Wochenmarkt zieht um

Viele Kemptner Gastwirte sowie in der Salzstraße ansässige Geschäftsleute nahmen an der Informationsveranstaltung des Aktionsbündnisses „Pro Tiefgarage“ teil. Foto: Neuner

Die Marktleute des Wochenmarktes stehen dem Bau einer Tiefgarage offenbar aufgeschlossen gegenüber. Das wurde vergangene Woche bei einer „Informationsveranstaltung“ der Initiative „Pro Tiefgarage“ deutlich. „Wir müssten mit Blindheit geschlagen sein, wenn wir dieses Angebot einer Tiefgarage nicht annehmen wollten“, meinte beispielsweise Standbetreiber Ulrich Leiner. Die Gastwirte befürchten dagegen ohne eine Tiefgarage Umsatzeinbußen.

Um die Marktleute über die Auswirkungen der Neugestaltung des Hildegardplatzes zu informieren und eine Rückmeldung zu bekommen, hatte das Aktionsbündnis „Pro Tiefgarage“ vergangene Woche zu einer „Informationsveranstaltung“ eingeladen. Zu Beginn stellte Baureferentin Monika Beltinger den erschienenen Marktleuten den Planungsentwurf mit und ohne Tiefgarage vor. Die Marktleute äußerten sich grundsätzlich zustimmend zur Tiefgarage. Allerdings bedauerten sie keine Stimmberechtigung zu haben. „Viele von uns kommen von außerhalb, folglich sind wir nicht wahlberechtigt beim Bürgerentscheid“. Dieser Problematik war sich Heinz Grünwald, Sprecher der Initiative, durchaus bewusst. Dem Vorschlag Grünwalds, die Kundschaft deshalb direkt an zu sprechen und die positive Haltung der Marktleute für die Tiefgarage weiter zu geben, stimmten die Händler zu. Zudem erklärten sich einige Marktleute bereit, auch mit Plakaten oder Handzetteln bei ihren Kunden für Aufklärung zu sorgen. Mit Erleichterung konnten die Marktleute aufnehmen, dass am Hildegardplatz nicht mit größeren archäologischen Funden zu rechnen sei, sodass – egal ob mit oder ohne Tiefgarage – hier nur eine Sommersaison entfallen muss. Zwar stellt der Umbau die Händler vor besondere Anforderungen, doch der Alternativstandort für diese Saison vor der Residenz wurde durchaus positiv aufgenommen. Da der Hildegardplatz nicht auf einen Schlag in eine Großbaustelle verwandelt werden soll, sondern Schritt für Schritt von Osten her saniert wird, hatten die Marktleute keine Befürchtungen, größere Einschränkungen hinnehmen zu müssen. „Durch eine schrittweise Sanierung ergibt sich für uns dadurch immer wieder die Möglichkeit in Standnähe zu parken“, so die Meinung der Händler. Wunsch nach Toilette Allerdings hatten die Standbetreiber dann doch noch eine Bitte: Eine eigene Toilette in Marktnähe wäre für die Marktleute von Vorteil. Dies sei bisher in der Planung allerdings noch nicht berücksichtigt, so Beltinger, versprach aber diese Anregung mit zu nehmen. Kaum weniger Teilnehmer hatte die nächste „Informationsveranstaltung“ einige Tage später, zu dem das Aktionsbündnis Gastronomen, die ihre Lokale im Gebiet rund um die St. Lorenzkirche betreiben, eingeladen hatte. Auch an der Salzstraße ansässige Geschäftsleute nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren. Offenbar sind sich die Wirte durchaus bewusst, dass ein Wegfall von 95 Parkplätzen schwer ins Gewicht fällt. Dass tagsüber immer wieder freie Parkplätze zur Verfügung stehen, stritten die Wirte nicht ab. „Doch unsere Hauptgeschäftszeiten finden in den Abendstunden statt“, so Hans Hummel vom Haus Hochland. Um diese Uhrzeit gebe es schon jetzt immer mal wieder zu wenig Parkangebote, wie die meisten Anwesenden bemängelten. Finden gleichzeitig mehrere Veranstaltungen statt, werde die Parkplatzsuche schnell zum Abenteuer, meinten sie. Ein Wegfall von 95 Parkplätzen wäre für die Wirte daher ein herber Verlust. „Wenn wir uns gegen eine Tiefgarage aussprechen, werden wir in der Zukunft diese Nachlässigkeit teuer bezahlen, der Norden der Innenstadt wird abgehängt“, machte Aktionsbündnis-Sprecher Heinz Grünwald deutlich. Dem Argument mancher Kritiker, in angemessener Entfernung stehe ausreichend Parkraum zur Verfügung, konnten die Gastwirte nicht zustimmen. Insbesondere der Parkplatz am Königsplatz ist aus der Sicht der Wirte für das Abendgeschäft ohne Bedeutung. Zum einen ist er einfach zu weit entfernt und zum anderen schließt dessen Betreiber die Garage um 22 Uhr und nicht wenige Gäste der umliegenden Lokale konnten ihre Fahrzeuge in der Vergangenheit erst am nächsten Tag wieder auslösen. Positiv nahmen die Gastwirte daher die Aussage von CSU- Fraktionsvorsitzenden Erwin Hagenmaier auf, das Parkhaus rund um die Uhr an sieben Tage der Woche zur Verfügung zu stellen sowie sich für ein kostenloses zweistündiges Parken an Sonn- und Feiertagen ein zu setzen.

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