WIZ zeigt Werke von Prof.Dr.-Ing Roland Breitinger

Der Betrachter macht das Bild

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In der Ausstellung „Der Betrachter macht das Bild“ im Wiggensbacher Informationszentrum sind derzeit Werke von Prof. Dr- Ing Roland Breitinger ausgestellt.

Wiggensbach – Immer wieder fällt das Wiggensbacher Informationszentrum (WIZ) mit feinen, kleinen Kunstausstellungen auf. So auch heuer, wenn noch bis 26. Februar die Ausstellung „Der Betrachter macht das Bild“ von Prof. Dr.-Ing. Roland Breitinger gezeigt wird.

Der 1937 in Albstadt geborene Professor war in den Jahren 1984 bis 2003 Dozent im Studiengang Maschinenbau an der Hochschule Kempten und widmete sich nach seiner Emeritierung seiner großen Leidenschaft, dem Zeichnen. Dabei arbeitet dieser vorzugsweise mit Feder, Stichel und Pinsel. Viele seiner Werke sind nun in der Ausstellung „Der Betrachter macht das Bild“ in Wiggensbach zu sehen.

Breitinger hat sein Oeuvre thematisch geordnet. So gibt es Radierungen zu großen Denkern wie Descartes oder Sigmund Freud, Aktzeichnungen und Naturbetrachtungen über Bäume, die es gemäß dem Ausstellungsmotto „Der Betrachter macht das Bild“ in Ruhe zu erkunden gilt. Ebenso sind in der Ausstellung die bekannten Werke aus seinem „Tango-Reigen“ zu sehen – Radierungen, zu denen er durch eine Veranstaltung der Kemptener Kunstnacht 2011 inspiriert wurde. Mit künstlerisch, technischer Meisterschaft zeigt Breitinger mit zarten Strichen ein Tanzpaar, das zur Musik eines kafkaesken Akkordeonspielers gleichsam über die Tanzfläche gleitet, aber auch immer in seinen erotischen Tanzposen eingefroren wird.

Der Künstler erklärt seine Kunst

Zur Eröffnung seiner Ausstellung erläuterte der Künstler den Besuchern seine Arbeitstechniken und erklärte das Prinzip einer Radierung, bei dem von einer zuvor erstellten Negativform abschließend ein gedrucktes Positiv entsteht. Das Prinzip dieses grafischen Tiefdruckverfahrens gestattet es dem Künstler Reproduktionen seiner Werke zu erstellen. Breitinger arbeitet mit der Kaltnadelradierung, bei der auf einer Stahlplatte mit einer Radiernadel Einfurchungen mit unterschiedlichen Tiefen erzeugt werden, die später die Druckfarbe aufnehmen. Überhaupt hat Breitinger Interesse nicht nur für das fertige Werk sondern auch für dessen Entstehungsprozess. Das wird deutlich, wenn er seine Gedanken zu seinen Aquarellen offenbart, die sich mit dem Prinzip des „Goldenen Schnitts“ und der Farbenlehre von Harald Küppers beschäftigen. Aus den drei Grundfarben aus der Subtraktiven Farbmischung, Gelb, Cyan und Magenta, erzeugt Breitinger durch stetiges Lasieren die unterschiedlichsten Farbabstufungen. Breitinger verdeutlicht in diesen auf Form und Farbe reduzierten Werken ebenso das immer wiederkehrende grafische Element des „Goldenen Schnitts“.

Kunst im WIZ

In seiner Begrüßungsrede würdigte Wiggensbachs Dritter Bürgermeister Martin Kaiser das Schaffen von Breitinger und verwies, wie dieser selbst, auf dessen viele inspirierende Reisen unter anderem nach Afrika und Südamerika. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage durch Henryk Brzoza am Akkordeon.

Die Ausstellung ist im Obergeschoss des WIZ von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr, montags und mittwochs zudem in der Zeit von 14 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 1,50 Euro. Alle Werke des Künstlers sind käuflich zu erwerben.

Jörg Spielberg

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