Viele Windkraft-Gegner bei Infoveranstaltung

Starker Gegenwind

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Um die Windkrafträder im Allgäu und ihre Standorte ist eine heftige Debatte entbrannt.

Isny – Die Stadt Isny hatte vor kurzem einmal mehr um Bürgerbeteiligung in Sachen Windkraft gebeten und deshalb zu einer weiteren Diskussionsrunde in die neue Mensa am Schulzentrum geladen.

Das Planungsbüro Sieber war mit fünf Mitarbeitern vertreten und außer ihnen saßen noch Bürgermeister Rainer Magenreuter und Pit Hummel, Fachmann für Bau- und Planungsrecht mit auf der Bühne. 

Rund 70 Zuhörer waren zu der Veranstaltung gekommen. Die meisten von ihnen sind erklärte Gegner von Windkraftanlagen an den vorgeschlagenen Standorten und in der Region überhaupt. Das, was am Beurener Berg angefangen hatte und zu einer Bürgerbewegung auswuchs, war nur der Anfang. Das Planungsbüro hat mittlerweile Gebiete markiert, die für eine Konzentrationszone von zwei bis drei Windkraftanlagen infrage kämen. Doch gegen diese eventuellen Standorte formierten sich sogleich die Gegner. Massive Proteste sind auch in schriftlicher Form bei der Verwaltung und beim Planungsbüro eingegangen. Es erscheint den Befürwortern der Windkraft wichtig, die schon beim Landratsamt vorliegenden Baugesuche zumindest im Standort im Griff zu behalten. 

Die Genehmigung erfolgt über das Landratsamt und die Stadt Isny sieht sich in die zweite Reihe gestellt. Ist jedoch ein Flächennutzungsplan ausgewiesen, kann man mindestens auf den Standort der Anlagen Einfluss nehmen. Stadtverwaltung und auch das Planungsbüro Sieber versuchten bei dieser Veranstaltung klarzustellen, dass es der einzige Weg zu sein scheint, die unkontrollierte Bautätigkeit in den Griff zu bekommen. Der immer wieder vorgebrachte Einwand, in der Planung des Regionalverbandes wäre doch der Standort Beurener Berg nicht mehr aufgeführt, ist wenig stichhaltig. Das bedeutet im Prinzip gar nichts, denn das ist kein Hinderungsgrund für Einzelanträge und Genehmigungsverfahren des Landratsamtes. Bürgermeister Rainer Magenreuter und Pit Hummel haben den Gegnern zugestanden, dass die Proteste noch fertig formuliert an die Verwaltung eingereicht werden können. 

Abstimmung kommt 

Das weitere Vorgehen ist damit in den gesetzlich vorgegebenen Rahmen eingebunden. Nach der Sommerpause wird der Teilflächennutzungsplan dem Gemeinderat zur Diskussion und Abstimmung vorgelegt. Ist der Gemeinderat zu einem Entschluss gekommen, folgt die öffentliche Auslegung mit der weiteren Möglichkeit Einwände vorzubringen. Sollten dabei gravierende Einwände vorgebracht werden, wird noch einmal neu formuliert, abgestimmt und verkürzt öffentlich ausgelegt. Dann sollte der Vorgang abgeschlossen sein. Die alternativen Techniken sind nicht aufzuhalten und haben im Blick auf die Abschaltung der Atomkraftwerke auch ihre Berechtigung. Was zum Nachdenken anregen sollte, so ein Zuhörer, sei doch wohl mehr die Tatsache, dass Deutschland Stromexporte in großen Mengen auch heute macht und man sich dann schon mal fragen muss, wo denn die Energie gewonnen werde, die da auf den Markt kommt.

Manfred Schubert

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