"Zehn gute Jahre für Kempten"

Traditionelle Ansprache: OB Dr. Ulrich Netzer begrüßte mit Frau Heidi die Gäste zum Neujahrsempfang. Fotos: Matz

Fast auf den Tag genau 200 Jahre nachdem die bayerische Regierung die beiden Städte per Verfügung in der Munizipalgemeinde Kempten zuammengeschlossen hat (8. Januar 1811), ließ OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) das vergangene Jahrzehnt Revue passieren. „Dieses Jahrzehnt waren gute zehn Jahre für Kempten“, sagte das Stadtoberhaupt anlässlich seines traditionellen Neujahrsempfangs am Montagabend in der Schrannenhalle des Rathauses. Eingeladen waren Repräsentanten aus Unternehmen, Vereinen und Organisationen, „die auf vielfältige Weise zum Miteinander in Stadt und Region einen wesentlichen Beitrag leisten.“

Betrachte man die Entwicklung der Stadt in den vergangenen zehn Jahren vor allem in den Bereichen Soziales, Wirtschaft und Kultur, „so fällt doch auf, dass von außen gesehen viel Positives über die Stadt zu hören ist“, sagte Netzer. Beispielhaft verwies er auf Rankings der Wirtschaftswoche, der Prognos AG, Focus-Money oder anderer Untersuchungen, bei denen Kempten immer sehr gut abschneide und regelmäßig in Schwaben den 1. Platz belege. Auch für 2011 dürften die Kemptener optimistisch sein, betonte der Rathauschef. Die jüngste Unternehmensbefragung zeige, dass 65 Prozent der heimischen Unternehmen einen positiven Geschäftsverlauf erwarten würden. „Das ist der höchste je gemessene Wert bei dieser Umfrage, die wir immerhin schon seit 1998 jährlich durchführen“, frohlockte Netzer. Kern des Erfolgs sei die nur scheinbare heterogene Mischung aus öffentlichen und privaten Einrichtungen und Angeboten. „Denn in Kempten funktioniert das Zusammenspiel aus öffentlichen Anreizen und privaten Investitionen“, so Netzer. Als Beispiele nannte er die jüngsten Entwicklungen in der Gerberstraße, auf dem St.-Mang-Platz oder an der Ecke Freudenberg/Fischerstraße/Bahnhofstraße. „In einer Zeit allgemeiner Investitionszurückhaltung haben gleich mehrere Investoren fast gleichzeitig ein klares Bekenntnis zu den Zukunftsaussichten der Stadt abgelegt“, erläuterte er. Allerdings sei es falsch, den Erfolg einer Stadt nur „an verbautem Ziegel und Beton“ zu messen. „Entscheidend ist, wie das Miteinander in unserem Gebilde Stadt funktioniert“, betonte er. Maßgeblich dafür sei die Zahl derer, die sich ehrenamtlich einsetzen oder beruflich und bürgerschaftlich besonderes leisten – egal, ob Privatpersonen, Behörden, Vereine oder Unternehmen. „Ihrer allr Engagement ist unverzichtbar für das fruchtbare Miteinander in unserer Stadt, für ihre positive Entwicklung“, dankte Netzer. 30 Millionen für Schulen Da Erfolg aber kein Zufall sei, so Netzer weiter, habe sich die Stadt bis 2020 die fünf großen strategischen Ziele gesetzt. Von besonderer Bedeutung sei der Bereich Bildung und die sich stetig veränderne Schullandschaft. „Die Zukunft der Schulen liegt in einem noch stärkeren Miteinander von Stadt und Kommunen“, erklärte der Rathauschef. So investiert die Stadt Netzer zufolge zur Zeit über 30 Millionen Euro in die Kemptener Schulen. Noch viel wichtiger sei allerdings die Vernetzung der einzelnen Systeme wie es beispielsweise das Projekt „Zukunft bringt`s“ vormache. Belegt werde das durch die Zahl der Hauptschulabbrecher: Schmissen 2005 etwa 16 Prozent aller Hauptschüler die Schule ohne Abschluss, waren es 2010 nur noch 2,49 Prozent, was genau fünf Schülern entspreche, freute sich Netzer. Ein weiteres wichtiges Zukunftsthema neben der Bildung sei der Ausbau der Infrastruktur. „Dazu gehört als wichtigstes aktuelles Projekt die Nordspange.“ Noch heuer soll der notwendige Bebauungsplan aufgestellt werden, im kommenden Jahr solle mit den Arbeiten begonnen werden und 2015 die ersten Autos rollen, umriss Netzer den aktuellen Zeitplan. Möglich würden die vielen Investitionen aber nur durch die verantwortungsvolle Finanzpolitik in Stadtrat und Stadtverwaltung. Mit dem Ratsbegehren am 10. April zur Umgestaltung des Hilegardplatzes habe der Stadtrat erstmals „eine wichtige städtepolitische Frage, die eigentlich in seinem Zuständigkeitsbereich liegt, an die Bürger zur Entscheidung weitergegeben“, wies Netzer auf ein weiteres wichtiges Thema in diesem Jahr hin. Netzer appellierte an die Anwesenden, sich zahlreich an dem Entscheid zu beteiligen. Überhaupt werde 2011 ein spannendes Jahr, so Netzer weiter. „Ich hoffe, wir können gemeinsam die positive Entwicklung der ersten zehn Jahre dieses Jahrhunerts in die zweiten zehn Jahre mit hinübernehmen.“

Meistgelesen

Erlebnistag im Grünen Zentrum
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Rassismus ade! Vielfalt olé!
Rassismus ade! Vielfalt olé!
Entdecke den Skyline Park neu: Neues Gelände, neue Attraktionen, neuer Fahr-Spaß
Entdecke den Skyline Park neu: Neues Gelände, neue Attraktionen, neuer Fahr-Spaß

Kommentare