Es darf a Bisserl mehr sein

ZAK will auch für ehemalige Jägerkaserne Biomasse-Energie liefern

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Der Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten startet Gespräche mit der Stadt Sonthofen, um darüber zu beraten, ob auch das ehemalige Kasernengelände mit Wärme aus dem Biomasseheizwerk Sonthofen versorgt werden kann.

Kempten/Landkreis – Die Verantwortlichen würden gerne auch das Gebiet der Jägerkaserne Sonthofen mit Energie aus dem Biomasseheizwerk Sonthofen versorgen. „Künftig wollen wir in Verhandlung gehen mit der Stadt Sonthofen“, sagte bei der Aufsichtsratsversammlung von ZAK Holding GmbH und der ZAK-Verbandsversammlung Bereichsleiter Christoph Lindermayr.

Zwar ist das Fernwärmenetz mit dem Anschluss eines weiteren Kunden im Jahr 2019 mittlerweile voll ausgelastet – „wir sind voll ausverkauft“, sagte Lindermayr. „Aber wir sehen, in Sonthofen ist noch mehr drin, da müssen wir halt vergrößern“, so Aufsichtsratsvorsitzender Gebhard Kaiser, „die Kapazität für einen zweiten Ofen wäre da.“ Auch in Sonthofen sei man nun „ein großer Energieversorger“. Mittlerweile sind 81 Übergabestationen an das 5,8 Kilometer lange Fernwärmenetz angeschlossen. Umgerechnet ersetze das Biomasseheizwerk rund 2,1 Millionen Liter Heizöl durch den regenerativen Energieträger Holz. 

Letztes Jahr hatten die Verantwortlichen im Heizwerk mit einem Schaden am Kranhubwerkmotor und am Leistungsschalter der Turbine zu kämpfen. „Wir haben drei Tage lang keinen Brennstoff mehr in die Anlage bekommen“, sagte Lindermayr, „und konnten keinen Strom erzeugen“. Bis auf einen Selbstbehalt von 20.000 Euro zahlte die Versicherung für beide Schäden, die rund 70.000 Euro kosteten. Rund 160.000 Euro musste der ZAK berappen, um ungewöhnlich viele Leckage-Stellen im Fernwärmenetz zu reparieren. Im Jahr 2019 waren es acht statt zwei bis drei wie sonst üblich. Die genauen Ursachen dafür werden noch untersucht. 

Wegen der Schäden rechnen die Verantwortlichen für 2019 im Biomasseheizwerk mit einer schwarzen Null und damit einem schlechteren Ergebnis als sonst. Die Bioenergie Oberallgäu GmbH, die das Heizwerk betreibt, gehört zu 40 Prozent den Allgäuer Überlandwerken, zu 30 Prozent den Allgäuer Kraftwerken, zu 20 Prozent der Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu, die den Brennstoff liefert, und zu 20 Prozent dem Biomassehof.

Susanne Lüderitz

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