruktur

Werkausschuss beschließt Freie Fahrt mit Festwochen-Nachtbus 2020

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Kempten – Mit drei Gegenstimmern (Klaus Knoll/Freie Wähler, Ullrich Kremser/FDP und Susanne Vanoni/Die Grünen) hat sich der Werkausschuss für neue Eintrittspreise zur Allgäuer Festwoche 2020 ausgesprochen.

Die neue Preisstruktur beinhaltet einen Verzicht auf die Busbänder, das heißt, die Heimfahrt mit der Nachtbuslinie ist ab der Festwoche 2020 im Eintrittspreis inkludiert. Zu aufwändig, teuer und kompliziert hat sich das System mit den Busbändern zunehmend gestaltet, erläuterte Festwochenleiterin Martina Dufner im Werkausschuss, warum das Konzept überarbeitet werden musste.

Nicht aufgegangen ist demnach zum einen die Rechnung: 115.000 Euro Kosten für die Nachtbusse, die als Sonderverkehr für die Allgäuer Festwoche deren Budget belastet haben; Einnahmen durch den Verkauf der Busbänder für 3,50 pro Stück: circa 50.000 Euro, abzüglich 10.000 Euro an Personal- und Materialkosten. Da die Buskosten heuer zudem noch steigen sollen, wie Dufner auf Nachfrage des Kreisbote sagte, und es für die Busfahrer kaum mehr handelbar sei, die Busbänder der meist stark alkoholisierten Fahrgäste zu kontrollieren, habe man sich entschlossen, darauf zu verzichten. 

Die Lösung: statt der Schnupperkarte (ab 15 Uhr) für 6 Euro sowie der Abendkarte (ab 17 Uhr) für 4 Euro soll es ab diesem Jahr nur noch eine „Festwochen-16-Uhr-Karte“ für 5 Euro geben. Wer also mit einem Nachtbus von der Festwoche nach Hause fährt, spart laut Dufner künftig. Kosten spare die Stadt voraussichtlich zwar kaum, aber „das Handling“ werde einfacher und der Nutzer bekomme für einen Euro mehr nicht nur die Heimfahrt, sondern auch eine zusätzliche Stunde für einen Ausstellungsbesuch. Der Zehnerpack der „Festwochen-16-Uhr-Karte“ schlägt mit 45 Euro zu Buche, die Preise aller anderen Karten bleiben unverändert (Tageskarte 8,50 Euro, ermäßigte Tageskarte 7 Euro, Familienkarte 17 Euro). 

Klaus Knoll (Freie Wähler) fand die Erhöhung um einen Euro für den Abendbesuch trotz des Nutzungs-Mehrwerts zu viel. Denn viele junge Leute wollten die Ausstellung nicht besuchen, sondern „nur auf ein Bier gehen“ und da seien fünf Euro Eintritt „zu viel“. Ingrid Vornberger (SPD) hatte dagegen wenig Verständnis für das „Anspruchsdenken“ beim Eintrittspreis, denn „die Leute zahlen klaglos 9,50 Euro für die Maß Bier“ oder zehn Euro für einen Luftballon. Und wie Harald Platz (CSU) anmerkte, „gehen sie danach ins Parktheater und zahlen auch Eintritt“. 

Positiv sah Peter Wagenbrenner (CSU) das neue Konzept, da „die meisten aus dem Umland kommen“ und das Angebot vielleicht doch für einen früheren Festwochen-Besuch nutzen würden. Ullrich Kremser (FDP) hatte eher Bedenken, dass man mit dem 16-Uhr-Ticket zu viele reguläre Tagesbesucher verliere und die Rechnung nicht mehr aufgehen könnte. Froh über das Aus für den „Riesenstress“ mit den Busbändern war vor allem Stadtrat und Busunternehmer Helmut Berchtold (CSU). 

Wegen des schwierigen Handlings mit den meist „stark alkoholisierten Fahrgästen“ sei es nämlich ein „riesengroßes Problem“, Fahrer für die Festwochen-Nachtbusse zu finden. Ferner habe man die Erfahrung gesammelt, dass in der Stadt „nur ganz wenig Ausstiege“ zu verzeichnen seien, die Busse also eher für weitere Strecken genutzt würden und so die Idee für ein „Solidarmodell“ entstanden sei. Die Kosten wolle die Mona „deckeln“, versprach Berchtold und als Angebotsverbesserung soll außerdem an den Festwochen-Sonntagen der Samstags-Takt gelten. Für jeden, der ab den Außenbezirken wohne, „ist es ein Gewinn“, so seine Überzeugung. 

Christine Tröger

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