"Es wird alles für die Sicherheit getan"

Festwochenleiterin Martina Dufner-Wucher. Foto: Läufle

Noch vor Beginn der 61. Allgäuer Festwoche am Samstag (siehe eigener Bericht), präsentierte die Organisationsleiterin Martina Dufner-Wucher vergangene Woche zusammen mit der Polizei, dem Amt für Jugendarbeit, dem Rechts- und Ordnungsamt, dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz und der Freiwilligen Feuerwehr Kempten das Sicherheitskonzept für die diesjährige Allgäuer Festwoche. „Das ist ein aktuelles Thema, wir erwarten 170 000 Besucher an neun Tagen“, betonte Dufner-Wucher.

Neben bewährten Sicherheitsvorkehrungen, wie dem im vergangenen Jahr erstmals eingerichteten Sicherheitszentrum in der Turnhalle am Königsplatz oder der Festwochen-Verordnung, gibt es heuer eine Neuerung, die Dufner-Wucher zufolge im Bezug auf die Sicherheit „wichtig ist“ – das elektronische Kassensystem (der KREISBOTE berichtete). „Wir werden erstmals eine Sicherheit haben, wie viele Besucher sich tatsächlich auf dem Gelände aufhalten“, erläuterte die Organisationsleiterin, „bisher waren wir immer auf Schätzungen angewiesen. Jeder Besucher der das Gelände betritt oder verlässt wird per Scanner registriert, dadurch ist die Festwochen-Leitung jederzeit über den aktuellen Besucherstand informiert. Jugendschutz wichtig Der Jugendschutz spielt in diesem Jahr einmal mehr eine große Rolle. Wie die Leiterin des Rechts- und Ordnungsamts, Sabine Colberg, mitteilte, gab es im Jahr 2009 über 100 Verstöße gegen die Festwochen-Verordnung. Meist sind es Jugendliche, die sich ohne Begleitung von Erziehungsberechtigten auf dem Gelände aufhalten oder Jugendliche, die Alkohol trinken, der für sie nicht freigegeben ist. Laut der Verordnung dürfen sich Minderjährige bis einschließlich 13 Jahre bis 20 Uhr, 14- bis einschließlich 15-Jährige bis 22 Uhr und Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren bis 24 Uhr ohne Erziehungs- berechtigte auf der Festwoche aufhalten. Ab 24 Uhr müssen 16 bis 18-Jährige ab heuer in Begleitung der Eltern sein. „Wir haben die Festwochen-Verordnung bereits vor der Festwoche in Schulen und Jugendeinrichtungen bekannt gemacht und sie hängt auch an allen Eingängen aus“, sagte Thomas Baier-Regnery, Leiter des Amts für Jugendarbeit. Er kündigte an, dass Jugendschutzkontrollen gemacht werden. Zudem wolle man mit den Erziehungsberechtigten ins Gespräch kommen und einen Appell an alle Beteiligten richten, wie man mit dem Thema Alkohol umgeht. „Grundsätzlich sind alle Jugendlichen herzlich willkommen auf der Festwoche“, betonte Michael Keck, Leiter der Polizeiinspektion Kempten. „Aber sie sollten sich an die Regeln halten.“ Aufenthaltsverbot Sein Kollege Peter Stöckle teilte mit, dass im Vorfeld bereits präventiv Aufenthaltsverbote für acht jugendliche Intensiv- und Mehrfachtäter erlassen wurden. Weiteren acht Ju-gendlichen wurde ein generelles Betretungsverbot vor Gericht erteilt. Festwirt Hans Schmid machte klar, dass der Jugendschutz auch im Bierzelt groß geschrieben wird. Alle Bedienungen mussten im Vorfeld mit einer Unterschrift bestätigen, dass sie sich an die Jugendschutzverordnung halten. „Beim Nichtraucherschutz müssen wir in diesem Jahr erst Erfahrungswerte sammeln“, führte Colberg an. Dufner-Wucher stimmte ihr zu und sagte, dass die Aussteller über das Rauchverbot informiert wurden. Festwirt Schmid geht davon aus, dass es durch das Nichtrauchergesetz viel Bewegung im Zelt geben wird. „Die Leute haben aber die Möglichkeit nach drei Seiten raus zu gehen“, erklärte er. Außerdem werde man auf die Einhaltung des Verbots achten und gut 20 Sicherheitskräfte im und um das Zelt würden gegebenenfalls eingreifen. Michael Fackler vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz schilderte, dass es einen genauen Plan gibt, was passiert wenn ein Gewitter, Hagel oder Sturm aufzieht und wie die Rettungskräfte reagieren müssen. Das Wetter werde ständig von der Integrierten Leitstelle beobachtet, so Fackler. „Wichtig“, so Dufner-Wucher abschließend, „ist ein abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten.“ Es werde alles für die Sicherheit getan.

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