Gesundheit ist Tagungsthema

Fachtagung für Ehrenamtliche

+
Zu einer Fachtagung unter dem Thema „Ehrenamtliche in der Behindertenhilfe“ hatte der Bezirkstag Schwaben Ehrenamtliche und Fachleute in das Evangelisch-Lutherische Pfarramt der St. Mangkirche eingeladen. Rund 70 Gäste waren der Einladung gefolgt, unter ihnen Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle (am Rednerpult).

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“, das sagte Arthur Schopenhauer, ein deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts.

Viel Unheil hat sein Zitat schon in die Welt gebracht, denn ist es wirklich wahr, dass ohne Gesundheit alles nichts ist? Was oder wer ist eigentlich gesund? 

Gemeinhin gilt, wer sich gesund fühlt, ist oftmals nur schlecht untersucht. Ein Leben ohne Krankheit, körperlichen Zerfall und geistige Demenz ist entgegen so mancher Heilsversprechen immer noch die Realität in unser aller Leben. Viel- mehr ist es der Medizin heuer ein Anliegen trotz Krankheit Patienten ein möglichst angenehmes und schmerzfreies Leben zu ermöglichen. Dieselbe Maxime gilt für Menschen mit körperlicher und psychischer Be- hinderung. Respekt, Wertschätzung, Hilfestellung im Alltag ohne Bevormundung, das sind die Prämissen zeitgemäßer Behindertenhilfe. Diese Hilfe wird in Deutschland vielfach von ehrenamtlichen Helfern geleistet. 

Zu diesem Themenkomplex hatte nun der Bezirk Schwaben Ehrenamtliche in der Behindertenhilfe zu einer Fachtagung in das Evangelische Gemeindehaus in Kempten eingeladen. Ziel des Konvents war die Ehrenamtlichen mit Fachleuten zusammenzuführen, um einen Austausch zu ermöglichen und Kompetenzen zu erweitern. Begrüßt wurden die Besucher des Fachtages vom Vizepräsidenten des Bezirkstages Schwaben, Alfons Weber, und Raimund Mittler, dem Ehrenamtsbeauftrag- ten des Bezirk Schwaben. Die Veranstaltung wurde durch eine Ansprache von Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle eröffnet. „Barrierefreiheit in den Köpfen schaffen, das muss das gemeinsame Anliegen der Gesellschaft sein, wenn es um den Umgang mit Menschen mit Behinderung geht“, so Kiechle und ergänzend: „Dabei werden viele helfende Hände gebraucht, denn eine Hand löst noch keinen Knoten.“ Kemptens OB kennt die Anforderungen an das Ehrenamt und weiß das Engagement der rund 20 Millionen Ehrenamtlichen im weiteren Verlauf seiner Rede zu schätzen und zu würdigen. Egal in welchem Bereich sich diese Menschen auch einbringen, ob in kirchlichen oder gemeindenahen Einrichtungen, oder als Übungsleiter im Sportverein. 

Nachfolgend erging das Wort an Professor Dr. phil. Markus Jüster von der Hochschule Kempten, der einen Impulsvortrag zum Thema „Ehrenamtliche in der Behindertenhilfe“ hielt. Jüster wies auf die Notwendigkeit hin, Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft zu integrieren, sie nicht gesondert zu behandeln. Der Professor für Sozialwirtschaft brachte das Beispiel eines ihm bekannten Theologen einer eigenen Kommunionsfeier für Kinder mit Down-Syndrom. „Das ist der falsche Weg“, räumt er ein und fragt: „Warum nicht besser eine Kommunionsfeier, sowohl mit normalen, wie mit Kindern mit Behinderung veranstalten?“ Hier hat der Professor auch gleich einen anschaulichen Vergleich: „Mein Friseur fragt mich ja auch, wie ich die Haare geschnitten habe möchte, auch wenn sich bei mir die Haare oben stark gelichtet haben.“ Ein anschaulicher Vergleich, der humorvoll den Wert der Gleichbehandlung erklärt. 

Nach Abschluss seines Referates fanden sich die Ehenamtlichen Helfer gemeinsam mit Fachleuten in sechs Workshops zusammen. Diese waren mit den Themen Arbeit, Kommunikation, Freizeit, Mobilität, Übergang Jugendlicher/Erwachsener und Wohnraum besetzt. Im Ganzen nahmen rund 70 ehrenamtliche Helfer, Gäste und Ehrengäste an der Veranstaltung im Evangelischen Gemeindhaus teil. Jörg Spielberg

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Shawn James im "mySkylounge"
Shawn James im "mySkylounge"
"Kuh" wirbt für die Allgäuer Festwoche
"Kuh" wirbt für die Allgäuer Festwoche
Wohnungseinbrüche: Jeder Hinweis kann helfen
Wohnungseinbrüche: Jeder Hinweis kann helfen

Kommentare