Zahlreiche Projekte am Start

Altusried punktet erneut beim Klimaschutz und erhält "Ökogas-Zertifikat"

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Der Markt Altusried erhielt das Ökogas-Zertifikat und einen Kristall von KlimaInvest Green Concepts. Das Dokument wurde im Beisein des Marktgemeinderates von Helmut Kaumeier (erdgas schwaben) (1. Reihe 3.v.l.) an den 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Altusried, Joachim Konrad (1. Reihe 2.v.r.), übergeben. Landrat Anton Klotz (1.R.l.) nahm ebenfalls an der Übergabe teil. Sylvia Weinberger (1.R.4.v.l.) bei Erdgas schwaben für die Gewerbekunden zuständig, überreichte den Kristall.

Altusried – Als erste Kommune im Landkreis Oberallgäu wurde der Markt Altusried mit dem offiziellen „Ökogas-Zertifikat“ von KlimaInvest Green Concepts ausgezeichnet. Um diese Anerkennung zu erhalten, haben sich Energieteam und Gemeindevertreter mächtig ins Zeug gelegt. Das wurde bei einer kleinen Feier anlässlich der Zertifikatsübergabe, zu der Helmut Kaumeier von Erdgas schwaben und Rathauschef Joachim Konrad ins Theaterkästle Gäste geladen hatten, sehr deutlich. Gekommen war auch Landrat Anton Klotz. Dessen Anwesenheit interpretiere er als Ausdruck der Wertschätzung für das Engagement der Kommune beim Klimaschutz, so Joachim Konrad. Es sei beeindruckend, fuhr Konrad fort, was man in Altusried in Sachen Klimaschutz bereits geschafft hat. Er wünschte sich, dass der demnächst neue Gemeinderat dem Thema ebenfalls aufgeschlossen gegenübersteht.

Wofür erhielt Altusried das Ökogas-Zertifikat? Auf jeden Fall nicht einfach so, denn der Weg dahin ist anstrengend und erfordert Durchhaltevermögen. Das machte Helmut Kaumeier, bei Erdgas Schwaben der Leiter des Bereichs Kommunalkunden- und Marktpartnerbetreuung, in einer Rede deutlich und wurde von Gabriele Grotz, Leiterin des Energieteams Altusried, im Vorfeld der Zertifikatsübergabe noch vertieft. 

Die CO2-Emissionen aus allen kommunalen Liegenschaften, die bei der Verbrennung von Erdgas entstehen, müssen über das Projektportfolio von KlimaInvest Green Concepts neutral gestellt werden. Im Klartext bedeute dies, so Kaumeier, der Zertifikat und Kristall überbrachte, „dass hier ein nach den Regularien des Kyoto-Protokolls zertifiziertes und registriertes Projekt unterstützt wird“. 

In dem Oberallgäuer Marktflecken, so Kaumeier, haben in den letzten 30 Jahren mehr als 700 Kunden sich für eine Gasheizung entschieden, weitere 400 Hausbesitzer haben vor ihrer Haustüre eine Gasleitung liegen. Wenn auch sie auf diesen Energieträger umsteigen würden, könnten nochmals jährlich 1200 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Erdgas Schwaben arbeitet mit Nachdruck daran, dass es bis 2050 alle seine Kunden mit regenerativem Gas – Wasserstoff mittels Power to Gas, grünes Gas und Biomethan anstelle fossilen Brennstoffs – versorgen kann. 

Ob dieses ambitionierte Ziel erreicht wird, liege in erster Linie an den Verbrauchern, die den Weg mitgehen müssen, so Kaumeier weiter. Das ehrenamtlich tätige Energieteam, 2015 gegründet, um den Klimaschutz und die Energieeffizienz im Marktbereich voranzubringen, hat zwischenzeitlich zahlreiche Projekte angestoßen beziehungsweise dem Marktgemeinderat deren Umsetzung empfohlen. 

Die Gründung der Arbeitsgruppe geht im Übrigen darauf zurück, dass man sich im Jahre 2014 zum Ziel gesetzt hat, den European Energy Award zu erreichen, so Gabriele Grotz. Ende 2019 konnte eben dieser Award in Empfang genommen werden. Klimaschutz und Energieeffizienz funktionieren nur, unterstrich die Sprecherin, wenn alle im Ort für diese wichtigen Themen sensibilisiert sind und mitmachen. 

In ihrer Rede stellte sie aus Sicht des Arbeitskreises herausragende Projekte vor: erstens die Errichtung eines mobilen Blockheizkraftwerks (BKHW), das im Sommer im Freibad sowie im Winter am Schulzentrum zum Einsatz kommt, und zweitens der Ausbau eines kommunalen Fernwärmenetzes mit Erdgas-BKHW und –kessel für diverse öffentliche Gebäude. Mit der Bekanntmachung von Eza-Energiespartipps über verschiedene Kanäle – Bekanntmachungsblatt, Gemeinde-Homepage, Facebook-Seite Energieteam –, der Erarbeitung nachhaltiger Quartierskonzepte mittels Erdwärmepumpen, der Weiterführung des Bonussystems für energieoptimiertes Bauen, aber auch der Errichtung von „Mitfahrerbänkle“ beweist die Arbeitsgruppe Kreativität und Wirkkraft. Außerdem stehen Vorschläge von Wegen für die schrittweise Umsetzung energetischer Sanierungskonzepte an den örtlichen Schulen sowie der Einsatz von Ökostrom bei kommunalen Gebäuden auf der Agenda der Arbeitsgruppe. Dazu gehört auch der Bau einer Kindertagesstätte als Low-Tech-Gebäude, einem Bauwerk, das nicht nur energieeffizient konzipiert wird, sondern zugleich dauerhaft kostengünstig betrieben werden kann. Außerdem haben Gabriele Grotz und Team bereits wieder Großes vor: die Erreichung des „Gold Awards“, der nicht länger nur eine Vision bleiben soll.

Hildegard Ulsperger

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