„Basis der Entwicklung einer Stadt“

Wirtschaftsjunioren laden Politik zum Austausch ein

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Nun Past-Sprecher Tobias Sirch (li.) hat den „Staffelstab“ an den neuen WJ-Kreissprecher Matthias Grath (re.) übergeben. In ihrer Mitte die stv. Kreissprecherin Stefanie Schnetzer.

Kempten – Es scheint eine Art Geheimtipp zu sein, die periodische Jahresauftaktveranstaltung der Wirtschaftsjunioren (WJ) Kempten-Oberallgäu zum gegenseitigen Austausch zwischen Politik und Wirtschaft, auch diesmal im Müßiggängelzunfthaus.

Zumindest hatten sich von den dazu eingeladenen Stadträten und Bürgermeistern der Umlandgemeinden gerade einmal Kemptens OB Thomas Kiechle, vier Stadträte sowie Wirtschaftsreferent Dr. Richard Schießl eingefunden und als einsamer Vertreter des Landkreises lediglich Betzigaus Bürgermeister Roland Helferich. Auch die Reihen der WJ selbst hielt sich im überschaubaren Rahmen.

Für Kiechle jedenfalls ist gerade diese Art des Austausches „die Basis der Entwicklung einer Stadt“ und was das angehe, stecke Kempten 2017 in vielen Prozessen. Mit dem Mobilitätskonzept seien in Deutschland zwar auch viele andere Städte befasst, aber heuer müssten die für Kempten gesteckten Leitziele „mit Maßnahmen belegt werden, die auch im Stadtrat mehrheitsfähig sind“. Ebenfalls in einem Prozess befänden sich die ehemaligen Bundeswehr-Liegenschaften. Einen „großen Schub nach vorne“ gerade für junge Unternehmen, die der Region neue Impulse geben könnten, versprach er sich vom Digitalen Gründerzentrum und auch im Bereich Kultur habe man bezüglich Museumsentwicklung oder den jüngsten Ideen für die Stadtbibliothek „einen großen Schritt“ getan, wie auch im Wohnungsbau. „Super“ fand er das Jahresthema der WJ: „Unsere Heimat in Europa“. Denn „unsere Großväter hatten eine Vision“, die damals „völlig utopisch“ gewesen sei, es aber dennoch geschafft, dass seit 70 Jahren Frieden herrsche. Dagegen bereite der Blick in die Welt heute „eher Sorgen“, u.a. der nach Osteuropa, der auf den Brexit oder nach Frankreich und Italien, die „uns allergrößte Sorgen bereiten“.

Matthias Grath, neuer Sprecher der WJ, erklärte den externen Besuchern kurz die Struktur der in mehreren Ebenen letztendlich weltweit vernetzten Wirtschaftsjunioren, deren Mitglieder sich aus unter 40-jährigen Unternehmern, Selbstständigen und Führungskräften „aus so gut wie jeder Branche“ zusammensetzt. Einblicke lieferten die jeweiligen Sprecher der vier Arbeitskreise Bildung & Fachkräfte, Kommune & Wirtschaft, Unternehmertum sowie Presse und Marketing in ihr Tun.

Der Ausblick auf das noch junge Jahr offenbarte zahlreiche Aktivitäten. Unter anderem wird am 12. Juli im Stadttheater bereits zum 14. Mal das Sommergespräch der Wirtschaftsjunioren stattfinden, zum Jahresthema „Unsere Heimat in Europa“. Er könne dem OB nur beipflichten, „man hört viel darüber, aber dass es Auswirkungen auf jeden Einzelnen“ habe, sei den Wenigstens bewusst, meinte Grath. Er sah da „auch eine Pflicht“ seitens der Unternehmer, denn, auch wenn man nicht immer alles „toll“ finden müsse, „sie sind auch in den nächsten Jahrzehnten abhängig vom Erfolg der EU“, die er insgesamt als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnete.

Geplant sind außerdem wieder diverse Betriebsbesichtigungen, regelmäßige Stammtische u.v.m.. Als besonderes Angebot pries er den Know-how-Transfer (KHT), bei dem Wirtschaft auch überregional auf Politik treffe. Beispielweise könne ein WJ-Mitglied zu einem Politiker nach Berlin reisen und ihn vier bis fünf Tage begleiten. Möglich sei das auch im Landtag und bei manchen Kommunen. Den eigentlichen Austausch gab es dann noch bis spät, in lockerer Runde an den kleinen runden Stehtischen mit kulinarischen Köstlichkeiten aus der Küche des Hause.

Christine Tröger

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