"Wie frisch komponiert"

Das 21. Opernfestival ist längst in Vorbereitung und in diesem Jahr wird mit „Der Vogelhändler“ eine Operette zu hören sein. Am Freitag, 17., Sonntag, 19., und Donnerstag, 23. Juli, jeweils um 20 Uhr, wird Hans-Christian Hauser zeigen, was er mit wenigen Mitteln erreichen kann. Von Anfang an zeichnete er für die künstlerische Gestaltung verantwortlich. Im April war er als Gastdozent in Peking und probte dort mit Sängern der Musikhochschule, die auch beim „Vogelhändler“ mitwirken. Der KREISBOTE hat mit Hauser über sein neuestes Vorhaben gesprochen.

Herr Hauser, warum haben Sie sich für dieses Jahr eine Operette vorgenommen? Hauser: „Warum nicht? Hat doch gerade ‘Der Vogelhändler’ so viele schöne, gelungene Melodien und die Musik ist so inspiriert und flexibel, kein Takt ist im Tempo wie der andere. Das macht wirklich Spaß.“ Aber ist das Stück nicht doch ein wenig altbacken? Zum ersten Mal wurde es 1891 aufgeführt. Hauser: „So wie wir es machen bestimmt nicht. Die jungen Chinesen zum Beispiel erleben dieses Werk ganz frisch als sei es eben erst komponiert worden. Diesen Gefühlsausdruck der Chinesen fand ich so umwerfend, dass ich eigentlich deswegen auf dieses Stück kam. Die bunte Mischung aus internationalen und regionalen Bühnendarstellern bringt viel Lebendigkeit.“ Ist die Deutsche Sprache für die ausländischen Sänger nicht sehr schwierig? Hauser: „Doch, in der Tat. Und man sollte Aussprachefehler nicht so schwer nehmen, sondern sich stattdessen an den Stimmen freuen. Zudem benutzen wir den Inszenierungskniff, die gesprochenen Dialoge durch Muttersprachler auf der Seitenbühne sprechen zu lassen, während die Sänger die Hauptrolle haben und das Geschehen der Szene optisch andeuten. Auch dieser Kunstgriff stilisiert ein Stück weit und befreit von der Schwere des Traditionellen.“ Wie bringen sie das Ganze in Kostümen und auf der Bühne zum Ausdruck? Hoffen auf Petrus Hauser: „Für die Tiroler müssen schon abendländische Trachten her – das ist ja witzig genug, zusammen mit den chinesischen Gesichtern. Die Städter heben sich dagegen in Pastelltönen ab. Vom dicken Diebsturm an der Freilichtbühne leiten geschwungene Elemente schneckenhausartig zu einem filigranen Türmchen auf der Bühne – ein wenig niedlich, wie Operette eben so ist. Ein Schneckenhaus, verspielt wie die naive Liebe zwischen Adam und Christel. Im zweiten Akt, im Schloss, wird’s dann symmetrisch drapiert. Die Kurfürstin trägt zur gedeihlichen Lösung bei.“ Herr Hauser, ich danke Ihnen für das Gespräch. Der Vorverkauf für das Festival hat schon begonnen. Wenn das Wetter mitspielt, sind alle Aufführungen auf der Festivalbühne am Diebsturm im Freien. Im Zweifelsfall wird ins Kurhaus umgezogen.

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