Wieder mehr Tote

Trotz weniger Unfälle starben auf Kemptens straßen im vrergangenen Jahr wieder mehr Verkehrsteilnehmer – insgesamt neun. Foto: Archiv

Moderne Autos werden zwar immer sicherer, trotzdem kamen im vergangenen Jahr im Bereich der PI Kempten neun Verkehrsteilnehmer ums Leben – fast doppelt so viele wie im Jahr davor. „Es gibt aber keinen konkreten Schwerpunkt, wo man einschreiten könnte“, zeigte sich PI-Leiter Günter Hackenberg am Freitag einigermaßen ratlos, was die Ursachen betrifft. „Ein gewisser Zufallsfaktor spielt auch eine Rolle.“

Nach stetig sinkenden Zahlen in den vergangenen Jahren hat es 2011 erstmals wieder mehr Tote und Verletzte im Kemptener Straßenverkehr gegeben: Neun Tote (+4), 146 Schwerverletzte (+34) und 707 Leichtverletzte (+40). Dabei wurden den Beamten der PI mit insgesamt 3430 Unfällen sogar 31 weniger als in 2010 gemeldet. Davon gelten 1780 als Kleinunfälle. Exakte Gründe oder einen Unfallschwerpunkt konnten aber weder PI-Chef Hackenberg noch Polizeihauptkommissar Thomas Riester nennen. „Es gibt keine“, so die beiden. Das Plus an Unfällen mit Motorradfahrern könnte möglicherweise auf die längere Schönwetter-Phase zurück geführt werden. Hauptunfallursachen waren auch im vergangenen Jahr einmal mehr die kleinen Nachlässigkeiten, die oftmals große Wirkung haben können: Feh- ler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren und das Ein- und Anfahren in den fließen Verkehr. Im Einzelnen ereigneten sich 136 Unfälle mit Radfahrern, wobei ein Radler starb und 128 verletzt wurden. Davon trugen 74 keinen Helm. An weiteren 59 Unfällen waren Fußgänger beteiligt, wobei einer tödlich verletzt wurde. Vier Tote gab es bei den insgesamt 123 Unfällen mit Kradfahrern (+20). Dazu kommen 120 Verletzte. Schulwegunfälle ereigneten sich fünf, wobei neun Verkehrsteilnehmer verletzt wurden. Im Jahr davor waren es noch drei Schulwegunfälle gewesen. Bei 43 Crashs standen Beteiligte unter Alkoholeinfluss (- 6), fünf hatten zuvor Drogen genommen (+ 2). Mit 578 Unfallfluchten registrierten die Beamten einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (+ 7). 219 Unfallfluchten konnten ermittelt werden. Darüber hinaus erwischten die Beamten der PI 188 weitere Verkehrsteilnehmer, die sich trotz Alkohol- oder Drogenkonsum hinters Steuer gesetzt hatten. In diesem Jahr stehen die Fahrradfahrer im Blickpunkt der Verkehrspolizisten. So wollen Hackenberg und Kollegen vor allem verstärkt gegen Raddiebstähle vorgehen. Außerdem sollen Beratungsgespräche „rund ums Fahrrad“ angeboten werden. „Wir wollen uns der Radfahrer annehmen“, betonte Hackenberg.

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