Statt nur parken: parken, arbeiten, essen 

Wie steht es um Bauprojekte in der Bahnhof- und in der Haubenschloßstraße? 

Das geplante Parkhaus in der Bahnhofstraße hat sich weiterentwickelt (v. hinten links nach vorne rechts): Das Telekom-Gebäude, das geplante Parkhaus, die Bahnhofstraße und schließlich das Forum Allgäu.
+
Das geplante Parkhaus in der Bahnhofstraße hat sich weiterentwickelt (v. hinten links nach vorne rechts): Das Telekom-Gebäude, das geplante Parkhaus, die Bahnhofstraße und schließlich das Forum Allgäu.

Kempten – Was ist eigentlich aus dem geplanten Parkhaus an der Bahnhofstraße und dem zweigeschossigen Parkdeck mit Studentenwohnheim auf dem Flurstück des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in der Haubenschloßstraße geworden? Der Kreisbote hat nachgefragt. 

An der Bahnhofstraße auf dem ehemaligen Parkplatz der Telekom sollte zunächst ein reines Parkhaus gebaut werden. Im Laufe der Planung war die Idee einer automatisierten Parkmöglichkeit entstanden. Bis dahin war das Projekt bereits dreimal im Gestaltungsbeirat behandelt worden. In den Verhandlungen mit den zwei großen deutschen Parkhausbetreibern lautete deren Reaktion: „Um Gottes Willen kein automatisiertes Parkhaus!“ Erneut aufgegriffen wurde das Thema vor rund eineinhalb Jahren.

Man sei bei einer Firma aus dem Norden fündig geworden, die eigentlich Schiffsbau betreibt, aber automatisierte Parkhäuser aufgrund ihrer Erfahrungen mit Fahrzeugtransporten auf Schiffen anbieten. Da der benachbarte Discobetreiber auf dem Grundstück bisher Stellplätze nachweisen musste, können die Eigentümer/Investoren erst ab dem 30. Juni über das gesamte eigene Grundstück verfügen. Laut Investor Thomas Wirth war das ein Glücksfall für die endgültige Entscheidung über den Bau des Parkhauses.

Daher sei man vom reinen Parkhaus abgekommen – und hatte in der Sitzung des Gestaltungsbeirates am 30. September 2020 einen neuen Entwurf eingereicht. Dieser hat nunmehr keine erneute Vorlage gefordert. Jetzt soll ein Park- und Bürogebäude mit Gastronomie im EG, mit einer Bruttogrundfläche von ca. 6.878 Quadratmetern, einen Brut- to-Rauminhalt von ca. 31.522 Kubikmetern und einer Gebäudehöhe von 14,50 Metern (Ober- kante Attika 4. OG) bzw. 17,05 Metern (Oberkante Attika Staffelgeschoss) errichtet werden. Für das Parkhaus ist eine Bruttogeschossfläche von ca. 2.672 Quadratmetern, für die Gastronomie eine von ca. 486 Quadratmetern und für die Büroflächen eine von ca. 3.721 Quadratmetern vorgesehen. Jetzt wird an der Bahnhofstraße Raum für Gastronomie und darüber ein Büroriegel über alle Etagen geschaffen. Das Parkhaus mit 350 Stellplätzen hat aufgrund seiner vollautomatischen Stapelung der PKW im Stil eines Hochregallagers rechnerisch eine sehr kleine Bruttogeschossfläche. „Wir schaffen ein chaotisches Regalsystem. Die Autos werden dahin gestellt, wo Platz ist. Dies erfolgt mittels eines elektromagnetischem Systems. Der Verschleiß ist gering und die Anfälligkeit ebenso“, sagte Wirth gegenüber dem Kreisboten. Man fährt mit dem Auto in den Aufzug, dann wird dieses regaliert. Innerhalb von 90 Sekunden ist das Auto beim Abholen wieder da. „Das ist ein emissionsloses CO2-neutrales System.

Die Stromversorgung kommt vermutlich vom Dach. Das ist relaxtes Parken. Gesonderte Frauenparkplätze werden nicht benötigt. Es gibt weder Personenaufzüge noch dunkle Gänge, das ist das sicherste Parkhaus in Kempten“, so Wirth weiter. Die Eingabeplanung erfolgt durch Architekt Klaus Maucher vom Architekturbüro Maucher, Höss und Manz. Der Bauantrag soll noch vor dem Sommer eingereicht werden und Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Die Parkgebühren sollen den ortsüblichen Preisen entsprechen. 

Das BRK baut eine neue Fahrzeughalle

Das Bayerische Rote Kreuz hat die Absicht, entlang der Immenstädter Straße einen Ersatzbau für seine marode Fahrzeughalle zu bauen. Der geplante Bau umfasst vier Geschosse eine Halle für Einsatzfahrzeuge des Katastrophenschutzes, ein Parkdeck für die Kunden z.B. Kursteilnehmer, darüber ein Studentenwohnheim mit zwei Geschossen und insgesamt 20 Apartments sowie Gemeinschaftsräume. Das Projekt wurde im Gestaltungsbeirat am 28.Juli 2020 begutachtet und genehmigt.

„Die Pandemie hat unsere Planungen sehr stark beeinträchtigt. Die Klärung des möglichen Baukörpers ist abgeschlossen. Im Juni soll die Kostenschätzung abgeschlossen werden. Danach erfolgt die Klärung der Finanzierung. Nach dem Beschluss des BRK-Vorstandes, welcher im Juni neu gewählt wird, soll dann die Beschlussfassung im Vorstand erfolgen. Mit dem bisherigen Vorstand wurde die Maßnahme bereits besprochen. Im nächsten Schritt erfolgen die Ausschreibungen und dann letztendlich der Bau“, erläutert Alexander Schwägerl, Kreisgeschäftsführer im Kreisverband Oberallgäu gegenüber dem Kreisboten.

Das Baureferat habe keine Einwände zu diesem Bauvorhaben. Einen Zeitpunkt für den Bau gibt es derzeit allerdings noch nicht. „Die Realisierung hängt letztendlich von den Kosten ab und das muss der neue Vorstand beschließen, die Studentenwohnungen sind Teil der Gesamtfinanzierung“, so Schwägerl.

Helmuth Hitscherich

Kempten: Was wird aus dem großen Loch?

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona-Ticker Kempten: Präsenz- und Wechselunterricht an Schulen im Landkreis Oberallgäu
Corona-Ticker Kempten: Präsenz- und Wechselunterricht an Schulen im Landkreis Oberallgäu
Lieblingsbäume von Kemptenern und mehr – eine Ausstellung in der Stadtbibliothek 
Lieblingsbäume von Kemptenern und mehr – eine Ausstellung in der Stadtbibliothek 
Interview mit Stephan Thomae, MdB: Bundesnotbremse ausgebremst?
Interview mit Stephan Thomae, MdB: Bundesnotbremse ausgebremst?
Die neuen Schnelltestzentren »Parktheater« und »Markthalle« haben ihren Betrieb aufgenommen
Die neuen Schnelltestzentren »Parktheater« und »Markthalle« haben ihren Betrieb aufgenommen

Kommentare