Wohnhäuser statt Nonnen

Nachdem die letzten der Armen Schulschwestern das Kloster Lenzfried im vergangenen Jahr verlassen haben, kommt nun Bewegung in die Planungen für die weitere Zukunft des Klosters: Die Ausweisung von sieben neuen Grundstücken für Einfamilienhäuser im Klostergarten ist das erklärte Ziel der Stadtverwaltung, wie Hannes Striebel vom Stadtplanungsamt am Mittwochabend im Bauausschuss erläuterte. Allerdings gibt es zwei Wege, die zum Ziel führen.

Welchen Weg die Bauverwaltung bei ihren weiteren Planungen einschlägt, hatten die Stadträte mit der Begutachtung der Bebauungsplan-Aufstellung zu entscheiden. Einstimmig einigten sie sich auf die so genannte Variante I, die konzeptionell eine Aufteilung des Klostergartens in drei Areale vorsieht. Abgetrennt werden die einzelnen Bereiche durch Wege. Als neuralgischer Punkt in der Infrastruktur des Neubaugebiets ist ein Wendehammer vorgesehen. Wie Striebel weiter berichtete, sei es aus städtebaulicher Sicht sinnvoll, mindestens zwei Häuser in Nord-Süd-Richtung anzuordnen. „Trotz schlechterer solarer Nutzung, denn so würde sich ein klarer Abschluss für den östlich angrenzenden Klosterhof ergeben“, so Striebel. „Zudem wäre der Ausblick besser, ein größerer Abstand zu unteren Bebauung gegeben und die Ausnutzung der Feiflächen günstiger.“ Die zweite Variante geht dagegen von einer Aufgliederung des Klostergartens in zwei Bereiche aus. In diesem Fall soll die Erschließung über eine parallel zur Mauer verlaufende Straße und einen Wendehammer erfolgen. Der Vorteil dieser Idee wäre, dass die denkmalgeschützte Klostermauer komplett zugänglich gemacht werden könnte. Allerdings müsste die Verwaltung dafür ein benachbartes Grundstück kaufen. Voraussetzung für die Umsetzung beider Ideen ist jedoch der Abbruch des Wirtschaftsgebäudes, der Garagen und des ehemaligen Nebengebäudes. Die denkmalgeschützte Mauer soll als „raumbildendes Element“ erhalten bleiben. Nutzung ungewiss Striebel selbst sprach sich für Variante I aus: „Sie überzeugt im Vergleich aufgrund der geringeren Verkehrsfläche von rund 120 Quadratmetern, der größeren Grundstücke – etwa 360 Quadratmeter mehr bei gleicher Grundstückszahl – sowie der städtebaulich abwechslungsreicheren Anordnung“, betonte er. Offen sei hingegen bei beiden Planspielen, wie sie städtebaulich in Bezug zur denkmalgeschützten Klosteranlage gesetzt werden könnten. Das hänge letztendlich auch davon ab, als was das Kloster künftig genutzt wird. Derzeit sei immer noch offen, ob tatsächlich eine Schule in die historischen Gemäuer einzieht. Eventuell müssten die Wohnhäuser dann anders angeordnet werden, um Konflikte mit der Klosternutzung zu vermeiden. "Neue Phase" Die Stadträte äußerten sich nichts desto trotz zufrieden mit den vorgelegten Plänen. „Lenzfried erlebt damit eine neue Phase“, sagte Thomas Kiechle (CSU), der vor allem das Festhalten an der Parkanlage lobte. Aber auch er sprach sich dafür aus, die Positionierung der Häuser zunächst offen zu lassen. Hans Mangold von den Grünen überlegte indessen, ob es nicht besser wäre, mit der Bebauung nicht allzu nah an das Kloster heranzurücken. „Das Kloster ist so massiv, dass es zu keinen gegenseitigen Verstellungen kommt“, entgegnete ihm Baureferentin Monika Beltinger. Und so lange die Zukunft des Klosters noch ungewiss sei, werde sich die Bauverwaltung ohnehin so viele Optionen wie möglich offen halten.

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