Wichtige Arbeit

Dr. Michael Pindl. Foto: moriprint

Zuhören, begleiten, helfen – das ist die Intention der Psychosozialen Krebsberatungsstelle (KBS) Kempten. Seit der Gründung vor gut einem Jahr hat sich die Einrichtung der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. mit ihren Aufgaben ständig weiterentwickelt und wichtige Vernetzungsarbeit geleistet. Mit einem Tag der offenen Tür am morgigen Freitag, 8. Juli, will das Team der Beratungsstelle – bestehend aus einer Verwaltungsmitarbeiterin, einer Pädagogin, einer Psychologin und einem Theologen, der auch Sozialpädagoge ist – die breite Angebotspalette darstellen. „Wir bieten professionelle Hilfe bei der Krankheitsbewältigung für die Betroffenen“, so Dr. Michael Pindl, Leiter der KBS.

Einen Fokus will die Einrichtung zudem auf die Angehörigen richten. „Die Erkrankung betrifft die gesamte Familie“, sagt Pindl im Gespräch. Neben Fragen rund um die Bewältigung des Alltags, der finanziellen Versorgung, stelle sich eben auch die Frage: „Wie sag ich es meinen Kindern?“ Gerade bei jungen Krebspatienten sei das ein schwieriger Punkt. Fragen rund um die Krankheit, ums Testament, den Tod werden tabulos, aber sensibel angesprochen. Zudem ermöglicht die Vernetzung mit der Schloßbergklinik in Oberstaufen regelmäßig Sozialberatungen in Kempten mit Michael Schüßler. Er ist Leiter der klinischen Sozialarbeit dort. Gemeinschaft erleben Rund 20 Beratungskontakte gibt es derzeit etwa pro Woche im Büro der KBS in der Kronenstraße 36. Parallel dazu ist das Team weiterhin mit dem Aufbau von Vernetzungen, dem Organisieren von Vorträgen und Veranstaltungen sowie Gruppenangeboten beschäftigt. Denn: Gemeinschaft erleben, spüren, anderen ergeht es ähnlich – dieses Gefühl wird den Betroffenen in der Gruppenarbeit vermittelt – ob über Meditation und Yoga, beim langsamen Bergwandern oder beim Tanzen. Die kleine Gruppen-stärke bis maximal zehn Teilnehmern vermittelt zudem eine intensive und zugleich vertrauensvolle Atmosphäre. Das Einzugsgebiet umfasst die Landkreise Ostallgäu, Unterallgäu, Oberallgäu und Lindau. „Ab Herbst möchten wir Außensprechstunden anbieten, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass manche Hilfesuchende einfach aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr so weit fahren können. Wir möchten Hilfe wohnortnah anbieten können!“ Hier sucht die KBS Kooperationen – wie beispielsweise mit dem Caroline Rheineck-Haus der Diakonie in Memmingen. In extremen Krisenfällen ist das Team darüber hinaus zu Hausbesuchen bereit. „Natürlich lässt sich manches per Telefon klären, aber in schwierigen psychosozialen Situationen ist ein persönlicher Kontakt unerlässlich“, weiß Pindl. Eng verknüpft ist die Psychosoziale Krebsberatungsstelle von Anfang an mit der Vortragsreihe „Forum Krebs“, veranstaltet von der Strahlentherapie Kempten und dem Klinikum. Auch hier weiß man: „Die seelische und psychosoziale Begleitung neben der medizinischen Betreuung ist nicht zu unterschätzen.“ Die Beratungen sind vertraulich und kostenlos. Die Anschubfinanzierung für das Haus in Kempten in den ersten drei Jahren hat die Krebshilfe übernommen. Ziel ist aber eine Regelfinanzierung.

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