Rege Diskussion

ZAK-Verbandsversammlung diskutiert über Wasserstoff und neues Wertstoffhofzentrum in Sonthofen

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Kempten/Landkreis – Für rege Diskussion in der Verbandsversammlung des ZAK vergangene Woche sorgte das geplante Wasserstoffprojekt am Müllheizkraftwerk (MHKW) in Kempten.

Die Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur Errichtung einer Wasserstoffproduktionsanlage durch das Ingenieurbüro RSP aus Herne soll Aufschluss geben, welche Förderquote für einen wirtschaftlichen Betrieb notwendig sei und ob eine Umsetzung in Kempten räumlich möglich wäre, erklärte ZAK-Geschäftsführer Karl Heinz Lumer. Für ihn ist Wasserstoff die Zukunftsenergiequelle. Ziel sei, ausreichend Wasserstoff für den Betrieb von Zügen, Bussen, LKWs und PKWs zu erzeugen.

Erste Zwischenergebnisse zeigen Möglichkeiten für eine technische Realisierung der Anlage am Standort MHKW mit einem Elektrolyseur, um Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen, eine Verdichtungsstation, einem Speicher, Betankungsstationen mit 350 bar für Busse und LKWs und 700 bar für beispielsweise Müllwagen und PKWs. Das MHKW sei ein idealer Standort, erklärte Lumer, da das Wasserstoffprodukt sehr viel Strom benötige und das Brennmaterial im Müllheizkraftwerk zu 55 Prozent aus natürlichen Stoffen wie Holz, Papier und Biomüll bestehe. 

Doch für die Umsetzung ist eine Analyse des regionalen Absatzmarktes notwendig. „Wer nimmt den produzierten Wasserstoff ab – Verkehrsmittel des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), Busse, Bahn?“ Eine Nutzung im Schienenverkehr sei sinnvoll, so Landrat Anton Klotz. Das Bahnnetz Allgäu sei eine weitgehend nicht elektrifizierte Eisenbahnstrecke, auf der vorwiegend Dieselzüge zum Einsatz kommen. Wasserstoffantrieb dagegen erzeuge keine klimaschädlichen Emissionen wie Kohlendioxid, Ruß und Feinstaub. Doch eine Veränderung im Bahnnetz durch Umstellung auf wasserstoffbetriebene Züge werde wahrscheinlich noch einige Jahre dauern, was auch der aktuellen Corona-Krise geschuldet sei, resümierte Klotz. 

Staatliche Ausgaben, die nicht zwingend erforderlich seien, würden wahrscheinlich zurückgestellt werden. Neues Wertstoffhofzentrum Sonthofen In Sonthofen wurde das modernste Wertstoffhofzentrum Deutschlands errichtet. Eine Baumaßnahme mit Gesamtkosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro, bei der Nachhaltigkeit und Regionalität im Vordergrund standen, erklärte Andreas Breuer (ZAK). Am Neubau des Wertstoffhofes mit angeschlossenem Kaufhaus waren ausschließlich Allgäuer Firmen beteiligt. Die Fassade wurde aus Weißmanntanne aus dem West- und Ostallgäu überwiegend in Holzbautechnik gefertigt und die Möbel wurden aus altem Material, wie etwa benutzte Schalttafeln und am Wertstoffhof gesammelte Kartonagen hergestellt. 

Müllvermeidung und Nachhaltigkeit spielten dabei eine entscheidende Rolle, betonte Breuer. Zudem werde bei der Stromerzeugung, auch für die Wärmepumpe, auf erneuerbare Energien gesetzt. Die Containerüberdachung, das Betriebsgebäude und auch die Müllumladestation wurden mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet. Im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier soll Mitte Mai 2020 die Eröffnung gefeiert werden. 

Christine Reder

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