"Wir haben wieder genügend Plätze"

Für Verunsicherung, Unverständnis und einigen Unmut sorgt derzeit die jüngste Änderung des Schulsprengels für die Grundschule Dietmannsried. Demzufolge müssten alle ABC-Schützen aus dem Ortsteil Überbach ab sofort wieder in Dietmannsried eingeschult werden, anstatt, wie in den letzten Jahren, in der Grundschule Haldenwang. Für viele Überbacher Eltern ist diese Neuregelung nicht nachvollziehbar, zumal fast alle Kinder des Dorfes derzeit den Kindergarten in Haldenwang besuchen. Dietmannsrieds Bürgermeister Hans-Peter Koch beschwichtigt: Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Koch hat die sogenannte Umsprengelung (von der die Kinder des Ortsteils Probstried übrigens nicht betroffen sind, sie werden weiterhin in Haldenwang eingeschult) offiziell zum jetzt beginnenden Schuljahr 2012/13 veranlasst. Da sich aber für diesen Herbst immerhin neun von elf einzuschulenden Kindern aus dem Gebiet von Überbach an der Haldenwanger Grundschule angemeldet haben, wurde vereinbart, die Änderung erst zum Schuljahr 2013/14 in Kraft treten zu lassen. „Ich will da jetzt keine Unruhe hineinbringen“, erklärt der Rathauschef. Dass einige Überbacher Eltern dennoch auf die neuerliche Änderung irritiert bis verärgert reagieren, hat seine Gründe. Schon des Öfteren fühlte man sich von Gemeindeseite stiefkindlich behandelt. Nicht nur wurden die Kinder des 450-Seelen-Dorfes östlich der A7 in den vergangenen Jahren immer wieder zwischen verschiedenen Schulstandorten „herumgeschoben“ – mal mussten sie nach Lauben, mal nach Dietmannsried, ab 2005 an die überschaubare vierstufige Grundschule Haldenwang, nun wieder nach Dietmannsried –, auch bei der Vergabe der Kindergartenplätze hatten sie zuletzt das Nachsehen. Denn 2008/2009 konnten die Überbacher Kinder weder in Dietmannsried noch in Probstried unterkommen. Schließlich wandten sich fast alle Familien an den Kindergarten Haldenwang, wo sie mit offenen Armen empfangen wurden. Dass ihre Kinder, die sich in den Haldenwanger Einrichtungen wohlfühlen und dort soziale Kontakte geknüpft haben, jetzt plötzlich doch wieder nach Dietmannsried sollen, an eine Schule die ohnehin unter akutem Platzmangel leidet, ist für viele schwer nachvollziehbar. Man wünscht sich endlich eine langfristige Planungssicherheit, um nicht in wenigen Jahren wieder „umgebucht“ zu werden. „Nach der unguten Situation vor ein paar Jahren haben wir jetzt wieder genügend Kindergarten- und ab September auch Krippenplätze für alle.“ Auch die Grund- und Mittelschule verfüge über ausreichende Kapazitäten, erklärt Hans-Peter Koch und zeigt sich kompromissbereit: „Wenn in den nächsten Jahren die einen oder anderen Überbacher Eltern ihr Kind unbedingt nach Haldenwang in die Schule schicken wollen, werde ich denen keine Steine in den Weg legen. Man muss letztendlich den Elternwillen und den des Kindes berücksichtigen.“ "Berechtigtes Ansinnen" Auch wenn Koch gerne die politische und kirchliche Zugehörigkeit des Dorfes zur Marktgemeinde als Hauptgrund für die Umsprengelung anführt – „Überbach gehört schließlich zu Dietmannsried, nicht zu Haldenwang“ –, spielt der finanzielle Aspekt der bisherigen Situation sicherlich auch eine nicht zu vernachlässigende Rolle: Für jedes der derzeit 14 Überbacher Kinder, die den Haldenwanger Kindergarten besuchen, muss Dietmannsried der Nachbargemeinde nämlich einen Basisbetrag von rund 800 Euro jährlich bezahlen. „Da ist es natürlich ein berechtigtes Ansinnen, diese Kinder wieder zurückzuholen, jetzt wo wieder genug Platz ist“, findet Haldenwangs Erster Bürgermeister Anton Klotz. Da die Kinder, die künftig in Dietmannsried eingeschult werden, vermutlich auch dort in den Kindergarten geschickt werden, werde der Haldenwanger Kindergarten laut Klotz mittelfristig möglicherweise eine von drei Gruppen einbüßen – oder im Idealfall in eine Krippengruppe umwandeln. Die Schule werde den Wegfall problemlos verkraften.

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