"Wollen Projekt vorantreiben"

Rege Diskussion im Stift: Eine Bürgerin erklärt Fraktionschef Dieter Zacherle (Mitte) und Stadtrat Herbert Karg (links) ihre Vorschläge zur Umgestaltung. ram

Für die Freien Wähler/ÜP sei es eine Selbstverständlichkeit, das klare Bürgervotum vom 10. April gegen eine Tiefgarage unter dem Hildegardplatz zu akzeptieren. Nun sei man aber die erste politische Gruppierung, die schon im Juli eine Art „Weckruf“ für die Neugestaltung des Platzes unterhalb der Basilika gestartet habe, betonten die FW/ÜP am Mittwoch bei einer Veranstaltung in der Brauerei-Gaststätte „Zum Stift“. „Wir wollen das Projekt vorantreiben, und vielleicht haben wir schon 2014 oder 2015 einen schönen, repräsentativen Platz unter weiterer Einbeziehung des Wochenmarktes“, gab sich Fraktionschef Dieter Zacherle optimistisch.

Natürlich könne man es nicht allen der 68 000 Einwohner Kemptens recht machen – dazu gebe es zu viele unterschiedliche Meinungen. Aber letztlich würden alle damit leben können, betonte Zacherle. Nachdem Bürgermeistern Sibylle Knott (FW/ÜP) auf die Vorgeschichte der Platzgestaltung eingegangen war, führte der stellvertretende Fraktionschef Alexander Hold die rege Diskussion. Und stellte am Ende doch so einige Gemeinsamkeiten des Publikums ins Feld: Der Markt solle auf dem Hildegardplatz bleiben und nicht etwa zum Königsplatz abwandern, was aber natürlich die Gestaltungsmöglichkeiten einschränke. Entlang der geplanten Zufahrtsstraße an der Häuser- und Geschäftszeile entlang gebe es viel Befürworter von Schrägparkplätzen. Und vom neugotischen Brunnen, den man wohl erst auffinden müsste, sei keine Rede mehr. Für einen kleineren Nutzbrunnen (um sich etwa nach dem Traubenessen die Finger waschen zu können) könnten sich offenbar viele Bürger erwärmen, so das Fazit von Alexander Hold. Flexible Parkplätze? Mehrfach wurde auch der „kahle Sankt-Mang-Platz“ angesprochen. So was solle sich unterhalb der Basilika nicht wiederholen, warfen mehrere Bürger ein. So entwickelte sich an diesem Abend schon ein gewisse Sympathie für auflockernde Baumreihen mit stamm-umgebenden Sitzmöglichkeiten mitten durch den Platz oder auch am Rande. Genau dort – an den beiden Häuserzeilen entlang – könnte sich Apotheker Ralf Oberbauer auch eine Allee vorstellen. Mit seiner Vorstellung, den Gehsteig zu einer Flaniermeile zu erweitern, rannte er offene Türen ein. Oberbauer wäre jedoch die Beibehaltung der jetzigen Einbahnstraßen-Regelung Richtung Osten lieber als die angedachte Doppelspurigkeit an den Häuserzeilen entlang. Denn dass erhöhte Verkehrsaufkommen würde nach seiner Auffassung nicht nur den Wochenmarkt stören. Ferner setzt sich der Mitinitiator des Bürgerentscheids gegen die Tiefgarage für ein Areal mit flexiblen Parkplätzen ein, die dann nur bei Bedarf freigegeben werden sollen. Falls Bewirtung auf dem Hildegardplatz gewünscht werde, sei wohl der Bau eines festen Gebäudes unumgänglich, so Stadtrat Bruno Steinmetz. Allerdings würde der Bau wohl stören, wenn die Stadt den Platz auch für größere Veranstaltungen nutzen wolle, so Steinmetz. Hold verwies dabei auf die Überlegungen der Stadt, im Zumsteinhaus teils touristische Angebote zu etablieren, eventuell auch mit einer Versorgungsstation. Der weitere Abbau von Parkplätzen ist für Hold kein Thema: „Autos sind nicht überall schön, aber leere Geschäfte sind auch nicht schön“, betonte er. Für Bürgermeisterin Sibylle Knott war indes klar: Der bisherige Gestaltungs-Beschluss des Kemptener Stadtrats habe die Leute nicht befriedigt. Daher müssten mit Ideen-Anhörungen wie an diesem Abend der Schulterschluss mit der Bürgerschaft gesucht werden. Es ist laut Knott zu begrüßen, wenn nun auch andere Stadtratsfraktionen sowie OB Netzer und die Stadtverwaltung dem Thema Neugestaltung Hildegardplatz einen Schub geben wollen.

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