Wichtige Unterstützung

Jede zehnte Frau in der Bundesrepublik wird laut Statistik in ihrem Leben mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert, allein in diesem Jahr mussten im Klinikum Kempten-Oberallgäu 250 Patientinnen behandelt werden. Die Folgen sind jedoch nicht nur körperlicher Natur, sondern auch psychischer. Deshalb haben das Klinikum und die Bezirkskliniken Schwaben einen Vertrag vereinbart – ab sofort wird die Psychologin Katja Tiplt Brustkrebspatientinnen in Kempten psychologisch betreuen und unterstützen.

Schwerpunkt der Vereinbarung ist die psychoonkologische Betreuung von Patientinnen im Brustzentrum des Kemptener Klinikums. Geleistet werden soll diese Aufgabe von der Diplom-Psychologin Katja Tiplt, eigentlich Mitarbeiterin des Bezirkskrankenhauses in der Memminger Straße. Allerdings ist die Psychologin ab sofort vor allem am Klinikum präsent und hat auch dort ein eigenes Dienstzimmer. Tiplt soll den Patientinnen bei Bedarf unter anderem beim Umgang mit der Diagnose Krebs helfen, während der onkologischen Therapien unterstützen und auch im Anschluss während der ambulanten Behandlung im Krankenhaus oder bei niedergelassenen Ärzten die Frauen begleiten. „Das ist eine ganz starke Resourcenarbeit“, erklärte Tiplt am vergangenen Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz. Vor allem müsse man den Frauen klar machen: „Du bist nicht nur krank, du kannst auch noch vieles machen“, sagte sie. Fest im Team integriert Prof. Dr. Ricardo Felberbaum, Leiter des Brustzentrums und Chefarzt der Frauenklinik zeigte sich erfreut darüber, dass Tiplt „fest in das Therapieangebot integriert“ worden sei. Denn: „Die Diagnose Brustkrebs stellt eine enorme Erschütterung dar“, sagte er. Allein die Dauer der Therapie von teilweise bis zu fünf Jahren sei eine schwere Belastung für jede Patientin. „Ich bin deshalb glücklich und froh, dass Frau Tiplt fest in das Team integriert ist“, so Felberbaum. Prof. Dr. Peter Brieger, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses, zeigte sich ebenfalls überzeugt von dem neuen Konzept und der engen Zusammenarbeit zwischen beiden Kliniken. „Das funktioniert aus unserer Sicht sehr gut“, betonte er. Jahrelang sei in der „modernen Hochleistungsmedizin“ der Aspekt der Psyche von Krebskranken im Vergleich zur körperlichen Behandlung nicht ausreichend berücksichtigt worden. „Aber heute gibt es mit der Psychoonkologie ein Querschnittsfach, in dem psychologische, psychosomatische und psychotherapeutische Aspekte von Krebserkrankungen bedacht werden“, erklärte er. „Dieses Modell ist zukunftsweisend“, frohlockte er. In der Tat könnte die psychoonkologische Betreuung künftig auch auf andere Patienten und Stationen ausgeweitet werden. „Das wollen wir weiter ausbauen“, kündigte Klinikums-Geschäftsführer Michael Schuler an.

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