Werkblock 17 in der Kunsthalle

Wie aus dem Ei gepellt

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„EfM – Eierschalen für Menschen“ stehen, wie ihre Urheberin Lioba Abrell sagt, für den Neuanfang, die Neuorientierung, die Menschen erfahren, nachdem sie einen Schicksalsschlag erlebt haben. Zu sehen sind sie im Rahmen der Werkblock-Ausstellung in der Kunsthalle.

Rund, weiß, rein – wie übergroße Eierschalen liegen die Hohlkörper aus Pergamentpapier in der Mitte der Halle. Sie vermitteln das Gefühl von Frische und Reinheit, erinnern an einen Neubeginn. „EfM – Eierschalen für Menschen“ heißt das Werk der aus Aitrach stammenden Künstlerin Lioba Abrell.

Zusammen mit Exponaten von neun weiteren Künstlern ist es im Rahmen der zehnten „Werkblock“-Ausstellung in der Kunsthalle zu sehen. Bei der Eröffnung versammelten sich Publikum und Akteure passend zum Neubeginn um die Eierschalen herum.

„Skulpturen und Objektkunst“ präsentiert der Berufsverband Bildender Künstler Allgäu Schwaben-Süd (BBK) dieses Jahr. Darunter vier Köpfe aus Eisen von Matthias Buchenberg, deren Gesichter mit ihrer löchrigen und rostigen Oberfläche etwas Morbides haben, aber mit ihren gesenkten Liedern gleichzeitig Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen. Anklänge an die Beziehung von Mensch und Natur finden sich im „Wiesenstück“ von Elisabeth Bader: Schwarze Grashalme aus Draht sprießen hier aus grauer Erde. Angesehen wird der Besucher von den Reliefs von Brigitte Hafer, die Obstschalen aus dem Supermarkt zu Gesichtern verschiedener Ausdrücke stilisiert. Das regt zum Schmunzeln an, aber auch zum Nachdenken über Müll, Verpackung oder Konsum. Von der Spannung zwischen hart und weich, klar und undurchsichtig, Fläche und Farbe lebt die steinerne Skulptur „Verschlungene Pfade“ von Elke Wieland aus Immenstadt.

Heimat zum Anfassen

„Zeit für mich“, „Trump sollte gehen“, oder „Auf dass es schön wird“,… ist auf den Zetteln zu lesen, die auf einem mannshohen Spieß stecken: Uwe Neuhaus lässt die Besucher selbst Hand anlegen am „Spießer der Wünsche“. Sie notieren ihre Wünsche oder Botschaften, um sie anschließend im Kunstwerk zu vereinen.

Farbige Akzente setzt Lucia Hiemer mit dem Werk „Heimat“. Die lebendige Collage zum Umblättern verbindet haptische Elemente mit Zeichnungen, Geschriebenem und Heftausschnitten. Weitere anregende Arbeiten steuern ­Monika Petri, Karl K. Maurer und Anna Ottmann zu der vielfältigen Ausstellung bei. Wie der Erste Vorsitzende des BBK, Gerhard Menger, bei der Vernissage am vergangenen Freitag betonte, stehe „die Fülle von Materialien“ im Zentrum der Ausstellung. Der Künstler müsse sich intensiv mit dem Material auseinandersetzen, sich einfühlen, um einen Umgang damit zu finden. Die Wahl des richtigen Materials sei schon für Michelangelo zentral gewesen. „Seine Maxime: Die Idee steckt schon im rohen Marmor und muss nur daraus befreit werden“, sagte Menger.

Die Ausstellung „Werkblock 17“ läuft noch bis Sonntag, 28. Mai, in der Kunsthalle in der Memminger Straße. Geöffnet ist sie samstags, sonntags und an Himmelfahrt von 12 bis 18 Uhr und donnerstags und freitags von 16 bis 20 Uhr.

Susanne Kustermann

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