Zählt zu den Besten in Deutschlands Kletterszene

Philipp Martin holt Silber bei DM im Olympic-Combined-Dreikampf

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In der Disziplin Bouldern hatte Philipp Martin bei den Deutschen Meisterschaften des Olympischen Kombinationsdreikampfs am Wochenende die Nase vorn.

Augsburg/Landkreis – Nachdem er sich zuletzt in den Disziplinen Bouldern und Lead den deutschen Vizemeistertitel sichern konnte, holte sich der für die Sektion Allgäu-Kempten startende Kaufbeurer Philipp Martin am vergangenen Wochenende nun auch den Deutschen Vizemeistertitel im Olympic-Combined-Dreikampf.

Der Name sagt es bereits: Die Kletterdisziplin „Olympic Combined“ ist ein Kombinationswettkampf aus den drei Kletter-Disziplinen Bouldern, Speed und Lead, der eigens für die Olympia-Premiere des Kletterns bei den Sommerspielen in Tokio 2020 aus der Taufe gehoben wurde. Nach anfänglichem Widerstand, in der bis dato eher auf die Einzeldisziplinen ausgelegten Wettkampfszene, hat sich der olympische Dreikampf zunehmend bei den Kletterern etabliert und ist zum Publikumsmagneten bei den Zuschauern geworden. Denn beim Olympic Combined werden innerhalb kurzer Zeit alle drei Disziplinen in einem spannenden Wettkampfformat gezeigt. Für die Deutsche Meisterschaft im Olympic Combined, die am vergangenen Wochenende im DAV-Kletterzentrum in Augsburg stattfand, mussten sich die Teilnehmer über die Deutschen Meisterschaften in den drei Einzeldisziplinen qualifizieren. 

Der für die Kemptener DAV-Sektion startende Philipp Martin war nach seinem Aus bei der Weltmeisterschaft in Tokio im August, wo er sich beim Training vor dem ersten Wettkampftag unglücklich verletzt hatte, in Augsburg besonders motiviert, seine zuletzt extrem starke Form an die Wand zu bringen. Die Qualifikation, aus der die acht Besten für das Finale hervorgingen, überstand Martin ohne Probleme. Im Finale hatte er dann in der ersten Disziplin Speed keinen optimalen Start und musste als Siebter in die zweite Disziplin Bouldern gehen. Hier lief es für den 25-jährigen dann aber wie am Schnürchen und er konnte sich den Sieg sichern. Vor der abschließenden Disziplin Lead hatte Martin noch alle Chancen auf den Meistertitel, mit Jan Hojer vom DAV Frankfurt am Main aber den Combined-Meister und WM-Dritten von 2018 als härtesten Konkurrenten dicht im Nacken. 

So wurde die letzte Disziplin zur Kopfsache für Martin: Er wusste, dass er in der Disziplin mit Seil in jedem Fall höher klettern musste als Hojer. Am Ende hatte der Frankfurter aber die besseren Nerven und vielleicht noch ein paar Reserven mehr im Tank. Sieben Griffe lagen zwischen den beiden – Martin blieb damit erneut „nur“ der Vizemeistertitel, nachdem er bereits im Lead 2018 und im Bouldern 2019 bei den Deutschen Meisterschaften jeweils Silber geholt hatte. Auf Rang drei kletterte Linus Bader (SG Ulm/Neu-Ulm). Die größte Herausforderung war für Martin bei der DM, die Konzentration und den Fokus über die zwei Wettkampftage zu behalten: „Am Ende hatte ich körperlich eigentlich noch Reserven, mental war ich aber völlig ausgelaugt“. 

Aber trotz verpasstem Meistertitel wertete Martin Platz zwei dennoch als vollen Erfolg, denn nach seinem frustrierenden WM-Aus war es für ihn eine weitere Bestätigung, dass er nun endgültig zu den besten Kletterern in Deutschland gehört – und dies gleich in mehreren Disziplinen. Für den starken Allrounder ist die Wettkampfsaison auch noch nicht vorbei: Es warten noch Weltcups sowie die Deutsche Meisterschaft im Lead im November in Hilden. 


kb

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