Ziele auch umsetzen

Der Kemptener Seniorenbeauftragte Lothar Köster (links) und OB Dr. Ulrich Netzer beraten sich nach der ersten Beirats-Sitzung. Foto: Kampfrath

Die Lebensqualität im Alter und die Gestaltung des demografischen Wandels sind die obersten Ziele des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts der Stadt Kempten. Der neu gegründete seniorenpolitische Beirat dient der Umsetzung des Programms. Das Gremium löst den Seniorenbeirat ab. Am vergangenen Mittwochnachmittag trafen sich 26 der 28 Mitglieder zur ersten konstituierenden Sitzung im Haus der Senioren.

„Wir haben uns mit dem seniorenpolitischen Gesamtkonzept hohe Ziele gesteckt“, sagte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), Vorsitzender des Beirats. Er bat die Anwesenden, sich vorzustellen. „Ich werde versuchen, hier konstruktiv mitzuarbeiten“, kündigte Dr. Endrik Marischka von der Besuchervertretung des Hauses der Senioren an. „Ich bin gespannt, was so viele Menschen, die zusammenarbeiten, auf die Wege bringen“, meinte Waltraud Riedel als Vertreterin des Bayerischen Roten Kreuzes. „Mich interessiert, welche Bedürfnisse die Menschen im Alter haben“, erklärte Benno Glas vom Sportamt Kempten. „Ich versuche, das Thema Bildung positiv für Senioren rüberzubringen“, versprach Peter Roth, Direktor der VHS Kempten. Zwei Sitzungen Der seniorenpolitische Beirat löse den seit 1998 existierenden Seniorenbeirat ab, verdeutlichte Netzer. Mit einem Buch und einem Blumenstrauß verabschiedete er Johanna Schuster und Brigitte Wiegel, die nicht in dem neuen Gremium mitwirken. „Hoffentlich sind Sie auch so gern dabei, wie wir es waren“, wünschte sich Schuster. Netzer las die Geschäftsordnung vor. Demnach soll der Beirat mindestens zweimal im Jahr zusammenkommen. „Besonders in den Anfangszeiten werden wir uns wahrscheinlich öfter treffen“, vermutete der OB. „Haben wir einen Stellvertreter“, fragte Uwe Hardt, Geschäftsführer des Caritas- verbands Kempten-Oberallgäu. „Die Institution, die das Mitglied entsendet, sollte auch einen Stellvertreter benennen“, antwortete Lothar Köster, Beauftragter des Stadtrats für Senioren, Behinderte und Heime. Die Geschäftsordnung wurde nach einhelliger Meinung um diesen Punkt ergänzt. Karlheinz Frick, Leiter des Hauses der Senioren, gab einen Überblick über den Stand der Dinge. Am 22. Juli 2011 habe der Seniorenbeirat das seniorenpolitische Gesamtkonzept verabschiedet. „Wir stellten es am 20. Oktober dem Ausschuss für soziale Fragen vor.“ Der Stadtrat habe das Konzept schließlich am 10. November 2011 abgesegnet. Das seniorenpolitische Gesamtkonzept sehe die Einrichtung einer Koordinierungsstelle vor, so Sozialreferent Benedikt Mayer. „Die Wohnberatung, Unterstützung des Ehrenamts, Koordination und Seniorenberatung sind momentan die Hauptpunkte“, betonte Netzer. „Die Wohnberatungsstelle soll bereits am 1. Juni mit der Arbeit beginnen“, berichtete Christine Weixler, Leiterin des Amts für Senioren- und Wohnungsfragen. Vertreter gesucht Bei speziellen Themen werde man auf „Leute von außen“ zurückgreifen, gab Lothar Köster bekannt. „Wir suchen noch einen Vertreter für die ambulante Pflege. Mein Vorschlag ist: Ein Vorbereitungsgremium aus fünf bis sechs Personen soll beraten, welche Aufgaben ein runder Tisch für die ambulante Pflege hat“, so Weixler. Der solle dann einen Vertreter in den seniorenpolitischen Beirat schicken. Die anderen Mitglieder zeigten sich damit einverstanden. Christine Weixler, Lothar Köster, Karlheinz Frick, Uwe Hardt und die AOK-Pflegeberaterin Birgit Koch erklärten sich bereit, im Vorbereitungsgremium mitzuarbeiten. Köster wies darauf hin, dass an der Hochschule Kempten momentan eine Untersuchung von 50- bis 70-Jährigen laufe, ob Interesse an einem Bildungsprogramm für Senioren bestehe. Peter Roth von der VHS verwies darauf, dass neben der Bildung auch die Arbeit in den Stadtteilen wichtig sei. „Wir haben mit den Maßnahmen des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts schon genug zu tun und überfordern uns sonst“, warnte Benedikt Mayer. „Wir müssen noch den Punkt in das Konzept hereinnehmen, wie Senioren das kulturelle Angebot der Stadt wahrnehmen können, wenn sie nicht mehr mit dem Auto fahren“, forderte Helmut Hitscherich (UB/ödp). Netzer kündigte an, dass bei der nächsten Sitzung mehr das Inhaltliche im Mittelpunkt stehen werde.

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