"Wie ein gallisches Dorf"

Während der Energiegipfel ganz im Zeichen umfassender Informationen durch Referenten und die Ausstellung von Handwerkern aus der Region stand, hatten sich die Verantwortlichen für den Abend eine Podiumsdiskussion vorgenommen. Dr. Joachim Pfeifer, Mitglied des Bundestages und energiepolitischer Sprecher der CDU, hatte sich bereit erklärt, zu dieser Veranstaltung nach Isny zu kommen. Winfried Kretschmann von den Grünen hatte wegen einer Erkrankung absagen müssen. So hatte Pfeifer die Bühne frei für seinen Auftritt und den nutzte er im ersten Teil für ein Referat über den derzeitigen Stand der Energieplanung in Deutschland.

„Wenn ich mir die Situation in Isny betrachte, drängt sich mir ein Vergleich auf: Das kommt mir vor wie bei Asterix und Obelix“, erklärte er. „Ein kleines Dorf kämpft um seine Selbständigkeit mit dem Zaubertrank der autarken Energieversorgung versehen, während ganz Deutschland von den großen Energieversorgern besetzt ist.“ Die Ausführungen von Pfeifer waren mit europäischem und bundespolitischem Blick auf die aktuelle Situation gerichtet und brachten nicht viele neue Erkenntnisse. Sie stellten nur klar, auf welcher Seite der Energiepolitik er sich befindet. Auch dass Isny seit mehr als 800 Jahren Stadt ist und mit einem kleinen gallischen Dorf doch wenig gemein hat, sah er im Verlauf der Diskussion ein. Aufs Tempo drücken Die anschließende Diskussionsrunde leiteten Michael Fideldey und Thomas Maus. Altbürgermeister Manfred Behrning, Vorsitzender des Regionalen Energieforums Isny (REFI), Professor Klaus Pfeilsticker, Dozent am Institut für Umweltphysik in Heidelberg, Norbert Delle von der Firma Dethleffs und Gottfried Härle von der Brauerei Härle gehörten ebenfalls zu der Runde. Viel Neues gab es auch hier nicht zu vermelden, nur eines war klar: Isny befindet sich auf dem richtigen Weg, muss aber etwas mehr aufs Tempo drücken, um seinen Vorsprung vor anderen Projekten nicht einzubüßen. Die Firma Dethleffs verfüge über eine neue, moderne Heizanlage, die Brauerei Härle über ein umweltbewusstes Betriebssystem. Die Vertreter der beiden Firmen waren sich mit den anderen Diskussionspartnern einig, dass das allein die Welt nicht retten könne. Eine gesicherte, möglichst autarke Energieversorgung zu humanen Preisen würde den Isnyer Bürgern aber schon reichen.

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