Neues Mitglied

Wildpoldsried ist jetzt im Abwasserverband

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  • VonSusanne Lüderitz
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Wildpoldsried – Bei der letzten Sitzung des AVKE stimmten die Vertreter der Mitgliedsgemeinden einstimmig für den Aufnahmeantrag, den Wildpoldsrieds Bürgermeisterin Renate Deniffel stellte.

Die wasserrechtliche Genehmigung der bisherigen Pflanzenkläranlage in Wildpoldsried läuft 2026 aus. Außerdem ist die Anlage in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. „Da muss man dazutun“, erklärte Johannes Abeltshauser vom Ingenieurbüro IWA. Ein Anschluss an das Gruppenklärwerk und dessen Kanalnetz biete sich an und werde vom Staat bezuschusst, so Abeltshauser.

Dafür ist eine Ableitung von der bisherigen Abwasseranlage zum Pumpwerk der Gemeinde Betzigau geplant. Von dort wird zum Bachtelweiher gepumpt, von wo das Abwasser in den Kanal des Bachtelbaches fließt, unter dem Ring hindurch und schließlich in den Hauptsammler in der Füssener Straße.

Mehrere nötige Baumaßnahmen zählte Abeltshauser auf: So eine Pumpanlage im Wildpoldsrieder Klärwerk, die Druckleitung, und ein Regenüberlaufbecken für die Mischwasserbehandlung. „Wahrscheinlich ist auch ein neuer Ablaufkanal zur Leubas nötig“, sagte er. Außerdem muss die Pumpe in Betzigau für die größere Wassermenge ertüchtigt werden.

Die Trasse bis Betzigau sei mit Grundstückseigentümern, der Bahn und dem Staatlichen Bauamt abgeklärt worden. Einzelne Gehöfte an der Trassenlinie könnten, falls gewünscht, an die Druckleitung angeschlossen werden. Bereits erstellt wurde ein landschaftspflegerischer Begleitplan für die Schutzgebiete. Nicht mehr zur Abwasserreinigung dienen soll die bisherige Pflanzenbeetanlage in Wildpoldsried. Stattdessen könne sie ökologisch für die Landschaft aufgewertet werden.

„Wenn eine Kläranlage an eine leistungsfähigere angeschlossen wird, können die Investitionskosten mit der Schmutzwasserabgabe verrechnet werden“, erläuterte Franz Beer, Geschäftsleiter des Abwasserverbandes, einen Passus des Bayerischen Abwasserabgabengesetz. Die Schmutzwasserabgabe müssen die Verbände entrichten, wenn sie Abwasser in Flüsse leiten. Damit verrechnet werden kann, müsse aber der Abwasserverband Investor der neuen Anlagen sein. Inklusive Baunebenkosten und unvorhergesehenen Kosten rechnet Beer grob mit einer Investitionssumme von etwa 2,5 Millionen Euro.
Und er sprach von einer Verrechenbarkeit von rund 1,9 Millionen Euro. Zum einen mit der Schmutzwasserabgabe. Diese betrage rund 400.000 Euro im Jahr – abhängig von der Schmutzwassermenge – und werde auf die letzten drei Jahre rückwirkend ab Inbetriebnahme berechnet. Zu diesen rund 1,2 Millionen Euro kommt die Verrechnung der Niederschlagswasserangabe. Diese Abgabe muss gezahlt werden, wenn Regen und Schmutzwasser in einen Kanal fließen. Der erste Stoß, zu Beginn eines Regens, wird dafür in einem Regenüberlaufbecken zurückgehalten. Wenn später „dünneres“ Wasser fällt, wird es in den Vorfluter geleitet. Auch diese Gebühr wird drei Jahre rückwirkend für den ganzen Verband berechnet und beträgt 520.000 Euro.

Unabhängig davon ist das Eintrittsgeld, das die Gemeinde Wildpoldsried zahlt, um dem Abwasserverband beizutreten. Hier geht man vom gesamten Anlagenvermögen des AVKE aus. Das komplette Abwassersystem hat einen Wert von etwa 50 Millionen Euro. Wildpoldsried bringe eine Belastung von einem Prozent dazu, so Beer, weshalb die Gemeinde rund 570.000 Euro zu entrichten habe. Angestrebt ist, bis Ende des Jahres 2022 in Betrieb zu gehen.

Renate Deniffel zeigte sich erfreut über die Aufnahme in den Verband. In diesem Projekt sehe man, wie wichtig die Nachbarn seien. So habe Betzigaus Bürgermeister Roland Helfrich bei den Grundstücksverhandlungen unterstützt und auf Haldenwanger Gemeindegebiet werde das neue Pumpwerk gebaut. „Jetzt haben wir Potential auch für neues Bauland, da sind wir g´richt“, sagte Deniffel.

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