Salat im Tetra-Pack?

"Wissen wie’s wächst und schmeckt" an der Grundschule Haubenschloss

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Was wächst wie und wo? Dr. Elisabeth Bischofberger konnte die Grundschüler bei dem Projekt „Wissen wie’s wächst und schmeckt“ für unsere heimischen Lebensmittel begeistern. In fünf Wochen werden die Kinder aus ihren Bäckerkistenbeeten ernten und Wraps zubereiten.

Kempten – Passend zum heißen Wetter konnten die Kinder der zweiten und dritten Klasse der Haubenschloss Grundschule am Dienstag den halben Unterrichtstag wahrlich im Freien genießen. Denn es gab allerlei frisches Obst und Gemüse zu probieren – natürlich erst nach getaner Arbeit. Zuvor säten und pflanzten die Kinder ihre eigenen Lebensmittel für den Genuss in fünf Wochen: Dann gibt es einen Wrap mit den Leckereien aus den Kleingärten in Bäckerkisten.

Wo wächst Salat? Kann man Schnittlauchblüten essen? Wie wird aus Gemüse ein leckerer Pausensnack? Viele Kinder wissen heute nicht mehr, woher das Essen ursprünglich kommt, das sie jeden Tag in ihrer Brotbox mit in die Schule nehmen. Um die Kinder wieder stärker in Kontakt mit der Herkunft unserer Lebensmittel zu bringen, hat das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten „Wissen wie’s wächst und schmeckt“ initiiert. 

Das Konzept dazu entwickelte das Kompetenzzentrum für Ernährung in Zusammenhang mit der Bayerischen Gartenakademie an der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau. „Wir wollen die Kinder über das eigene Tun mit allen Sinnen an eine ausgewogene Ernährung heranführen“, sagt Dr. Elisabeth Bischofberger, Diplomökotrophologin am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. „Sie erfahren, dass es Aufwand und Zeit erfordert, damit Pflanzen wachsen und gedeihen. Ziel ist, den Kindern eine größere Wertschätzung für Lebensmittel zu vermitteln.“

Salat aus der Bäckerkiste 

Eine simple aber sehr funktionelle Idee: Die Kinder füllten mit Gartenvlies ausgelegte hohe Bäckerkisten mit Erde und setzen dort Salat und Gemüse ein. Außerdem säten sie Kräuter in abgeschnittene Tetrapacks. Auch wer zu Hause nur einen Balkon hat, kann so ganz einfach und ohne hohe Kosten ein eigenes Gemüsebeet anlegen. Was es dabei alles zu beachten gibt und wie genau die Beete in den folgenden Wochen zu pflegen sind, erklärte Eva Herb von der Biogärtnerei Herb den Grundschülern. Zum Naschen holte Bischofsberger die Kinder nach der Pflanzaktion an ihren Stand der Sinne. Hier konnten sie heimisches Obst und Gemüse fühlen, riechen, tasten und schmecken, mit offenen oder geschlossenen Augen. 

In den nächsten fünf Wochen steht Sorgfalt und Zuverlässigkeit auf dem Gartenstundenplan. Der/die jeweilige Klassenlehrer/in unterstützt die Zweit- und Drittklässler bei dieser Arbeit, die sich bereits auf ihre Wraps freuen. Der Kreis vom Anpflanzen, Wachsen, über die Ernte bis hin zur Zubereitung eines Gerichtes wird damit genussvoll geschlossen.

Annette Mayr

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