Bürger sind aufgerufen, sich zur Zukunft der Bundeswehrflächen Gedanken zu machen

Reha-Zentrum oder Polizei?

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Großes Interesse von Seiten der Bürgers am Infostand zur weiteren Nutzung der Bundeswehrliegenschaft: Unter anderem stellen sich Kemptens Wirtschaftsreferent Richard Schießl (4.v.l.) und Baureferentin Monika Beltinger (5.v.l.) den Anregungen der Bürger.

Kempten – Die Bedeutung des Begriffes „Bundeswehrkonversion” ist nicht jedem geläufig. Das merkten auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Stadtplanungsbüros Dragomir, als sie die Bürger zu ihren Wünschen und Ideen hinsichtlich einer zukünftigen Nutzung der Bundeswehrliegenschaften befragten.

Vor Ort gibt es derzeit davon noch 51 Hektar. 43 Hektar nimmt die Ari-Kaserne am Berliner Platz in Anspruch, acht Hektar das Gelände rund um das ehemalige Lazarett und Kreiswehrersatzamt am Haubensteigweg. Im Zuge der Bundeswehrreform aus dem Jahr 2011 hat das Bundesverteidigungsministerium entschieden, dass der Bundeswehrstandort Kempten geschlossen wird. Somit nimmt die lange Tradition Kemptens als Garnisonsstadt ihr baldiges Ende. Voraussichtlich Ende 2016 ist Schluss mit der Bundeswehr in der Iller-Stadt. 

Grund genug für die Stadtvorderen, bereits jetzt mit der Planung für eine zukünftige Nutzung dieser Flächen zu beginnen und die Bürger in diesen Prozess mit einzubeziehen. VU – vorbereitende Untersuchungen, nennt sich so etwas im guten Amtsdeutsch. In Wirklichkeit ist der Prozess viel lebendiger und tatsächlich nah am Bürger. Der oder die konnte schließlich mit einer ausgefüllten Postkarte, die an ein großes Brett gepinnt wurde, Wünsche für eine kommende, zivile Nutzung der Bundeswehrliegenschaften äußern. „Ein solch reges Interesse der Bürger finden wir selten bei unseren Voraberhebungen”, sagt Mareike Völp vom Planungsbüro Dragomir aus München. „Die Bürger stellen uns viele Fragen und sie nehmen sich die Zeit, sich mit diesem Thema zu beschäftigen”, so unisono die Passanten-Befrager der Stadt und des Stadtplanungsbüros. 

Reha-Zentrum, Seniorenwohnanlage, Platz für Gewerbe, Polizei, betreutes Wohnen – das sind nur einige der notierten Wünsche hinsichtlich der zukünftigen Nutzung. „XXL-Lutz Neubert” hat einer ans Brett gepinnt, der am meisten geäußerte Wunsch der Bürger aber ist – bezahlbares Wohnen. Das gab es im Resultat auch bei der Umwandlung des ehemaligen Areals der „Prinz-Franz-Kaserne”, wo sich heute unter anderem zwischen Rottach- und Herrenstraße zentrumsnahe Wohnanlagen befinden. 

Es sind noch mehrere Informations- und Diskussionstermine zum Thema geplant. Außerdem steht dem Bürgern der Weg frei sich direkt mit dem Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung in Verbindung zu setzen. Weitere Infos sind zudem online auf der Internet-Seite www.kempten.de/de/bundeswehrkonversion zu finden.

Jörg Spielberg

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