Umnutzung der historischen Sheddachhalle

Ein Teil der Halle bleibt erhalten

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Beeindruckt von der Weite der riesigen Industriehalle zeigten sich im vergangenen Sommer auch die Mitglieder des Bauausschusses bei einer Besichtigung vor Ort.

Kempten – „Dieser Entwurf ist zurecht der Gewinner“, meinte SPD-Stadtrat Siegfried Oberdörfer am Dienstagnachmittag, nachdem Baureferentin Monika Beltinger die Pläne für die Umnutzung des Baudenkmals Weberei-Shedhalle in der Keselstraße vorgestellt hatte.

Der Entwurf des Architekturbüros Hagspiel sieht den Erhalt des älteren, südlichen Hallenteils vor. Hier soll das Erdgeschoss gewerblich genutzt werden, entlang der Ostmauer sind Loftwohnungen geplant. Der nördliche Teil der Halle soll abgerissen und durch Wohnbebauung mit verschiedensten Grundrisstypen ersetzt werden. 

Rückblick: Im Frühjahr 2013 gingen bei der Verwaltung ein Bauantrag für den Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern an der Keselstraße (bereits genehmigt, der Kreisbote berichtete), ein Bauantrag zum Abbruch eines Bestandsgebäudes an der Keselstraße und Neubau eines Mehrfamilienhauses an der Keselstraße sowie eine Bauvoranfrage für den Teilabriss und die Umnutzung des Baudenkmals Weberei-Shedhalle ein. Um die Möglichkeit des Erhalts und einer sinnvollen Nachnutzung der gesamten Sheddachhalle nochmals zu untersuchen zu können, beschloss der Stadtrat im Juli die zweite Änderung des Bebauungsplans „Ehemalige Spinnerei und Weberei“. Gleichzeitig wurde auf Grundlage eines SPD-Antrags und Forderungen von Altstadtfreunde-Vorsitzenden Dietmar Markmiller eine weitergehende städtebauliche Untersuchung in Form einer gemeinsamen Parallelbeauftragung mit dem Investor beschlossen. 

Danach beteiligten sich fünf Kemptener Architekturbüros an der Parallelbeauftragung. Ziel war die Entwicklung einer städtebaulichen Idee zur Umnutzung des Baudenkmals Weberei-Shedhalle. In insgesamt zwei Bearbeitungsphasen setzte sich schließlich der Vorschlag des Architekturbüros Hagspiel durch. Ein Auswahlgremium, bestehend aus Vertretern der Verwaltung, des Investors, der Stadtratsfraktionen, des Landesamts für Denkmalpflege sowie einem externen Experten, empfahl diese Planungen einstimmig als Grundlage für das zweite Änderungsverfahren zum Bebauungsplan. Der Bauausschuss schloss sich dieser Empfehlung am Dienstag an und fasste einstimmig den entsprechenden Beschluss. Wohnungen im Norden 

Die Idee: Das Konzept des Architekturbüros Hagspiel sieht den Erhalt des älteren, südlichen Hallenteils mit einer gewerblichen Nutzung um einen Innenhofbereich im Anschluss an Schlichterei und Ölturm sowie sich anschließenden Loftwohnungen vor. Die neuen Nutzungen und damit verbundene konstruktive oder statische Ergänzungen sollen so gut als möglich in die bestehende Struktur des Denkmals eingefügt werden. Der nördliche, in seiner Substanz schlechtere Teil der Halle wird abgerissen. An der Nahtstelle wird in der Flucht der Illerfußwegbrücke eine Anbindung an das örtliche Fuß- und Radwegenetz geschaffen. 

Anstelle des nördlichen Hallenteils ist eine um den Innenhof angeordnete Wohnbebauung mit verschiedensten Grundrisstypen und Wohnformen vorgesehen, die mit ihrem Sockelgeschoss die alte Halle nachzeichnet und die ehemalige Dimension erlebbar macht. Laut Beltinger soll dieses Sockelgeschoss komplett als Tiefgarage genutzt werden. Insgesamt entstehen so rund 6500 Quadratmeter Wohnfläche und 3700 Quadratmeter Gewerbefläche. „Auf dieser Basis soll nun die Bebauungsplanänderung vorangetrieben werden. Das dritte Gebäude an der Keselstraße soll nicht wieder aufgebaut werden“, erläuterte Baureferentin Beltinger. Grünen-Stadtrat Hans Mangold war „positiv überrascht“ von der Planung. Er habe nicht gedacht, dass die Möglichkeit bestehe, einen so großen Teil der Industriegeschichte erhalten zu können.

Der Siegerentwurf sowie die vier weiteren Entwürfe sind noch bis zum 24. Januar im Foyer des Rathauses ausgestellt und können besichtigt werden. Am kommenden Montag, 20. Januar, stehen Vertreter der Investoren und des Baureferats den Bürgern ab 18 Uhr persönlich Rede und Antwort.

Melanie Läufle

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