"Wir haben noch Kapazitäten"

An der Kreuzung Memminger Straße/Lotterbergstraße soll ein zusätzliches Rotsignal für den geradeaus fahrenden Verkehr installiert werden. Foto: Matz

Die Ampeln an der Memminger Straße funktionieren endlich so wie es sein soll. Zu diesem Schluss ist jetzt das Kemptener Tiefbauamt gekommen. „Mittlerweile sind die Signalanlagen insgesamt optimiert und im Tagesverlauf uneingeschränkt leistungsfähig", sagte Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann am Donnerstagabend im Verkehrsausschuss. Auf Anregung der beiden Stadträte Dieter Zacherle (FW) und Dr. Dominik Spitzer (FDP) soll an den Kreuzungen Lotterbergstraße und Rottachstraße kleine Veränderungen vorgenommen werden.

Stockender Verkehr und Gefahren für Fußgänger hatten in 2010 ein Aufstellen der Ampelanlagen in der Memminger Straße zur Folge. „Die Einmündungen ohne Signalanlagen waren großenteils überlastet und der Verkehrsfluss somit nicht mehr gewährleistet”, erinnerte Wiedemann. In der Folgezeit seien die Ampeln schließlich zwei mal nachjustiert und optimiert worden, berichtete der Amtsleiter – bis zum jetzt vorliegenden Ergebnis. Nichts desto trotz könne es morgens und abends zu Wartezeiten für die Autofahrer kommen. „Diese sind aber kurz”, so Wiedemann. Als weiterer Schritt werden im Tagesverlauf die Umlaufzeiten von 90 auf 70 Sekunden verkürzt. „Das verkürzt die Wartezeit insgesamt für alle Verkehrsteilnehmer, auch für Fußgänger, und führt letztlich zu mehr Akzeptanz.” Auf Antrag von Dieter Zacherle (FW) soll außerdem an der Einmündung Lotterbergstraße ein größerer Schutzblinker für Fußgänger als bisher angebracht werden, damit die Autofahrer ihn besser wahrnehmen. Zacherle hatte zuvor kritisiert, dass Fahrer, die von links aus der Lotterbergstraße einbiegen, den Vorrang der Fußgänger missachten würden. Grund dafür ist, dass beide Seiten gleichzeitig grün bekommen. „Eine an nahezu allen Lichtsignalanlagen gegebene Situation”, erklärte Wiedemann. An der Kreuzung Lotterbergstraße soll darüber hinaus auf Initiative von Stadtrat Dr. Dominik Spitzer (FDP) ein weiteres Rotlicht am dortigen Peitschenmast installiert werden, sodass künftig für beide Geradeausspuren jeweils zusätzlich ein eigenes Rotsignal da ist. Außerdem soll der Beginn der Rotphase für den Geradeaus-Verkehr aus der Stadt heraus vorgezogen werden. Davon erhofft sich das Tiefbauamt mehr Sicherheit für die Fußgänger wenn diese grün haben. „Eine Verlängerung der Rotzeit und damit Verkürzung der Grünzeit an der Ampel Rottachstraße kann aus Gründen der Leistungsfähigkeit nicht vorgenommen werden”, erläuterte Amtsleiter Wiedemann. Spitzer war aufgefallen, dass die unterschiedlichen Grünphasen an der Lotterberg- und Rottachstraße durch den geringen Abstand beider Ampeln Irritationen bei den Autofahrern erzeugten. In der Folge würde der ein oder andere Verkehrsteilnehmer bei rot über die Ampel fahren und damit Fußgänger gefährden. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) äußerte sich zufrieden über den Stand der Dinge. „Ziel war immer, dass wir in den Köpfen der Menschen erreichen, dass es von Westen kommend einfacher ist, über die Rottachstraße zu fahren”, sagte er. Das müsse noch stärker im Bewusstsein der Menschen verankert werden. Tiefbauamtsleiter Wiedemann bestätigte diese Einschätzung: „Wir haben noch Kapazitäten in der Rottachstraße – und die sollte man auch nutzen”, appellierte er. Stadtrat Herbert Karg (FW) wiederum wollte wissen, ob die Grünphasen für Linksabbieger in der Rottachstraße nicht verlängert werden könnte. Allzu große Hoffnungen wollte ihm Baureferentin Monika Beltinger wegen der Auswirkungen auf den übrigen Verkehr zwar nicht machen. OB Netzer kündigte aber an, in Spitzenzeiten die Situation vor Ort noch einmal zu überprüfen. Gelöst worden sei übrigens auch das Problem der Falschparker vor dem Lebensmittelladen in der Lottergergstraße durch verstärkte Kontrollen durch Stadtverwaltung und Polizei – dafür stehen die Autos jetzt aber auf der gegenüberliegenden Seite.

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