Zähes Ringen um jeden Cent

Einstimmig beschloss der Schul- und Kulturausschuss am Donnerstag die von der Verwaltung vorgeschlagenen Öffnungszeiten für den „Schauraum Erasmuskapelle...wo Steine reden können“. Die Eintrittpreise sorgten in der Runde allerdings für Diskussionsbedarf. Letztendlich setzte sich aber auch hier der Vorschlag der Verwaltung durch.

Vom 16. März bis 23. Dezember soll der Schauraum laut Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber täglich außer mittwochs im 30-Minuten-Takt von 11 bis 15.30 Uhr geöffnet sein. Von 7. Januar bis 15. März kann er samstags und sonntags von 11 bis 15.30 Uhr besichtigt werden sein. Über die Weihnachtsferien ist dann komplett geschlossen. Für geführte Gruppen sei die Erasmuskapelle auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich, erläuterte Weber. Pro Einlass sind maximal 30 Personen vorgesehen. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) erklärte, dass man es anfangs mit dem 30-Minuten-Takt versuchen werde. In der halben Stunde sollen die Besucher das Multimedia-Konzept erleben und den Schauraum besichtigen. Andreas Kibler (CSU) fragte, ob es realistisch sei, dass der halbstündige Wechsel der Besucher funktioniere. „Wenn es nicht klappt müssen wir natürlich reagieren“, entgegnete der OB. Spätestens in der letzten Sitzung des Schul- und Kulturausschusses 2011 werde ein Erfahrungsbericht vorgestellt, sagte er weiter. Der Schauraum soll am 18. und 19. September eröffnet werden. Carolin Brög (Grüne/FL) plädierte dafür, die Öffnungszeiten bis 17 Uhr zu erweitern, damit auch Schüler und Studenten Gelegenheit hätten den Schauraum zu besichtigen. Netzer erklärte jedoch, dass für Gruppen der Einlass jederzeit möglich sei und dass das Studentenwerk und die Schulen einen Besuch planen könnten. Den Öffnungszeiten stimmten alle zu. Diskussionen gab es um die Eintrittspreise. Die Vorschläge der Verwaltung sind: 2,50 Euro für Personen ab dem 18. Lebensjahr, ein Euro für Schüler, Studenten und Personen vom 10. Lebensjahr bis zum 18. Lebensjahr und Schulklassen, pro Person 50 Cent, wobei Grundschüler freien Eintritt haben. Kein freier Eintritt Lothar Köster forderte im Namen der SPD, dass für geführte Jugendgruppen und Schulklassen der Eintritt frei sein soll. Carolin Brög meinte, dass das Bildungsangebot unabhängig vom Geldbeutel sein müsse und daher Kinder bis 18 Jahre nichts zahlen sollten. Ihre Parteikollegin Erna-Kathrein Groll fügte hinzu, dass es Fraktions-Wunsch sei, dass möglichst vielen Kinder, und zwar auch aus sozialschwachen Familien, der Einblick in den Schauraum ermöglicht werden sollte. Alexander Hold (FW) stimmte zu, dass jede Möglichkeit genutzt werden muss, bei Jugendlichen das kulturelle Interesse zu stärken. „Ich glaube aber nicht, dass 50 Cent dramatisch sind.“ Vielmehr habe er Sorge, dass bei freiem Eintritt Jugendliche aus dem Stadtteil vier bis fünf Mal pro Tag in die Erasmuskapelle gehen. Hold: „Daher sehe ich den Betrag eher als Schutzgebühr.“ Bei der Abstimmung bekam schließlich der Vorschlag der Verwaltung die Mehrheit.

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