Tauschen statt kaufen

Ein Zeichen gegen den Konsumwahn: Neue Kleidungsstücke, ohne einen Cent auszugeben

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Anja Dimov aus Krugzell (r.) freut sich über eine neue Bluse und Valentina Stauffer (v.l.) mit Leana Haußmann, zwei Aktive aus dem Aktionsteam, über den großartigen Erfolg der Tauschaktion.

Durach – Durach darf sich für weitere zwei Jahre Fairtrade-Gemeinde nennen. Seit 2017 trägt die Gemeinde diesen Titel und erfüllt weiterhin alle fünf Kriterien der Fairtrade-Towns-Kampagne. Bürgermeister Gerhard Hock ist stolz: „Die Bestätigung der Auszeichnung ist ein schönes Zeugnis für die nachhaltige Verankerung des fairen Handelns.“

Zusammen mit Duracher Jugendlichen initiierte das Fairtrade Team der Gemeinde Durach die 2. Textilien-Tauschbörse. Bis zu fünf Kleidungsstücke konnten am Freitag in der neuen Jugendkulturwerkstatt abgegeben werden. Gegen die erhaltenen Gutscheine konnten genauso viele andere Stücke ausgesucht werden. 

Die Idee, die dahintersteckt: Viele Kleidungsstücke hängen nur unnötig im Schrank und nehmen Platz weg. Andere suchen vielleicht genau dieses Stück und es könnte zum Lieblingsstück werden. Kleidung eintauschen ist ein Zeichen gegen Konsumwahn und Retourenwahnsinn. „Außerdem macht es Spaß, mit Freundinnen zu stöbern und zu tauschen,“ sagt Valentina Stauffer vom Organisationsteam. Jugendliche der Schülerfirma der Schule Durach boten im Café der Kulturwerkstatt Kaffee und selbstgebackene Kuchen aus fair gehandelten Zutaten an. Darüber hinaus gab es Informationen über den fairen Handel. 

Anja Dimov und ihre Tochter Katharina sind aus Krugzell gekommen. Katharina hat fünf Kleidungsstücke abgegeben. Sie hatte Wert darauf gelegt, nichts Altes oder Abgetragenes auszusuchen, sondern etwas, das sie gerne mit einer Freundin tauschen würde. Mit ihren fünf Gutscheinen ist sie schnell fündig geworden. Eine neue Winterjacke, eine Jeans und ein paar lässige Oberteile nimmt sie mit nach Hause. „Super Veranstaltung“, meint Anja Dimov. „Im nächsten Jahr kommen wir ganz bestimmt wieder.“ Valentina Stauffer und Leana Haußmann, die schon letztes Jahr im Organisationsteam waren, freuen sich, dass so viele Menschen gekommen sind. Im nächsten Jahr soll die Veranstaltung noch größer werden, eventuell mit einer auf Upcycling spezialisierten Schneiderin, die aus alten Kleidungsstücken neue zaubert und ihr Können auch in Workshops weitergibt.

Uschi Ostermeier-Sitkowski

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