"Wollen wieder ins Plus"

OB Dr. Ulrich Netzer (v.l.), Stadtbrandrat Andreas Hofer und Stephan Rudolph vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz präsentieren eines der neuen Werbemotive. Foto: Feuerwehr

Mit der Imagekampagne „GRATIS für Kemptens Bürger!“ will die Kemptener Feuerwehr sich interessant für potenzielle neue ehrenamtliche Mitglieder machen und so den Nachwuchs sichern. „Wir wollen nicht stillstehen und zuschauen“, verwies Stephan Rudolph, Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz, am Donnerstag bei der Vorstellung der Kampagne auf den demographischen Wandel und die schwindende Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren. Angesprochen werden sollen vor allem Jugendliche. Daher findet ein wesentlicher Teil der Kampagne auch im Internet statt.

Die Gesellschaft wird zunehmend älter, viele Menschen zieht es in die Individualität, das Interesse am ehrenamtlichen Engagement sinkt, Arbeitgeber stellen sich häufig quer. Die Herausforderungen, mit denen ehrenamtliche Organisationen wie die Feuerwehr heute zu kämpfen haben, sind groß. „Ohne die Ehrenamtlichen, die Freiwilligen geht es nicht“, betonte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) bei der Präsentation des Projekts. „Es wird immer schwerer, unter tags die notwendige Anzahl an Einsatzkräften zu erreichen.“ Darauf will die Kemptener Feuerwehr mit einer groß angelegten Werbekampagne reagieren. Ziele sind vor allem das Gewinnen und Binden neuer Mitglieder an die Wehr, ein positives Image durch Corporate Design, das zusammen mit einer Werbeagentur entwickelt wurde, und die Information der Öffentlichkeit. Aufmerksamkeit soll schon das Motto „GRATIS für Kemptens Bürger!“ erregen. „Wir wollen mit 'gratis' die Neugierde wecken und deutlich machen, dass das ehrenamtliche Engagement kostenfrei ist und was man dafür bekommt“, erläuterte Rudolph. Gleichzeitig sollen die persönlichen Vorteile eines Feuerwehr-Angehörigen herausgestellt werden. So locken die vier Kampagnemotive etwa mit „Gratis-Schuhe“ (Stiefel), „Gratis-Hüte“ (Helm) oder „Gratis-Anzüge“ (Feuerwehrjacke). „Und es gibt Gratisfreunde bei der Feuerwehr“, ergänzte OB Netzer. Entsprechende Links auf den Plakaten locken die Betrachter schließlich ins Internet auf die Homepage der Kemptener Wehr. Zu haben sind die Motive als Plakate, Flyer oder Mappen, die überall in der Stadt, in Schulen oder in Schaufenstern ausgehängt werden sollen. „Schulen sind in der Zielgruppe das A und O“, erklärte Stadtbrandrat Andreas Hofer. Zwar habe die Kemptener Wehr mit derzeit 440 Aktiven den Tiefstand an Personalstärke bereits wieder überwunden. Trotzdem bekomme die Feuerwehr „weniger Nachwuchs als durch Alter ausscheiden.“ „Aber wir wollen rechtzeitig einschreiten, sodass wir wieder in ein deutliches Plus kommen“, so der Stadtbrandrat. OB Netzer wies darauf hin, dass es in den Stadtteilen leichter sei, Nachwuchs zu gewinnen als in der Kernstadt. „Wir müssen das wieder in die Breite bringen“, appellierte er. Sowohl Rudolph als auch Hofer nahmen auch die Arbeitnehmer in die Pflicht. „Der Druck am Arbeitsplatz ist viel höher geworden“, so Rudolph. Hofer pries dagegen die Vorteile eines ehrenamtlich tätigen Mitarbeiters an: „Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, haben eine höhere soziale Kompetenz – davon profitieren auch die Betriebe und Arbeitgeber.“ Abgerundet wird die neue Imagekampagne durch öffentliche Info-Veranstaltungen. Geplant sind zunächst welche am kommenden Freitag, 19. Oktober, von 15 bis 18 Uhr in St.-Mang, am 26. Oktober in der Hauptwache und am 28. Oktober bei der Wehr St.-Lorenz.

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