"Wir sind alle glücklich"

„Sehr zufrieden“ ist Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz mit dem Verkauf des Gusswerks Waltenhofen an Dr. Ruja Ignatova (der KREISBOTE berichtete). Wie er am Freitag gegenüber dem KREISBOTE angab, seien auch die Reaktionen der Mitarbeiter „sehr positiv“ gewesen. „Es gab heute bei der Betriebsversammlung einen sehr langen Applaus für alle Beteiligten“, so Geiwitz.

Durch den Verkauf des Guss-werks können 85 Beschäftigte gehalten werden, darunter auch zwei Auszubildende erläuterte Carlos Gil, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Kempten, am Freitag. „Wir von der Gewerkschaft haben lange dafür gekämpft, dass diese Zahl an Arbeitsplätzen trotz der aus Sicht des Käufers notwendigen Kürzungen erhalten werden kann“, gab er gegenüber dem KREISBOTE an. Jeder verlorene Arbeitsplatz sei jedoch einer zu viel, machte er klar. Trotzdem ist man froh, dass es dem Insolvenzverwalter gelungen ist, den Betrieb überhaupt weiterzuführen. Bei einigen Mitarbeitern herrsche jetzt natürlich Zukunftsangst. Positiv stimmt ihn jedoch, dass es gelungen ist eine Transfergesellschaft zu gründen. „Dort können die gekündigten Mitarbeiter aufge- nommen und weiterqualifiziert werden“, erklärte Gil. Die Gesellschaft ist jedoch nur ein Angebot, der Eintritt freiwillig. „Mit der Käuferin haben wir vereinbart, dass wenn die Arbeit anzieht und weitere Arbeitskräfte gebraucht werden, diese aus der Gesellschaft genommen werden müssen“, frohlockte er. „Momentan sind alle glücklich“, so Geiwitz am Freitag. Der Betriebsrat habe ihm bestätigt, dass auch er sich für die Käuferin entschieden hätte. Auch die Mitarbeiter seien zufrieden, weil auch Herr Ignatov, der Mann der Käuferin, sich für nichts zu schade sei und den Mitarbeitern auch mal über die Schulter schaue, sagte er. Einen kleinen Erfolg konnte die IG Metall in den Verhandlungen verbuchen. „Die neue Eigentümerin hat dem Tarifvertrag der IG Metall bis auf kleine Abweichungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld zugestimmt“, erläuterte Carlos Gil. Damit gelten weiterhin die gleichen Tarifbedingungen. „Jetzt können wir nur noch hoffen, dass es wirtschaftlich wieder aufwärts geht“, meinte Geiwitz abschließend. Das Gusswerk Waltenhofen hatte am 23. Dezember Insolvenz angemeldet. Bisher waren 137 Mitarbeiter dort beschäftigt, Geschäftsführer war Christoph von Platen. „Der wird sich beruflich neu orientieren müssen“, sagte der Insolvenzverwalter auf Anfrage.

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